„Genießt die wunderbaren Tage voller Lebensfreude“ – das ließ sich die Abordnung aus der Partnerstadt Thierville sur Meuse beim Besuch in Oberndorf nicht zweimal sagen.
Die Freunde aus Frankreich begrüßten die Oberndorfer Schantlekapelle am Rosenmontag mit Schunkeln, Klatschen und gezückten Handys.
Im vergangenen Jahr war es eher ein Überraschungsbesuch, doch angetan von der Freude und Begeisterung der französischen Freunde, hatte Dirigent Christoph Seidel die musikalische Aufwartung heuer fest eingeplant. Schnell noch seine Fremdsprachenkenntnisse aufgefrischt, war ihm der Applaus der Delegation für seine Willkommensworte gewiss.
Auch in diesem Jahr sah man neue Gesichter, die in den Genuss der närrischen Auszeit in der Partnerstadt kamen – darauf achtet man stets bei der Einladung. Herzlich war auch das Willkommen von Bürgermeister Matthias Winter. Wertschätzende Worte fand er für den Bürgermeister von Thierville, Claude Antion, für den es der letzte offizielle Besuch in Oberndorf war, da er bei den kommenden Kommunalwahlen nicht mehr antritt.
Er habe 26 Jahre lang die Deutsch-Französische Freundschaft in verantwortlicher Position mitgeprägt, und so hoffe und wünsche Winter, dass die Städtepartnerschaft auch künftig Bestand haben und von einer Basis getragen werde, die über die Schüleraustausche und Vereinsaktivitäten hinausgehe.
Freundschaft mehr denn je bedeutsam
Mehr denn je sei die Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland auf europäischer Ebene bedeutsam, um den nationalistischen Kräften entgegenzuwirken. Die primäre Ebene aber, auf welcher etwas wachsen und dauern könne, sei das Kennenlernen und die Entwicklung von Verständnis und Akzeptanz im Austausch, so wie es Thierville und Oberndorf seit nunmehr 44 Jahren pflegen.
Claude Antion sichtlich gerührt
„Heute gehen für mich offiziell 26 Jahre Städtepartnerschaft Thierville sur Meuse und Oberndorf zu Ende“ sagte Claude Antion sichtlich gerührt. Man habe sehr gut und vor allen Dingen harmonisch zusammengearbeitet. Er zeigte sich aber auch überzeugt, dass die neue Stadtverwaltung das fortsetzen werde, was man so erfolgreich auf den Weg gebracht habe.
Mit Europa ging Claude Antion hart ins Gericht ging. „Alle wollen sie ein gemeinsames Europa, doch niemand will etwas von seinen Rechten aufgeben und jeder stellt seine eigenen Bedürfnisse vorne an“ – so brachte er auf den Punkt, dass man im Reden verharrt und die Taten ausbleiben. Doch nun hoffe er, dass ihm sein Ruhestand noch glückliche Tage beschere und dass der neue Stadtrat ihn zur nächsten Fahrt nach Oberndorf einlade. Seine letzte Amtshandlung im Sinne der Jumelage sei der Empfang der deutschen Schüler im März.
Dass dieser Austausch nach Corona wieder Fahrt aufnehmen konnte, ist dem Oberndorfer Schulleiter Dirk Weigold zu verdanken, der nun einen engen Kontakt pflegt. Für Detlef und Patricia Hagedorn, die tragenden Säulen dieser deutsch-französischen Städtepartnerschaft, die auch am Rosenmontag wieder zum sprachlichen und organisatorischen Dreh -und Angelpunkt wurden, ändert sich durch die Kommunalwahl in Thierville nichts. „Wir kennen alle und können mit allen“ – so das Ehepaar.
Und dann dominierte das gesellige Miteinander und die Vorfreude auf den Narrensprung, den man wieder von exponierter Stelle aus bewundern durfte.