Im frisch renovierten Hagastall feierten die Gäste des SV Weildorf Fasnet. Der 58. Sportlerball dort war der erste nach mehreren Jahren Zwangspause und entsprechend ausgelassen war die Stimmung.
Das Motto lautete „Die wilden 70er“ und entsprechend bunt kostümiert waren die ganze Narrenschar.
Los ging´s mit einem derben Sketch einer Gruppe Weildorfer, die auf die Misere im deutschen Gesundheitssystem aufmerksam machte. Drei Senioren und eine Seniorin im Nachtgewand wurden dabei von einer strengen Pflegerin, mit einer Trillerpfeife im Mund gewaschen und die Zähne geputzt.
Dann berichtete der SVW-Vorsitzende Harald Schädle als Dorfbüttel wieder über jede Menge kuriose Ereignisse im Ort zu berichten. Unter den „Top-News und Gerüchten“ des Dorfbüttels fand sich die Schlagzeile „Weildorf soll Kernstadt“ werden, und für die Bewohner Bittelbronns werde 2025 eine Ortsumgehung gebaut, die über Weildorfs Aussiedlerhöfe Tannenburg führe, da sich ein Anwohner über die Ruhe dort beschwert habe. Außerdem sei Ortsvorsteher Armin Hipp vom neuen Bürgermeister zum Dorfpolizist ernannt worden. Auch die Vereine bekamen ihr Fett weg.
Dann enterte Stargast Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, herrlich gespielt und gespielt und stimmlich imitiert von Markus Gauss, die Bühne. Im Interview mit Harald Schädle plauderte er unter anderem von seinen Plänen, in Weildorf ein Haus zu bauen, denn er habe von einem neuen Baugebiet namens „Schlattäcker“ gehört. Davor gab es allerdings einen „Zwischenfall“, als „Klimaaktivisten“ für kurze Zeit die Bühne blockierten und von „Security-Leuten“ entfernt werden mussten. „Mir miasat uffbassa, dass die mir koane kläbad“, meinte er zu solchen Klimakleber-Aktionen, gab außerdem einige lustige Energiespartipps und stellte sein neues Buch vor. Und der Landesvater ließ auch noch aufhorchen: er verriet Harald Schädle nämlich, dass er bis mindestens 95 noch Ministerpräsident bleiben wolle.
Bombenstimmung bei fetziger Musik
Die Tanz-Gruppe im ABBA-Kostüm wirbelte ebenfalls über die Bühne, und die Tänzer und Tänzerinnen zeigten zu ABBA-Hits wie „Gimme, Gimme“, „Money, Money“, „Waterloo“ und „I Have A Dream“ tollen Tanz-Formationen. Die insgesamt schöne Choreographie wurden mit viel Beifall belohnt.
Ein Höhepunkt war auch der Auftritt der„Weildorfer Notenquäler“, die den Närrinnen und Narren mit fetziger Guggenmusik einheizten.
Ihnen standen die „Schorchelhuaschder“ aus Hechingen in nichts nach. Als blinkende Tannenbäume stimmten sie das Weihnachtslied „Oh Tannenbaum“ an – ein Lied das mit einr solchen Kostümierung auch hervorragend in die Fasnet passt.
Rund um die Programmpunkte sorgte „Fritz, der Neckarbua“ mit Hits wie „Tür an Tür mit Alice“, „Auf der Vogelwiese“ und dem „Fliegerlied“ für beste Stimmung. Im Publikum wurde geschunkelt, geklatscht und mitgesungen, immer wieder ließen sich Tanzpaare auf die Bühne locken.