Erst gab es einen Umzug mit Disney-Schloss und Saloonwagen, dann den Schauprozess gegen „Unsolda Moserin“. In Obernheim eskalierte die Fasnet bis zur Urteilsverkündung.
Wo gibt es Disneywagen, die wie eine Märchenburg gestaltet sind, Saloonwagen im Westernstil oder den „Hühnerstall am Wochenberg“ mit frei laufenden „großen“ Hühnern? Auf der Fasnet in Obernheim. Mehrere befreundete Fasnetsgruppen von nah und fern bereicherten den großen Umzug durch Obernheim und trieben ihre Scherze mit den Zuschauern. Die machten den Schabernack gerne mit und freuten sich über ausgeteilte Leckereien.
Dabei unterhielten die vielen Närrinnen und Narren die Zaungäste mit witzigen Verkleidungen, fetziger Musik und eleganten Darbietungen. Selbst die Minions, 101 Dalmatiner, der Schäfer mit seinen „großen“ zweibeinigen Schafen, mehrere Schwarzwurstmariechen und Hippies im Flower-Power-Stil und „Cannabus“ bereicherten den närrischen Umzug.
So gut unterhalten verging die Zeit wie im Flug. Spektakulär wurde es anschließend beim Schauprozess der Obernheimer Hexe „Unsolda Moserin“. Die setzte sich vor ihrer Verhaftung kräftig zur Wehr und machte es den Landsknechten nicht leicht, sie einzufangen. Letztendlich gelang es denen aber doch, und die „Unsolda Moserin“ musste sich dem närrischen Gericht stellen.
Das verurteilte sie für allerhand Unheil und beschuldigte sie schließlich der Hexerei. Erst nach der Folter gab sie kleinlaut alles zu. Die Hexe versuchte, die Schöffen bei ihrem Urteil milde zu stimmen, hatte aber nur wenig Erfolg. Zusammen mit dem Oberrichter verurteilten sie die Angeklagte zur Verbrennung.
Aber die Hexe wäre keine Hexe, wenn sie sich nicht aus der misslichen Lage befreien könnte. Selbstverständlich wurde sie heutzutage nicht mehr selbst verbrannt, sondern eine Attrappe. Die eigentlich verurteilte Hexe tauchte beim abendlichen Fasnetsprogramm zwischen ihren vielen Obernheimer Hexenfreundinnen in der örtlichen Festhalle unter und feierte noch eine närrische Zeit mit vielen anderen Fasnetsfreunden.