Sein Debüt als neuer Stempelmeister bei der Hexengilde Sauerwasen gab Thomas Schleicher (links). Sein Vorgänger Manfred Löffler (rechts) schaute ihn dabei genau auf die Finger. Foto: Jochen Schwillo

Keine geeigneten Räume in Schwenningen haben die Entscheidung der Hexengilde Sauerwasen bestärkt, ihren Kameradschaftsabend mit Hexentaufe außerhalb der Neckarstadt zu veranstalten.

Erstmals traf man sich hierzu im Klosterhof. Die beengten Platzverhältnisse im Vereinslokal „Fässle“ trugen dazu bei, neue Räumlichkeiten zu suchen, damit sowohl die eigenen Hexen als auch die Besucher der anderen Narrenvereine genügend Platz haben.

 

Da es in Schwenningen keine entsprechend großen Räume gibt, hatte sich der Hexenrat entschieden, ins Jugend- und Kulturzentrum in den Zentralbereich auszuweichen – eine Entscheidung, die sich am Samstag als richtig erwies.

„Zum ersten Mal dürfen wir unseren Auftakt hier im wunderschönen Klosterhof feiern. Und was könnte es für einen besseren Ort geben, um gemeinsam in die fünfte Jahreszeit zu starten“, freute sich Monika Göppl, die Vorsitzende der Hexengilde Sauerwasen.

Viele Vertreter befreundeter Vereine waren der Einladung gefolgt. Mit der Veranstaltung zeigte man sich sehr zufrieden. „Wir hatten bereits am Nachmittag unsere Kinderhexentaufe“, berichtete Monika Göppl. Am Abend folgte der feierliche Einzug der Sauerwasenhexen, musikalisch begleitet vom Fanfarenzug der Narrenzunft Schwenningen, der seit 48 Jahren kameradschaftlich mit der Hexengilde verbunden ist.

Sieben neue Hexen

Zum Programm gehörte auch der Hexentanz, den jedes aktive Mitglied beherrschen muss. Außerdem müsse jede neue Hexe ein Probejahr absolvieren, so Göppl. Sieben Personen wurden am Pranger vor das hohe Hexenhaus geführt und mussten ihre weltlichen Namen ablegen, damit sie künftig während der Fasnet auf ihre Hexennamen wie Larentina, Araqua, Rowena oder Telepatika hören. Ein scharfer Hexentrunk untermauerte das Versprechen und der obligatorische Hexenstempel auf den Bauch machte die Taufe perfekt.

Auf Löffler folgt Schleicher

Am Samstagabend gab es zudem eine personelle Veränderung: Manfred Löffler, der über 21 Jahre Stempelmeister der Hexengilde Sauerwasen war und zahlreiche Hexen gestempelt hat, wurde von Thomas Schleicher abgelöst. Löffler beobachtete interessiert, wie sich sein Nachfolger anstellte, und befand die Stempeltaufe als gelungen.

Das Fasnet-Programm

Nun kann sich die Hexengilde Sauerwasen auf die Fasnet freuen und an verschiedenen Veranstaltungen in der näheren Region und darüber hinaus teilnehmen. Auch freut man sich wieder auf den vereinseigenen Kappenabend, der im „Fässle“ stattfindet.

An den hohen Tagen der Schwenninger Fasnet ist die Gilde ebenfalls aktiv. Außerdem bewirtet sie eine Hütte im Narrendorf auf dem Marktplatz und am Fasnet-Samstag das Hansjakobstüble beim Schwenninger Heimatverein.

Es gibt Ehrungen

Ein wichtiger Bestandteil des Kameradschaftsabends waren die Ehrungen langjähriger und aktiver Mitglieder. „Ihre Verdienste zeigen, dass echte Hexenkunst weit über den Besen hinausgeht“, stellte Monika Göppl fest.

Geehrt wurden Martha Bihl und Frank Singer für 40-jährige Vereinszugehörigkeit. Für 30-jährige Mitgliedschaft wurde Barbara Fischer ausgezeichnet. Für 30-jährige Aktivität erhielten Bernd Haller und Larissa Fellhauer-Horn eine Ehrung.

Seit 20 Jahren sind Dennis Eisenbeiß und Luca Schetterer aktiv bei den Sauerwasenhexen dabei, und seit zehn Jahren legen Alina Schultz und Vanessa Vilardo während der Fasnet ihren bürgerlichen Namen ab, um bei der Hexengilde Sauerwasen mitzuwirken.