Oliver „Oli“ Merk ist das 56. gekürte Seckeles-Gäules-Club-Mitglied. Dass er ein richtiger Seckel ist, hatte er im Elsass bewiesen.
Bevor Oliver Merk im „Rocklorebäck“ am Samstag den ehrenvollen Orden von den Oberseckeln Uwe Hasemeile und Sven Kindler überreicht bekam, erlahmten die bis dahin bestens gelaunten Seckel in Schockstarre.
Obernarr Uwe Bauknecht platzte kurz nach Beginn der Versammlung mitten in die Gaststätte und zwang Kindler zur Unterbrechung. Wie er recherchiert habe, hätten Verwandte seines Opas und Schramberger Ur-Gesteins Franz Fus im US-Bundesstaat Minnesota schon vor 1988 einen „Seckeles-Horse-Club“ gegründet, dessen Name urheberrechtlich geschützt sei. Das Oberlandesgericht Düsseldorf habe deshalb entschieden, dass alle Seckel ihren Orden abgeben müssten.
„Das ist der Moment, wo man auf einen Schlag alle Seckel trifft“, so Bauknecht schadenfroh, um dann versöhnlichere Töne anzustimmen. „Ich habe von der Familie Fus den Auftrag erhalten, die Rechte an den Seckele-Gäules-Club in Schramberg zu übergeben. Die müssen aber beim Patentamt in München eingetragen werden“, forderte Bauknecht.
Rosensamen zum Valentinstag
Die 38. Ordensverleihung, so Kindler, falle zwar auf den Valentinstag. Rosen gebe es aber keine, sondern Rosensamen. Wenn dieser jetzt gesät werde, könnten die Blumen im nächsten Jahr verschenkt werden.
Bei der Gedenkminute für den am 22. Januar im Alter von 88 Jahren verstorbenen Erich Bauknecht sprach Kindler von einer prägenden Persönlichkeit der Da-Bach-na-Fahrt. Bauknecht sei insgesamt 28. Mal den Bach runtergeschippert und habe 1963 und 1964 den ersten Platz belegt.
Nicht alle Seckel nach Grönland
Rückblickend aufs Vergangene stellte der Seckel-Vorstand zu Donald Trumps Griff nach Grönland fest: „Jetzt weiß jedes Kind, dass nicht alle Seckel nach Grönland sind“.
Um Geld in die klamme Seckeles-Gäules-Kasse zu bringen, stellte der im Krankenhaus weilende Ehren-Oberseckel Peter Renz seine vor Tagen operierte Kniescheibe zur Versteigerung zur Verfügung, die Thomas Brantner leitete. Die Trophäe ergatterte sich Matthias Kaupp für 130 Euro. Im nächsten Jahr soll laut Renz der Blinddarm rauskommen.
Nach Auskunft von Hasenmeile gibt es für die Ordensverleihung gleich mehrere Kandidaten, die es verdient hätten, Seckel genannt zu werden. Die Frage werde künftig somit nicht wer, sondern wann lauten.
Die hohe Auszeichnung dürfe in diesem Jahr ein „Schafferle“ in Empfang nehmen, der nie auf der Bühne oder im Mittelpunkt gestanden habe. „Solche Schafferle gibt es heutzutage leider viel zu wenig“, bedauerte Hasenmeile und lüftete das Geheimnis: „Oli Merk hat sich erstmals 2004 zur Da-Bach-na-Fahrt angemeldet. Seit über zwei Jahrzehnte unterstützt er nun das närrische Spektakel“, hob der Oberseckel hervor.
Störung der Nachtruhe
Oli sei wirklich ein Seckel, bekräftigte er. Bei einem Camping-Urlaub mit Kumpels im elsässischen Eguisheim habe er nach einer Weinprobe nachts auf dem Heimweg zum Campingplatz laut den Schramberger Narrenmarsch gesungen. Die Anwohner hätten sich in ihrer Nachtruhe gestört gefühlt. „Das war eine besondere Art der Deutsch-Französischen Freundschaft“, interpretierte Hasenmeile grinsend, um dann mit Vorstandskollege Kindler die Kürung vorzunehmen.
Danach zur Schlüsselübergabe
Nach der kulinarischen Stärkung mit einer Linsensuppe und dem traditionellen Gruppenfoto vor dem Lokal schlenderten die „Seckel“ zur Schlüsselübergabe auf den Rathaus-Platz.