Als Meerjungfrauen Arielle trat das Damenballett in Herzogenweiler auf. Foto: Willi Zimmermann

„Machet Platz, d’ Glaser kummet“, heißt es beim Fasnetsball in Herzogenweiler.

Nicht nur die kamen, auch zahlreiche außerörtliche närrische Gäste, vor allem Junge. Kein Wunder, denn auch die jungen Glaser sind mit Kontakten nach Außen gut vernetzt.

 

Nachdem die Schueh-Bartle-Musik (Stadtkapelle Herzogenweiler) die erwartungsfrohen Anwesenden auf Betriebstemperatur gebracht hatten, stand dem lockeren Entree-Programm mit dem Aufnahmeritual für die zehnjährigen Kinder mit Maske und Narrensprung sowie den Ehrungen für langjährige Aktive nichts mehr im Wege.

Der Glasernachwuchs eröffnete traditionell und noch sichtlich unbefangen das abendfüllende Programm. Die Glaserkinder als Gute-Laune-Clowns und die jungen Erwachsenen alias Glaser-Teenager als Wilde Kerle und Wilde Maidle.

Bei den Fasnetskrachern landete man im Eheberatungsinstitut, wo es um Jahrzehnte lange eindeutige zweideutige Küchenarbeit ging. Bei den Duschmädels wurden die geschlechtsspezifischen duschkulturellen Unterschiede von Männlein und Weiblein akribisch praxisbezogen herausgearbeitet.

Der Dorftratsch

Dem Dorftratsch mit Daniela Lienhard und Stefanie Hessenius entging nichts, was sich in den zwei Dutzend Häusern abspielte. „Isere Karten wären vor drei Wochen reingekommen“, erklärten zwei Eishockey-Fans ihr vorzeitiges Zurückkommen.

Nicht nur am Freitag, den 13. ist eine Schwarze Katze unterwegs, wenn der Erdbeerkuchen auf dem Balkon zum Auskühlen steht, erfuhr man. Da wurde gestaunt, als ein Spätheimkehrer ohne Hausschlüssel mit der Leiter ins Schlafzimmer seiner Mutter einstieg, um ins eigene Nescht zu kommen. Ein im Internet unerwartet günstig ersteigerter Kinderoverall wurde unerwartet teurer, als auf der Abholfahrt noch ein Blitzer-Knöllchen dazukam.

Am Schluss, da kommen bekanntlich die Schönsten und Allerschönsten. Als anmutige Meerjungfrauen Arielle gleich mehrfach verzauberte das Damenballett „Unter dem Meer“ den Saal.

Die Männer-Balletteusen als Nonnen. Foto: Willi Zimmermann

Die Männer-Balletteusen als Nonnen in der Kirche. „Ich zeig dir den Himmel“, kam man bald doch noch zur Sache. Schließlich „kann ich doch nicht nur ein Engel sein“. Und dafür gab es auch purpurtragende Absolution.

Das sind die Geehrten der Glaserzunft Herzogenweiler. Foto: Willi Zimmermann

Vor dem Programm war nach dem Programm. Alleinunterhalter Helmut Doser heizte nicht nur mit dem Herzogenweiler Eselslied ein. Von diesen Viechern gebe es zu wenig Vierbeinige dort, findet er auf Nachfrage.

Ehrungen

Die Glaser ehrten im Rahmen ihres Balls langjährige aktive Mitglieder: Silberner Glaser für 17 Jahre: Isabell Jöhnck. Eiserner Glaser für 37 Jahre: Karin Laubis, Arno Laubis, Uwe Neininger, Elke Rösch, Angelika Thoma, Jürgen Thoma, Regina Thoma, Claudia Neininger, Hubert Blessing, Rainer Diringer, Markus Reutz, Siggi Simon.

Mit zehn Jahren und absolviertem Narrensprung darf Charlotta Neininger jetzt mit Scheme und Häs uff d’ Gass.