Zur Fasnet wird es in Rottweil am Montag und am Dienstag jeweils einen Narrensprung geben – in bislang nie dagewesener Art und Weise. Foto: Schnekenburger

Die Nachricht, dass die Narrensprünge stattfinden können, verbreitete sich am Mittwochabend in Windeseile – auch über die sozialen Netzwerke. Beim Pressegespräch legen Zunft und Stadtverwaltung nun mit Infos nochmal nach.

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Rottweil - Narrenkarten im Vorverkauf, Eintrittskarten für die Besucher, eine abgesperrte Innenstadt und strenge Kontrollen – das dürfte es beim Rottweiler Narrensprung so vermutlich noch nie gegeben haben. Aber um in diesem Jahr eine Fastnacht in Rottweil zu ermöglichen, haben Narrenzunft und Stadtverwaltung keine Mühen und Hürden gescheut. Nicht mal von der Aussage von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Umzügen eine klare Absage erteilte, ließen sie entmutigen.

Eine große Kalthalle

"Wir sind seit Oktober mit der Stadtverwaltung im Gespräch, und am Dienstag vergangener Woche kam dann zum Glück nochmals eine Änderung der Corona-Verordnung", freut sich Narrenmeister Christoph Bechtold am Donnerstag im Pressegespräch über die glückliche Fügung. "Durch die Tatsache, dass wir in Rottweil eine Strecke als Veranstaltungsraum definieren können, die ohne Kontrolle nicht zugänglich ist, sind wir im Gegensatz zu vielen anderen Zünften in der Lage, 2G plus auch umsetzen zu können. Der Veranstaltungsraum ist bei uns quasi eine große Kalthalle, bei der die Zugänge mit Sicherheitsdiensten und Polizei kontrolliert werden", erklärt der Narrenmeister. In enger Abstimmung mit Sozialministerium, Gesundheitsamt, Polizei, und Stadtverwaltung habe man das "Fastnachtspaket" jetzt innerhalb einer Woche geschnürt – zwar mit Einschränkungen, aber immerhin.

1000 Narren und 4500 Zuschauer

Aber wie muss sich Narr, oder Zuschauer das ganze jetzt vorstellen? "Die Narren werden von fünf Musikkapellen begleitet, auch die Rössle sind dabei. Den Reitern mussten wir aus Sicherheitsgründen allerdings schweren Herzens absagen. Die Sprungstrecke geht vom Schwarzen Tor bis zum Spital", informiert der Narrenmeister. Um alle Hygieneregeln einhalten zu können, müsse man die Zugänge zur Umzugsstrecke absperren. "Das ist aufgrund der Bebauung aber ganz einfach möglich", betont Bürgermeister Christian Ruf, der allerdings sofort sämtliche Ideen, man könne vielleicht als Zaungast einen Blick auf das Geschehen erhaschen, eine Absage erteilt. "Es wird einen Sichtschutz geben", sagt er.

In dem abgesperrten Bereich ist es dann möglich, mit 1000 Narren und 4500 Zuschauern den Narrensprung stattfinden zu lassen. Solang die Narren oberhalb des Schwarzen Tores die Larve oben haben, gilt für sie FFP2-Maskenpflicht. Auch die Zuschauer müssen die gesamte Zeit über FFP2-Maske tragen. Wer nicht geboostert ist, benötigt einen tagesaktuellen Test, "übrigens auch die Kinder, da es während der Ferien ja keine Schultestungen gibt", so Bechtold.

Strecke mit Sichtschutz abgeschirmt

Der Bajassumzug und die Proklamation am Sonntag finden allerdings wie auch der Sprung am Dienstagnachmittag nicht statt. "Damit die Kinder nicht allzu enttäuscht sind, werden an sie am Samstag Berliner ausgegeben und am Sonntag bekommen alle Kinder mit Kindernarrenkarte eine Rote Wurst.

Vorverkauf zunächst nur für Mitglieder

Und apropos Narrenkarten: die gibt es in diesem Jahr im Vorverkauf. Am Samstag für die Mitglieder der Zunft. Was dann an Karten noch übrig ist, geht am Montag, 21. Februar, in den allgemeinen Vorverkauf. Eine Person erhält maximal zwei Narrenkarten und fünf Besuchereintrittskarten. Besucherkarten kosten einen Euro pro Stück. Narren- und Besucherkarten können bei der Tourist-Info, bei Intersport Kirsner, Kopf Haushaltswaren und im Lederhaus Spitznagel erworben werden. "Es wird allerdings keine Tageskasse für die Karten geben. Außerdem müssen Narren und Besucher nicht nur ihren 2G-plus-Nachweis vorzeigen, sondern auch ein gültiges Ausweisdokument", weist Bürgermeister Ruf hin.

"Großer Dank und Respekt gilt insbesondere den Ehrenamtlichen der Narrenzunft, die keine Mühen gescheut haben, um nach zwei Jahren Pandemie wieder einen Narrensprung auf die Beine zu stellen", sagte Oberbürgermeister Ralf Broß. Er freut sich, dass wenigstens "Fastnacht im kleinen Kreis" stattfinden kann.