Das Stadtgeschehen gibt den Narren reichlich Satire-Stoff. Und der wird in Sulz in den Lokalen von den „Breaglern“ genüsslich vorgetragen.
Am Samstag war mal wieder Breagler-Zeit in Sulz, und so zogen 19 Breagler in zehn Gruppen von Gaststätte zu Gaststätte, um ihre Geschichten, die sie das Jahr über gesammelt hatten, an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen. Mit ihnen dabei waren die „Original Sulzer Narrenkapelle“, die „18-Stunden-Musiker“ und einige umtriebige Zunfthexen.
Die Sulzer Breagler sind Meister ihres Fachs und füllen ihre Narrenbücher jedes Jahr aufs neue mit Geschichten, köstlichen Begebenheiten und Kuriosem. Und davon hatten sie in diesem Jahr wieder mal sehr viel dabei.
Der Grund: Vieles ist wieder mal schief gelaufen im Neckarstädtchen – oder ganz einfach für manche auch „domm gloffa“ – aus Sicht der Breagler. Und man sah es ihnen deutlich an, dass sie richtig Lust auf die Sulzer Lokalitäten – die Gasthöfe Löwen, Hecht, und Lamm, die „Blaue Grotte“, „Cantina da Toni“ und die Zunftstube waren Anlaufstellen – hatten.
Gespannt warteten die gut gelaunten Gäste in den gut besuchten Sulzer Gaststätten und in der knallevollen Zunftstube in der Erwartung eines heiteren und fröhlichen Abends. Und diesen bekamen die vielen Besucher auch serviert, denn die Breagler sparten nicht mit viel Spott und Hohn – aber immer unter der Maßgabe „Jedem zur Freud aber Niemand zum Leid“.
„Das doppelte Lottchen“ ist sicher für viele aus Funk und Fernsehen und manche auch vom Kinderbücherregal ein Begriff. Ausgerechnet so ein Zwillingspaar soll es neuerdings auch im Sulzer Rathaus gegeben, haben die Breagler herausgefunden. Denn man sehe Bürgermeister Jens Keucher und seinen Beigeordneten und Kämmerer Hans-Peter Fauser in jüngster Zeit auffallend viel miteinander unterwegs. Soviel, dass die Breagler von den Zweien sogar eine Zeitung, den „Sulzer Stadtanzeiger“, kreieren konnten. Die Sulzer Antwort auf das doppelte Lottchen ist also „Das doppelte Sulzer Jenschen“. Die Kleidung der Zwillinge ähnelt allerdings den beiden Einzelfiguren Pessi und dem Opti, die mit ihrem Zwiegespräch die Fasnet in Sulz auf dem Neckar beenden, doch sehr – ein Schelm, der dabei Böses denkt.
Bei den Breagler-Brüdern ist es wie im richtigen Leben unter Brüdern auch, sie mögen einander, nehmen aber manchmal keine Rücksicht aufeinander und hauen sich gegenseitig in die Pfanne. So scheint der Breagler Thomas Freund eine Dauerkarte für die Breagler-Bücher zu besitzen. In seiner Funktion als Vize-Präsident des Narrenfreundschaftsrings Schwarzwald-Baar-Heuberg musste er natürlich beim Narrenbaumstellen zum 50. Jubiläum bei der Ringmitgliedszunft Denkingen dabei sein. Gestriegelt und geschniegelt startete er sein Auto, und ab ging es nach an den Fuß des Heubergs. Verwundert über den verwaisten Festplatz dort zog er schließlich seine Einladung aus der Tasche und stellte fest: Ohweia, da steht ja der 6. Februar und nicht der 6. Januar. Die Breagler wissen schon längst, dass sich die alte Weisheit immer wieder bestätigt – wer lesen kann ist nunmal im Vorteil.
Ihre Geschichten reichten in diesem Jahr sogar bis über den großen Teich nach Amerika und dort genau nach New York. Natürlich wird es ein Wiedersehen mit Sparfuchs Tobi geben. Es tut sich sogar die Frage auf, ob man, der Vielzahl an Geschichten wegen, nicht einen eigenen Nadja-und-Jens-Keucher-Spezial-Breagler-Abend machen soll.
Warum Sabrina Glöckler vom Amt für Bürgerdienste einen Flötenkurs belegen sollte, beschäftigt die Breagler, die Smartwatch für Kids ist Thema, Motorradgangs, Oldtimer oder Flugente, das Stille Örtchen, Oldtimer-Fussballfans und noch viel mehr stehen in den Büchern. Darüber berichten wir traditionell noch und ausführlich am Schmotzigen.