Das Garde-Racing-Team fährt beim Zunftabend in Neudingen allen davon. Foto: Rainer Bombardi

Zunftball in Neudingen punktet mit vielen Höhepunkten. Darunter ein Flashmob zum Fastnachtshit 2026.

Der Zunftabend der Neudinger Klosternarren war bereits weit fortgeschritten, als der Elferrat mit dem wohl kürzesten Musical der Welt das Publikum in der Mehrzweckhalle begeisterte.

 

Die Hälfte der honorigen Räte schmückte als tanzende Tannen die Bühne, ehe die andere Hälfte als Holzfäller ebenso tänzerisch dazu ansetzte, eine Tanne zu fällen. Dass sich die Tanne danach wieder aufrichtete, sollte die Wiederaufforstung symbolisieren. Das Ende der Geschichte führte zu einem tollen und farbenfrohen Schlussbild, in dem sich die Holzfäller und die Tannen Hand in Hand präsentierten.

Die Zugabe erfolgte in Form der Verlosung der Tombolapreise, deren Hauptpreise der Kindernarrenbaum vor dem Kindergarten und der Narrenbaum im Ort waren.

Bäume sind Tombola-Hauptpreise

Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt bestens, was auch am kurzweiligen Programm der Klosternarren gelegen hatte. Zum Auftakt betraten die stolzen Narren mit ihren sonnenkranzumgarnten Gesichtern die Bühne. Mit ihrem Brauchtumstanz tauchten sie das Publikum in den Zunftball ein. Der Traditionstanz der Garde folgte. Nach diesem beinahe festlichen Auftakt prägten Humor, Theater, Sprache, Gesang und Musik das weitere närrische Geschehen des Abends.

Ein Soloauftritt von Christian Föhrenbach oder der Auftritt von Moly aus Grüningen alias Roland Limberger brachten die Stimmung noch vor der Pause auf Hochtouren. Mitten ins Dorf- und Stadtgeschehen, dorthin, wo sich Wahrheit, Gerüchte und irgendetwas zwischendrin vermischen, entführten die Lumbazies. Ihr Gesangsauftritt beschäftigte sich unter anderem mit der Mehrzweckhalle, deren historische Facetten allmählich reif fürs Museum sind. Unerwartet, aber dafür umso begeisterter ließ sich das Publikum zu einem Hästräger-Flashmob zum Fasnachtshit 2026 hinreißen. Mit guter Laune nach oben, nach unter, nach vorne, nach hinten, nach links und nach rechts steckten so manche Narren ihre Tischnachbarn an.

Der Flashmob hielt nur noch wenige auf den Sitzen. Um den gewonnenen Schwung zu halten, hielten die für einen Abend als Zunftmusik agierenden Milibach-Musikanten mit einem weiteren Partyhit das Stimmungslevel am Kochen.

Hits bringen in Schwung

Inzwischen hatten die Gardedamen ihre gelb-blauen Uniformen gegen windschnittige Rennfahrer-Klamotten getauscht. Von Brauchtum war im zweiten Teil keine Spur mehr zu erkennen, vielmehr huschten sie in Windeseile über die Bühne.

In rasantem Tempo und mit schnellen Schritten eroberten sie rasch die Gunst des Publikums. Diesem entlockten sie reichlich Zugaberufe und Beifall. Nach einer kurzen Verschnaufpause setzte die Zunft zum Schlussspurt an.

In einem schauspielerischen Dialog mitten im Wald plauderten Frank Feder und Lorenz Preis zuerst auf dem Naturklo und später als Woodstock-Mädels 2025 über die Begebenheiten im vergangenen Jahr. In der Kulisse des Schwarzwaldes sprudelten ihre Ideen und Dialoge wie ein Wasserfall aus ihnen heraus. Das Publikum hatte aufgrund der Anekdoten einiges zum Schmunzeln.

Besondere Ehrung

Zufrieden mit dem Verlauf des Abends war auch Stefan Willems, der den 14 Mitglieder starken Zunftrat anführt. Willems war es auch, der das Publikum zu Beginn auf einen kurzweiligen Abend eingestimmt hatte; er hatte dabei nicht zu viel versprochen.

Eine besondere Ehrung erhielt auch im Auftrag der Schwarzwälder Narrenvereinigung Beate Keller, die schon seit 50 Jahren aktiv als Klosternarr in der im Jahr 1959 gegründeten Neudinger Narrenzunft mitwirkt.