Traumschiff-Stimmung beim Ball in Hüfingen. Kolpingfamilie gestaltet drei Stunden Programm. Tiefsee-Stammtisch und Shantychor begeistern.
„Volle Fahrt voraus zur Kreuzfahrt auf der MS Kolping“ hieß es am Wochenende in der Stadthalle, wo die Kolpingfamilie den Reigen der Hüfinger Fasnetbälle eröffnete. Rund 120 Akteure, beziehungsweise am Sonntag, 1. Februar, sogar rund 180, entführten die rund 500 Gäste in der voll besetzten Halle zum kunterbunten Traumschiff-Unterhaltungsprogramm.
Ein Shanty-Chor fehlte während des rund dreistündigen Programms ebenso wenig wie mehrere weitere Live-Musikauftritte, glanzvolle Sprechnummern und fantasievoll-ausgefallene Tanzauftritte. Zum Boarding des Publikums und der Mitwirkenden gleich zu Beginn des Programmabends hatten die Kolping-Akteure sogar den roten Teppich ausgerollt.
Auf der Stadthallenbühne gab sich zur Feier des Abends der Shanty-Chor unter der Leitung von Walter Leichenauer die Ehre. Doch bevor das Programm auf dem Wasser so richtig losging, tauchten die Akteure erst mal ganz tief ab. Die Kolping-Jugend unter der Leitung von Patrick Roßhardt und Linus Rosenstiel zeigte, was in „Hüflantis“ in den Untiefen des Riedsees so alles abgeht.
Am „Stammfisch“ des „Tiefsee-Krokodils“ wurde nicht nur eifrig über die „Lucian-Teich-Schule“ und die Hüfinger Tiefsee-Wirtschaften diskutiert. Wie „volle Fahrt voraus mit dem Kreuzfahrtschiff“ geht, obwohl in der Hauptstraße nur 30 Stundenkilometer erlaubt sind, erklärte Roland Wehinger als mittelalterlicher Reiseführer.
Das Kolping-Reisebüro, eine Nummer unter der Leitung von Swen Minkwitz, stellte den mittelalterlichen Besuchern etliche einheimische Reisetrips vor. Eine SM-Einlage (statt MS) als Auftrittspremiere gab Stefan Heinzmann als Kapitän Stefano mit einer Sicherheitseinweisung der Gäste ganz ohne Schwimmwesten und Rettungsboote.
Beim Kapitänsauftritt unter der Regie von Alex Gilly servierte Heinzmann ein exklusives Programm. Tosend beklatscht wurde dabei der Auftritt der drei Tütü-Tänzer Martin Schmid, Florian Robl und Markus Leichenauer. Running Gag war dabei der Deck-Gast, der auf der Sonnenliege eine Unmenge von Möwen-Hinterlassenschaft abbekommt
Die Stimmung im Saal schier zum Überkochen brachte der Kolping-Jugend-Auftritt unter der Leitung von Sebastian Bäurer und Marcel Bossert: Die insgesamt 15 Jungs servierten Live-Schlagerhits vom Feinsten und wurden von Zugabe zu Zugabe genötigt.
Als bezaubernde Meerjungfrauen glänzten die 14 Kolping-Töchter, die ihren Tanz unter der Leitung von Hanna und Pia Kramer sowie Nora Gilly gleich doppelt auf die Stadthallenbühne zaubern mussten. „Gucke wa goht beim Landgang z Hifinge“ war beim Auftritt der Stadtmusiker angesagt. Die 28 Akteure und das Matrosenduo Matthias Krausbeck und Martin „Otti“ Böhm schilderten, wie es zum Herauswurf der beiden Akteure gleich in mehreren Hüfinger Einrichtungen kam.
Ein prunkvolles Captains-Dinner zum Schluss mit standesgemäßem Einmarsch krönte das rundum unterhaltsame Programm, bei dem die blondgezöpfelten Latschi-Tänzer (Altkolping-Mitglieder) im gestreiften blau-weißen Matrosenlook und Tütü zu Hochform aufliefen und ihren zuckersüß-grazilen Tanz zu „Candyman“ gleich dreimal aufführen mussten.
Am frühen Sonntagabend, 1. Februar, folgte in der Stadthalle eine Zweitauflage der MS-Kolping-Kreuzfahrt in einer Familienversion, bei der zusätzlich zum Samstagabendprogramm auch die allerjüngsten Kolping-Kids ihren großen Auftritt hatten: Unter dem Motto „Schiff Ahoi – auf in Richtung Hawaii“ tanzten sich 65 Kids im Alter zwischen vier und 15 Jahren in die Herzen der Kreuzfahrtgäste.
Unter der Gesamtleitung von Enikö Geißler, Sabine Hellstern und Isabell Winiarz stellte der Nachwuchs tänzerisch den Ablauf ihrer abenteuerlichen Schifffahrt dar. Durch das Bordprogramm führten Ansager Linus Rosenstiel und Leo Kramer, die mit amüsanten Episoden zwischen den Nummern durch den kurzweiligen Abend führten. Am Samstag sorgte DJ Captain Rock für musikalische Stimmung. Am Sonntag waren es die Kleäbfidler, die ihre Instrumente zückten.
Die Organisation
Bei der Organisation des Hüfinger Kolpingballs
gab es dieses Jahr eine Änderung: Die Programmleitung der beiden Kolpingbälle lag zum ersten Mal in den Händen von Oliver Mühling. Als Veranstaltungsleiter zeigte sich Kolping-Vorsitzender Andreas Kupferschmid zuständig, die Gesamtleitung der zwei närrischen Kreuzfahrten mit der MS „Kolping“ lag in den Händen von Hubert Bolli. In der Stadthalle fanden dabei jeweils 500 Gäste Platz.