Bevor der Seckeles-Gäules-Club zur Schlüsselübergabe ans Rathaus marschierte, posieren die Mitglieder zum Erinnerungsfoto. Foto: Herzog

Großen Nachholbedarf verspürte der Seckeles-Gäules-Club bei seiner 35. Zusammenkunft.

Durch die in 2021 und 2022 ausgefallene Kürung neuer Ordensträger gab es nun mit Tobias Maurer, Rainer Fader und Uwe Rettkowski deren gleich drei.

Aufgrund der Erkrankung von Ober-Seckel Peter Sauer, der sich auf dem Weg der Besserung befindet, übernahm dessen Vorgänger und Uralt-Seckel Peter Renz die feierliche Proklamation in der Café Bar Majolika.

Voreilig geboren

Auf den Geburtstag von Tobias Maurer hinweisend (7. November 1975) urteilte Renz: „Er hat damals keine vier Tage warten können und war schon immer etwas voreilig“. Maurer sei bislang achtmal mit Hilmar Bühler den Bach na gefahren. Inzwischen sei er bei den „Bittlosen“ in Sulgen gelandet, die auch Orden verliehen. Beide Gruppen würden die Narrensuppe würzen, „aber bei uns gibt es einen ordentlichen Ritterschlag“, machte Renz deutlich.

Bach-na-Fahrt war größter Wunsch

Die Laudatio von Fader übernahm dessen langjähriger Kumpel Tobias Profft. Sie seien beide bereits mit ihren Vätern bei der Sulgener Narrengruppe HOF-AG mitgelaufen. Später hätten sie die „Jungxellen Sulgen“ gegründet. Doch Rainers großer Wunsch sei es gewesen, den Bach runter zu schippern. 2013 sei ihm dieser erfüllt worden, ein Jahr später habe er die Fallers gedoubelt. „Ich bin gespannt, mit welchem Motto Rainer uns dieses Jahr erfreut“, spekulierte Profft.

Martin „Kuma“ Kuhner sprach vom edlen Kreis der Seckeles Gäules, den es stets zu erweitern gelte. Nach drei Jahren Corona-Pandemie verspüre man einen Stau, der aufgelöst werden müsse. Seckel bedeute kein Schimpfwort, sondern Spaß, Gaudi und Freude.

Uralt-Seckel Peter Renz (kniend) kürte Tobias Maurer (von links), Rainer Fader und Uwe Rettkowski als neue Seckel des Seckeles-Gäules-Club. Foto: Herzog

Mit Uwe Rettkowski habe ein verdienter Narr viele Höhepunkte im Tal und auf dem Sulgen gesetzt. Er sei ein kreativer Macher bei der Burg- und Brestenbergvereinigung beim Kappenabend in der schönen Aussicht gewesen, des weiteren Büttenredner beim Zunftball und Büttel. Außerdem habe Uwe viele Bühnenbilder der Schramberger Fasnet gestaltet und Mitgestalter der Sulgener Narrenzeitung „Der Krattenmacher“ der Hof-AG. „Er ist ein Meister des gesprochenen Wortes, ein Fasnetsmacher wie kein anderer mit Witz, Humor und Hintersinn. Er hat den Seckeles-Gäules-Orden mehr als verdient“, echauffierte Kuma den Auserwählten.

Gereimter Dank

Während Maurer sich darüber freute, der erste bittlose Seckel zu sein, wartete Rettkowski mit gereimten Versen auf. „Ihr macht mich stolz, auch ich bin schließlich aus dem Holz, aus dem man Narrenlarven schnitzt, hinter denen nicht nur Blödsinn sitzt. Bei aller scharfen Narretei, ist bei den Seckeln Geist dabei, im Herzen Mut und Kraft im Leib, die braucht‘s zum närrischen Zeitvertreib“. Musikalisch umrahmte eine Dixie-Band vom Tal die Ordensverleihung mit zünftigen Klängen. Nach der Kräftigung durch Flammkuchen und dem obligatorischen Gruppenfoto marschierte die Meute zur Schlüsselübergabe auf den Rathausplatz.