Mit einem großen Jubiläumswochenende feiert die Margrethausener Narrenzunft „Runkelriabaweible“ ihr 20-jähriges Bestehen. Neu seit diesem Jahr: die Gruppe „Riaba-Musigg“.
Margrethausen steht von Donnerstag bis Sonntag, 12. bis 15. Februar, eine große Narrenparty ins Haus. Werbebanner kündigen schon in verschiedenen Teilen Albstadts die Jubiläumsfeierlichkeiten der Narrenzunft „Runkelriabaweible“ an. Die Margrethauser Zunft, bekannt für ihre kreativen und gut besuchten Dorfumzüge, feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag.
Das Jubiläums-Wochenende wird am Schmotzigen Donnerstag, 12. Februar, mit dem sogenannten „6e Wecken“ begonnen. Mit viel Lärm werden die Bürger in Margrethausen aus dem Bett geholt.
Später kommen die Kinder auf ihre Kosten: Die Narren besuchen den Kindergarten. Gegen 10.30 Uhr wird traditionell Ortsvorsteher Markus Deufel seines Amtes enthoben. Deufel und die Bevölkerung sind danach zum Eier- und Speck-Essen einzuladen.
„Wilder Umzug“ durch Margrethausen
Das Programm geht um 17 Uhr weiter: Dann startet ein „Wilder Umzug“ durch Margrethausen, zu dem jegliche Narren, ob groß oder klein, ob im Verein oder einfach so närrisch, eingeladen sind.
Der Tag klingt mit Schlachtplatte und Barbetrieb im Stüble der „Runkelriabaweible“ aus. An Fahrt nimmt das Jubiläumswochenende am Samstag, 14. Februar, weiter auf.
„Runkelriaba-Fezede“ restlos ausverkauft
Wie jedes Jahr steht die „Runkelriaba-Fezede“ mit der Band Hautnah auf dem Programm, die erneut nach wenigen Stunden restlos ausverkauft war. Einlass ist um 19.09 Uhr, Beginn um 20.11 Uhr.Den Höhepunkt des Wochenendes stellt dann der Festumzug am Sonntag, 15. Februar, mit anschließender Party im Zelt auf dem Schulhof dar. Start ist um 13:31 Uhr.
Im Jubiläumsjahr ist am Fasnetssonntag zudem eine Besonderheit geboten. Ab 9 Uhr findet eine Narrenmesse in der St.-Margareta-Kirche statt. Die „Runkelriabaweible“ hoffen auf ein tolles Wochenende mit vielen Gästen und guter Stimmung, wie sie in einer Ankündigung berichten.
Im Jahr 2006 von zwölf Mitgliedern gegründet
Die Tradition der Margrethausener Zunft besteht seit dem Jahr 2006. Gegründet wurden die „Runkelriabaweible“ am 18. März jenen Jahres von zwölf Gründungsmitgliedern.
Mittlerweile ist die Zunft auf eine stolze Größe von 122 aktiven und 77 passiven Mitgliedern angewachsen. Und auch wenn die Anfänge nicht leicht gewesen seien, habe man sich inzwischen fest in der Dorfgemeinschaft etabliert, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion. Auch der Schlachtruf „Runkelriaba-Weible“ sei mittlerweile über Albstadt hinaus bekannt.
Und die Zunft wächst weiter: Seit diesem Jahr ist die neue Gruppe „Riaba-Musigg“ mit dabei und begleitet die Narren musikalisch bei ihren Veranstaltungen. „Wir sind sehr froh, dass wir die ‚Riaba-Musigg‘ nun dabeihaben, denn mit Musik macht jeder Umzug und jede andere Veranstaltung einfach mehr Spaß“, betonen die Narren weiter. Die Geschichte der „Runkelriabaweible“ bezieht sich indes auf eine harte Zeit in Margrethausen: Im Jahre 1816/17 stürzte eine Klimakatastrophe die Menschen in ein Unglück. Heute spreche man über die damalige Zeit von der „kleinen Eiszeit“.
Historischer Bezug zu harter Zeit
Vor allem auf der Alb sei das Wetter von einem strengen Winter geprägt gewesen. In der Folge haben die Bauern zu der Zeit kaum Nahrung ernten können. Wein, Obst, Kartoffeln oder Fleisch – nahezu alles sei auf der Alb verdorben gewesen. Die Armut und der Hunger waren groß: Die Menschen waren gezwungen, Runkelrüben, Kohlrüben und die Wurzeln der wilden Möhre zu essen. Die Runkelrüben wurden sogar gemahlen und geröstet, um daraus Kaffee zu machen.
Um jene harte Zeit für Margrethausen nicht zu vergessen, soll in Anlehnung an die Runkelrübe das „Runkelriabaweible“ eine Figur darstellen, die an diese Geschehnisse erinnert, erklärt die Narrenzunft ihren historischen Hintergrund. Die Maske soll daher eine hungrige Bäuerin darstellen.
Die in diesem Jahr kurze Fasnetssaison ist in Margrethausen bereits erfolgreich gestartet. Häs-Abstauben, Weible erwecken und Narrentaufe gingen bereits über die Bühne. Dabei seien auch die Gründungsmitglieder besonders geehrt worden. Ohne sie könnte kommende Woche kein Jubiläum gefeiert werden.