Göllsdorfs Oberabstauber Uwe Meier sendet seine Mannen in Frack und Zylinder mit launigen Worten aus. Für die Rottweiler Obrigkeit hat er so manche Kritik parat.
„Jetzt Grüß Gott ihr liabe Leut, Dreikönig isch’s schoh wieder heut. Erscht letztens saßen wir doch hier beisamm, so schnell vergeht die Zeit, mir wird’s ganz klamm“, mit diesen Worten begrüßte der Göllsdorfer Oberabstauber Uwe Meier am Dreikönigstag seine Kollegen in Frack und Zylinder sowie die Gäste im Gasthaus Sonne. Das närrische Publikum, darunter der neue Ortsvorsteher Reiner Hils, lauschte gespannt den Ausführungen .
Meier hatte eine ganze Reihe guter Ratschläge für seine Kollegen aus dem Dörfle am Fuß des Dissenhorns parat, die ihre Köfferchen bereits mit allen Utensilien gut bestückt hatten. Er gab aber auch kritische Erläuterungen zur Entwicklung im „Städtle“. „Die kommet in dera Stadt auf die schönschta Ideen, und ganz oba danna, de Dr. Guf und d’Frau Rähn. De Friedrichsplatz wellad se ummodla, mit schöne Bäume, manche Stadträt hond do die schönsten Träume. Eine Flaniermeile, mit viel Grün, die bauet Luftschlösser, die sind ganz schön kühn“, so Meier.
Auch die Landesgartenschau lässt den Oberabstauber nicht kalt: „Dia Landesgartenschau steigt so manchem arg in sein Kopf, was do dafür Geld do isch, do kriagsch en Kropf“, reimte er weiter und kam dann auf das Brückenthema – die Landesgartenschaubrücke und die mit der Hängepartie... „Ach jo, wenn mir grad dra sind, an de Brücka, es gibt immer noch im Landesgartenschau-Programm eine Lücke. Und zwar selle, wo a mol soll hängen, dia soll die Superlative werden, um Längen. Dia Hängebrück über’s Neckartal, dia soll’s moll reißa, aber bis dia mol hanget, i kennt mi wegschmeißa. Bis do mol de Erschte drüber laufa kann, erntet mir de bescht Riesling am Schwarza Felsa, Süd-Hang“.
Ein Millionengrab
Aus dem eigenen Flecken gab es zudem ebenfalls Neues zu berichten. „Mir hon en neue Schultes in Göllsdorf, kann ich heute berichten. De Hilsa Reiner, der Mann ischt bekannt, als Brennesselbauer im ganzen Land. Er isch jo schon Jahrzehnte politisch unterwegs verlässt nie seinen Pfad, immer der Spur nach, geradewegs“. Das Millionengrab der Landratsamtsbaustelle ließ Meier ebenfalls nicht aus. Dem Oberabstauber war nichts entgangen.
Im Anschluss entsandte er seine Kollegen in die Häuser, und gab ihnen noch so manchen guten Tipp mit auf den Weg. „Schwetzad zum Spaß und jo keinen Mist an die Leit,die solled an euch und euerm Tun haben a Freud“, sagte er. Und zu den Klängen des Narrenmarsches, gespielt von einer Abordnung des Musikvereins, zogen die Abstauber dann los.