Wer sorgt für die 20 000 Brezeln, die bei der Oberndorfer Fasnet unters Volk kommen? Unser Leser Alois Bushart will einen ganz besonderen Berufszweig würdigen.
An der Fasnet werden in Oberndorf 20 000 Brezeln ausgeworfen oder gar mehr. Dahinter steckt die schöne Idee, die Mitmenschen zu beschenken. Die Gründungsväter dazumal hatten wohl ein Herz für arme Kinder, die gab es in der Zeit noch zuhauf. Eine Brezel oder rote Wurst zu ergattern, musste erkämpft werden.
So entstand daraus vermutlich das „Rammeln“. Wobei alle ihren Spaß hatten, die Schenker und die Beschenkten.
Schwaben und Bayern
Das Wort „Brezel“ kommt aus dem Lateinischen: Bracium – am Gebilde mit gekreuzten Armen wurden im Mittelalter in der Fastenzeit in den Klöstern gebacken. Jede Brezel ist ein Gebilde mit viel Handarbeit.
Eine schwäbische Brezel hat ein aufgeschlitztes Bäuchle und dünne Ärmle, nicht so fantasielos wir ihr bayrisches Gegenstück, die Brezn, die umfänglich fast gleichdick ist – geradezu eine Beleidigung für die schwäbische. Die Bäcker sind die Ärmsten an der Fasnet, denn Tausende wollen gebacken sein und zur Fasnet möchte man ja auch. Also ein Hoch auf die wackeren Bäcker!
Wo aber in aller Welt gibt es etwas Vergleichbares an der Fasnet mit der Idee des Schenkens, wobei jedoch der Humor nicht zu kurz kommt? Das ist einmalig und darauf darf man in Oberndorf und Umgebung stolz sein. Dromm isch der Tag au so fraidereich.
Alois Bushart, EpfendorfSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.