Die Althistorische Narrenzunft Narrhalla hatte mehr Glück, sie marschierte bei Sonnenschein an der Stiftskirche vorbei. Zuvor war aber freilich auch sie nass geworden. Foto: Matthias Badura

Durchwachsenes Wetter beim großen Dienstagsumzug in Hechingen. Trotzdem kamen die nahezu 60 Gruppen unbeschadet auf dem Obertorplatz an.

Schönwetternarren? Den Vorwurf kann man den Zünften und Musikgruppen, die sich am Hechinger Fasnetsdienstag-Umzug beteiligten, nicht machen. Angeführt wurde der närrische Tross auf dem langen Weg von der Unterstadt herauf von den Gastgebern, der Narrenvereinigung Zoller-Hexen Hechingen.

 

Am Morgen sah‘s noch gut aus. Doch nachdem der Startschuss um 13.30 Uhr gefallen war, öffnete der Himmel seine Schleusen. Arme Narren. Nass von oben und zudem noch der steile Anstieg die Steige herauf. Da kam mancher ins Schnaufen. Auf dem Schlossplatz wirkte es, als ob das Wetter zahlreiche Besucher abgehalten hätte. Ein anderes Bild dann auf dem Rathaus- und dem Obertorplatz. Dort standen die Reihen des Publikums dicht.​

Als ob das auch Petrus gefallen hätte, gab er den Himmel wieder frei. Sonne strahlte hernieder. Nach dem anstrengenden Anmarsch gaben die Narren, die teils von weither (etwa Freiburg) angereist waren, hier nochmals Vollgas. Lumpenkapellen und Guggen ließen fröhliche Weisen ertönen, die Hexen verwuschelten schönen Mädchen die Haare, bauten Pyramiden vor der Ehrentribüne und die „bräveren“ Narrenfiguren warfen Bonbons.

Halt! Das taten auch die Hexen. Und die, Figuren, die am furchterregendsten aussahen, zeigten sich den kleinsten Besuchern gegenüber am freundlichsten. Das zauberte in manches zunächst verstört dreinblickende Gesichtchen ein strahlendes Lächeln.

Am oberen Ende des Obertorplatzes endete der Zug, hier, vor der Stadthalle „Museum“ und im „Museum“ selbst wurde ausgiebig gefeiert. Ein schöner, ein prachtvoller Umzug, bei dem alle Beteiligten auch unter den teils widrigen Bedingungen ihr Bestes gegeben haben. Die Zuschauerinnen und Zuschauer dankten es den Musiken und Maskenträgern mit Applaus und indem sie die Fasnetsschlager mitsangen oder mitschunkelten.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Festwagen vor der Stiftskirche aus von Sascha Götting, vormals Vorsitzender der Zollerhexen. Und Michael „Michi“ Knaus, vormals Stadtpfarrer, Dekan, aber weiterhin bekennender Fasnetsnarr.