In der noch jungen Fasnet 2026 in der Raumschaft Haigerloch den ersten Höhepunkt. Der Narrenverein Trillfingen feierte drei Tage lang seinen 50. Geburtstag.
Absoluter Höhepunkt der dreitägigen Feierlichkeiten war am Sonntag der große Umzug mit 24 Gruppen und schätzungsweise mehr als 2000 Hästrägern, Tanzgarden und Fasnetsmusikern. Mindestens ebenso viele Zuschauer säumten den Rand in der Trillfinger Ortsmitte. Bevor der Umzug los ging, brachten sie sich an den zahlreichen, von den örtlichen Vereinen betriebenen Bewirtungsständen oder auch in kleinen Zelten in Stimmung.
Der Narrenverein Trillfingen als Jubiläums- und Geburtstagskind durfte den bunten Narrentross natürlich anführen und begleitet von der Bauernkapelle Trillfingen zog eine große Zahl an Schantle und Narros sowie der Elferrat und die Tanzgarde am Publikum vorbei, das dicht gedrängt die Straßenränder säumte. Moderiert wurde der närrische Lindwurm charmant von Monja Henle.
Alle elf Haigerlocher Narrenvereine in Trillfingen vertreten
Den Trillfingern folgte alle Haigerlocher Narrenvereine, die Laibedal-Hexa wie der Narrenverein aus Bad Imnau ebenso, wie der Narrenverein Gruol, die Salzschlecker aus Stetten brachten in Trillfingen zum ersten Mal ihre beiden an Dreikönig vorgestellten Narrenfiguren – die Einzelfigur Berggeist und die Bergwerkkobolde – auf die Gass.
Mit dabei waren auch die Schaiblin-Hexen sowie die Kittelsteigweible aus Bittelbronn, die Weildorfer Storchen samt Guggenmusik Notenquäler, der Narrenverein Gruol mit den Schdonza-Bätschern, die Narrenzunft aus Haigerloch, der Narrenverein Hart und der Aubenger Narraverei, der am nächsten Wochenende mit zwei großen Umzügen sein 75-jähriges Bestehen feiert.
13 weitere Narrenvereine aus der ganzen Region beim Umzug mit dabei
Ihnen folgten ein bunte Mischung aus 13 Narrenvereinen aus nah und fern. Die Narrenzunft aus Fischbach bei Villingen-Schwenningen mit ihren Schlapphuttälern, Teufenmaale und der Lumpenkapelle hatte die weiteste Anreise auf sich genommen. Sehr große Gruppen stellten außerdem die Narrenzunft Jägi und die Mönchsgrabenhexen aus Rangendingen sowie die Original Hirrlinger Schlosshexen.
Immer wieder ein Hingucker ist die Narrenzunft der Empfinger Kulturgemeinschaft mit ihren auffälligen Häsern aus der alten Fasnet. Ebenso mit von der Partie: Die Narrenvereine Ergobibamus aus Bad Niedernau, die Grosselfinger Dalbach-Hexa, die Narrenzunft Mühringen, die Harzklumpen aus Heiligenzimmern, die Apollonia-Hexen aus Bietenhausen, die Narrenzunft Dettensee und die Riedbachhexen aus Geislingen. Auch dabei am Ende des Umzuges waren die Fasnetsmusiker der Hudelgai-Bätscher aus Hechingen.
Bürgermeister Lebherz gratuliert in Reimform
Der Jubiläums-Sonntag hatte mit einem Zunftmeisterempfang im Vereinsheim seinen Anfang genommen. Dort begrüßte der Vorsitzende des Trillfinger Narrenvereins, Enrico Kienzle, die Vertreter der am Umzug beteiligten Narrenvereine. Diese gratulierten dem Geburtstagskind mit kleinen Mitbringseln und vielen kräftigen Narri-Narros zum 50. Geburtstag.
Unter die Gratulanten mischten sich auch der als goldglitzernder Zirkusdirektor verkleidete Haigerlocher Bürgermeister Heiko Lebherz mit einer Rede in launiger Versform. Hier in Trillfingen, so verriet er, sei sein persönlicher Start in die Fasnet. „Da sieht man mal ein guter Beamter arbeitet bis zum Schluss“, sagte er augenzwinkernd.
In die Gratulantenschar reihte sich auch Alwin Staiger ein, Präsident der Europäischen Narrenvereinigung (ENV) Baden-Württemberg. Er überreichte den Trillfinger Narren zum Jubiläum eine Urkunde des ENV. Die Spenden, die beim Empfang gegen kleine Buttons gemacht wurden, fließen übrigens ans Ronald-McDonald-Haus in Tübingen, wo Eltern schwerkranker Kinder in der Zeit deren Behandlung in der Kinderklinik unterkommen können.
Nacht der Haigerlocher Narrenvereine und Showtänz
Das Narrenfest in Trillfingen war bereits am Freitag mit dem inzwischen vierten Treffen aller elf Haigerlocher Narrenvereine eingeläutet worden. In der örtlichen Mehrzweckhalle und im daran angebauten Barzelt feierten sie eine rauschend Fasnet mit Auftritten von Showtanzgruppen, dem Bad Imnauer Männerballett Schälripple und fetziger Musik von der Bauernkapelle, der Guggenmusik Weildorfer Notenquäler und heißen Scheiben von DJ Seaman.
Am Samstagnachmittag stellten dann 20 Bambini-, Mini- und Juniorgarden ihre neuen Fasnetstänze vor. Am Abend trat dort acht große Garden und Showtanzgruppen auf.