Stellen die Narren ansonsten gerne Bäume zum Beginn der Fasnetszeit auf, haben sich die Locherhofer Hecke-Pfiefer etwas für sie Passenderes ausgesucht.
Mit den Geisterstein-Hexen Locherhof, Heuliecherzunft Mariazell (wir berichteten) und der Narrengilde Hecke-Pfiefer Locherhof haben im Fasnet verrückten Eschbronn drei Narrenvereine mit unterschiedlichen Ritualien die fünfte Jahreszeit am Dreikönigstag eingeläutet.
Nach dem Aufstellen des riesengroßen Dreschpflegels am Dorfbrunnen wurde auf dem Pausenhof der Turnhalle das Dinkelkorn nach altem Brauch aus den Strohähren geschlagen. Begleitet wurde die Zeremonie mit dem Tanz der Mägde drumherum, den Klängen der Drescher-Polka und endete mit dem Hochheben der Einzelfigur „Krätzemaale“, die einen Uhrenhändler symbolisiert.
Die Gilde-Vorstände Christine Schwenk, Sandro Binnig und Mike Schwenk zeigten einmal mehr ihr Talent im Reimen. Nachdem die Drescher um die Putzmühle gehetzt seien, beginne für die Narren die schönste Jahreszeit im „Diefa“, auf die man sich fast ein Jahr lang gefreut habe.
„Bis zum 4. März können wir die Fasnet ausgiebig genießen, und natürlich auch öfters begießen. Mir gen dann auch wieder ordentlich fort und reisen zu 13 Terminen aus dem Ort“, blickte Binnig auf einen vollen Terminkalender und nutzte die Gelegenheit, um einige Missstände in der Gemeinde in Erinnerung zu rufen. Trotz der bevorstehenden Ortsjubiläen habe der Bürgermeister jetzt schon Sparmaßnahmen umgesetzt.
Sparen beim Porto
Die Weihnachtskarten aus dem Rathaus seien digital verschickt worden und der Audi TT von Bianca Näger werde jetzt gelb bedruckt, „weil sie die Gemeindepost persönlich in die Briefkästen schuckt“. Das größte Einsparpotenzial gäbe es jedoch im Schachen. „Nur 17 Sekunden von Latern zu Latern, des langet it, wenn mer langsam goht. Do muas sich de Esel beeile, weil er sonst wieder im Dunkle stoht. Dass jede ander Lamp im Ort immer scho um halb elfe erlischt, finden wir isch halt scho en rechte Mischt“, klagten die Vorstände. Aber auch sonst passierten im „Örtle“ Sachen, die fassungslos sie machten. „Seit 20 Johr dän mir am Aschermittwoch dia gleiche Geldbeutel hole, aber letztes Johr hen se dia uns eifach mol gstohle.“
Acht neue Kleidlesträger
Acht neue Hecke-Pfiefer wurde nach genauer Kleidleprüfung der Narrenschlag erteilt. Angesichts des großen Zulaufs an Neu-Mitglieder sei bald ein Doppeldeckerbus erforderlich, scherzte Binnig und sorgte beim Vorlesen der Narrengesetze für das eine und andere Schmunzeln in den Besucherreihen.
Narren geehrt
Einen Ordensanhänger in Form eines Dreschflegels für fünfjährige Mitgliedschaft erhielten Janette Schwenk, Uli Ruoff, Georg Rapp, Eva Bochinger und Jule Fichter.
Im Anschluss trafen sich die Locherhofer Narren in der Turnhalle zum Mittagessen und Zusammensein.
Info
Das Schnurren
zum Gemeindejubiläum findet am Samstag, 10. Januar, 2026 statt.