Die Seniorenfasnet im Bärensaal kam wieder einmal gut an. Es herrschte Partystimmung und neben Auftritten, die mit reichlich Humor gespickt waren, ertönten altbekannte Schlagerhits.
„Die Seniorenfasnacht ist dem Rotstift nicht zum Opfer gefallen. Und ich werde sie auch weiterhin verteidigen“, versicherte Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr am Dienstagnachmittag bei der Begrüßung zu Beginn der Seniorenfasnacht im Bärensaal. Sie freute sich, dass Vertreter der Narrenzünfte Schramberg, Sulgen, Waldmössingen, Tennenbronn und der Erzknappen die Gäste mit einem fröhlichen Brezelsegen auf eine „glückselige Fasnacht“ einstimmten.
Eisenlohrs besonderer Gruß galt neben den Veranstaltungsorganisatoren der Stadtverwaltung und des JUKS auch den Seniorengruppen des Spittel-Seniorenzentrums und der Tagespflege der Arbeiterwohlfahrt.
Der Einladung der Stadt Schramberg waren zudem rund 200 bunt gekleidete Gäste gefolgt, die ein gut zweistündiges Bühnenprogramm erwartete. Unter musikalischer Begleitung des Duos „Toms Wilder Süden“ war der Regler zum Feiern beim Publikum schnell von Null auf 100 gedreht, die „Hände zum Himmel“ gestreckt, mit der „Oma durch den Hühnerstall gefahren“ und ein mehrstimmig mitgesungenes „Prosit der Gemütlichkeit“ ausgerufen.
„Der Schramberger Narrenmarsch kommt zwar vom Band, dafür haben wir aber einen allseits bekannten Sänger gewinnen können“, kündigte Moderator der Veranstaltung und Social-Media-Beauftragter der Stadt Achim Ringwald den offenbar letzten Auftritt des Volksmusiksängers Werner Worpitz vom Sulgen an.
Der weit gereiste Freund Peter Alexanders und Udo Jürgens‘ sei bereits seit 65 Jahren im Showgeschäft tätig, sagte er: „Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Aber, sagt niemals nie“, ließ sich der Achtzigjährige ein Hintertürchen zur Bühne offen. Und auch Ringwald wusste Hoffnung zu verbreiten. Denn wenn Unika der Generation von Peter Renz Rückzug ankündigten, solle man einfach mal abwarten und schauen, was wirklich passiere, riet er augenzwinkernd. Diesmal jedenfalls klatschten, schunkelten und sangen die textsicheren und ebenfalls musikalisch versierten Narren noch einmal zu bekannten Seemannsliedern und Schlagern mit, wie „Junge, komm bald wieder“, „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ oder „Marina“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“.
Schon fast akrobatische Tanzeinlagen kamen von den Gardemädel des Zwischenballetts Waldmössingen und der Kindergarde Sulgen, die ohne Zugaben nicht von der Bühne gelassen wurden.
Das Zunftballett der Schramberger Narrenzunft „erzählte“ tanzend eine Geschichte von italienischen Signorinas, die im Straßencafé posierten, und von Kellnern und Pizzabäckern bedient wurden. Die bella Ragazze mussten ebenfalls noch mal auf die Bühne, um dem Publikum ihren Mambo-Schritt zu zeigen.
Dass die silberhaarigen Narren im Saal längst nicht zum alten Eisen zählten, bewiesen sie durch so manche Tanzeinlage im Anschluss ans offizielle Bühnenprogramm zu „Tutti Frutti“ und Co.