Wenn es heißt „’S goht dagega“, ist für die Oberndorfer Schantlekapellen Üben angesagt. Auch mitten im Sommer. Verstärkung ist unterdessen hochwillkommen.
Die Schantlekapellen Oberndorf und Lindenhof sind längst ein wichtiger Bestandteil der Oberndorfer Fasnet. Sobald sie den „Holzhacker“ anstimmen, klatschen alle mit, und wenn der jeweilige Dirigent „drei, vier“ ruft und seinen Taktstock nach oben hält, sind die Leute bereit zum Schunkeln.
Wie in jedem Verein sind auch die Schantlekapellen auf Nachwuchs angewiesen. Sie suchen Menschen, die bereits über musikalisches Vorwissen in irgendeiner Form verfügen oder, ganz einfach gesagt, die Noten lesen können und schon mal ein Instrument gelernt haben. Das kann gerne Akkordeon sein – muss aber nicht.
Akkordeon und Hilfe stehen zur Verfügung
Akkordeons zum Üben und Noten stellen die Kapellen bereit. Zudem bekommen die Interessierten Hilfe durch Akkordeonisten. Ziel für die Nachwuchsspielerinnen und -spieler soll sein, dass sie alleine oder auch in Gruppen die wichtigen Stücke für die Fasnet lernen. Und dieses Repertoire reicht deutlich über den Narrenmarsch und die „Schunkelrunde“ hinaus.
Fragen stellen und Tipps holen sich Interessierte dann bei persönlichen Treffen. Übrigens, so traditionsreich die Geschichte der Schantlekapellen auch ist, man kann sich die Musik auch ziemlich modern „draufschaffen“, denn Günther Friedmansky stellt auch Videos zum Üben zur Verfügung. Dabei filmt er das Akkordeon, und man kann die Griffe für die Stücke imitieren und die Musik quasi nachspielen.
Kooperation bei der Nachwucharbeit
Die beiden Schantlekapellen arbeiten bei der Nachwuchssuche zusammen. Ziel der Dirigenten Christoph Seidel und Hubert Märländer bei der Besetzung ist es, dass es „nicht schlimm ist, wenn auch mal jemand ausfällt“.
Während die Kapellen am Schlagzeug gut ausgestattet sind, brauchen sie allerdings viele Akkordeons für den unverkennbaren Sound auf Oberndorfs Straßen an der Fasnet.
„Wenn jemand Vollgas gibt und schon an der nächsten Fasnet bereit ist, darf er gerne schon mitspielen“, erklärt Christoph Seidel. „Um es mal auszuprobieren, kann der oder diejenige schon bei uns am Kinderumzug mitspielen“, ergänzt Hubert Märländer.
Anfangs können die Kapellen neben dem Akkordeon auch einen Schantle zur Verfügung stellen.
Schantlekapellen sind Publikumsliebling
„Das Schöne an der Schantlekapelle ist, man kommt in Häuser rein, in die man sonst nie reinkommt“, sagt Christoph Seidel. Es gibt nämlich nicht nur die Auftritte auf der Straße – die Kapellen ziehen nach den Umzügen noch weiter. „Wenn wir in eine Wirtschaft reinkommen, dann haben wir schon unsere Fangemeinde, das ist immer gute Stimmung“, ergänzt er. Die Schantle werden von den Menschen mit großer Herzlichkeit empfangen, und wer an der Fasnet einmal mitgemacht hätte, käme immer wieder, so Seidel.
Bei der Schantlekapelle Lindenhof ist das Besondere der Schantlewagen am Samstag. „Man spielt in den Häusern, auf den Straßen, und die Kinder rennen hinterher – das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Hubert Märländer.
Unterm Jahr sei es eher ruhig. Früher habe man öfter auf Geburtstagen gespielt, doch die Musikerinnen und Musiker sind in Deutschland verstreut und fänden teilweise nur an der Fasnet den Weg nach Oberndorf.
Anmeldung und Beginn
Ab sofort können sich Interessierte melden unter schantlekapellen@gmx.de oder auf den Social-Media-Kanälen der Kapellen. Sobald sich eine kleine Gruppe bildet, beginnt das Üben der Stücke. Ob die Nachwuchs-Akkordeonisten alleine oder in der Gruppe spielen und wie oft, das lassen die Dirigenten den Musikern offen.