Der Loßburger Schultes durfte den Rathausschlüssel behalten – vorerst zumindest. Doch der Hexenmeister versprach: Die Abrechnung wird ihm später noch gemacht.
So hatte es sich die Narrenzunft Loßburg mit ihren Schlossberghexen und Kinziggeistern nicht vorgestellt. Der Schultes Christoph Enderle konnte am Schmotziga Donnerstag nicht entmachtet werden. Eine heftige Erkältung hatte den Bürgermeister niedergestreckt. Statt den Narren beim Rathaussturm die Leviten zu lesen, musste der Schultes auf den gelben Schein zurückgreifen.
So erfolgte keine Antwort als Hexenmeister Michael Merz mit Geistermeister Sascha Rauter und der gesamten Narrenschar lauthals rief: „Bürgermeister, komm’ raus, wir sind hier unten in der Garage.“ Dorthin musste der Rathaussturm kurzfristig, wegen des anhaltenden und starken Regens, verlegt werden. Spaß hätte es im Freien sicherlich nicht gemacht.
Abrechnung wird vertagt
Und so gab Merz den Rathausangestellten eine Botschaft für Enderle mit, die lautete: „Hör’ gut zu, krank sein in der Fasnet ist kein Tabu. Ohne dich ist aber auch was los.“ Die Abrechnung, was so alles im Rathaus los war, musste auf später vertagt werden. Material sei genügend vorhanden, aber ohne den Bürgermeister mache es keinen Spaß. Der symbolische Rathausschlüssel blieb daher im Zimmer des Schultes.
Doch die Loßburger Narren wissen auch so, wie man im Rathaus den berühmten Schlüssel entern kann. Für Stimmung sorgten die Hexaheuler. Titel wie „Sail“ oder „Funky“ kamen an. Neu im Programm haben die Freudenstädter Hexaheuler den Titel „Brass Medley, Bought and Sold“. Festgestellt wurde, dass die Rathausgarage für solche Töne gut geeignet ist.
33 Jahre Hexaheuler
15 Ausfahrten stehen 2026 für die Hexaheuler an, berichtete deren Dirigent Timo Gaiser. Der hat seine Gruppe mit 65 Mitspielern im Griff. 14-tägig üben die Musiker, auch ein Probewochenende gab es. Jetzt schon erinnerte Gaiser daran, dass 2028 das 33-jährige Bestehen der Hexaheuler groß gefeiert werden soll.
Mit den Ricka-Hexa und den Heimbach-Hexa wurden zwei Zünfte aus Betzweiler-Wälde begrüßt. Ebenso wurden die „Bellestoa Dämone Wittendorf“ von der Narrenzunft Wittendorf willkommen geheißen.
Partyhit bis Mitternacht
An einer großen Bar konnten sich die Gäste mit allerlei Getränken versorgen. Dazu gab es „Loss Burger Pulled Schäufele“, serviert von den „Bierfreunden von Roth“, die sich 2024 gegründet haben. Auch sonst wurde zur Schmotziga-Party manches geboten.
DJ Fichtenwald legte bis um Mitternacht Partyhits auf. Nicht fehlen durften das Lied „Wackelkontakt“ und andere Gassenhauer.
Als Stargast kündigte sich gegen später Andreas Winter an, besser bekannt unter dem Künstlernamen „Andi schiebt anders“. Er ist von seinen Auftritten im „Bierkönig“ auf Mallorca bekannt. Die Jubelstimmung war groß.