Die Gegenwehr war zwecklos. Jetzt liegt die Macht in Sigmarswangen in den Händen der Narren. Das heißt konkret: Aussetzung der Vergnügungs-, Alkohol- und Tabaksteuer.
Nach dem „Zuddeln im Flegga“ am Nachmittag des Schmotzigen formierten sich Narrenräte, Garde und Hästräger der Narrenzunft Sigmarswangen zum abendlichen „Fleggadapp“.
Mit Fackeln und musikalischer Begleitung des Musikvereins zogen sie zum Rathaus, um erfolgreich den Schlüssel als Zeichen der Machtübernahme zu erobern. Flink kletterte ein sportliches Stoagwaldmale über die Leiter zum Fenster des Sitzungssaals, lieferte sich vor den Augen der Zuschauer ein Gerangel mit Ortsvorsteherin Sabine Breil und schleppte sie erbarmungslos über die Treppe auf den Hof.
Närrische Ausnahmeregelungen
Letztlich war jegliche Gegenwehr zwecklos. Marcel Baiker vom Vorsitzendenteam nahm ihr die begehrte Trophäe ab und proklamierte die Narrenrepublik. Er ernannte sich zum Dorfschultes auf Zeit und erklärte, bis Aschermittwoch liege die Schlüsselgewalt in närrischer Hand. Auch das Bürgerzentrum samt Parkplatz werde für närrische Feste freigegeben.
Die Bevölkerung dürfe sich über närrische Ausnahmeregelungen wie die Aussetzung der Vergnügungs-, Alkohol- und Tabaksteuer freuen. Obwohl Breil zur Fronmeisterarbeit verdonnert wurde, ließ sie es sich nicht nehmen, zum Umtrunk ins Rathaus einzuladen. Mofänger und Stoagwaldmale verteilten Salzmonde und Süßigkeiten und schunkelten mit den gutgelaunten Zuschauern, bevor im Bürgerstüble und in „Märde’s Kuhstall“ fröhlich weitergefeiert wurde.