Willkommen in der Haigerlocher Fasnet: Der Büttel und die Bettlerin sind zwei neue Figuren des Stettener Narrenvereins Schaiblin-Hexen. Zweiter von links: Vereinsvize Patrick Schneider, rechts neben ihm die Vorsitzende Tessa Pfeffer. Foto: Bäurle

Die Schaiblin-Hexen zeigen sich einmal mehr närrisch-originell. Sie haben ihre Zunft um weitere Figuren ergänzt. Das sind sie.

Erfreulicherweise hatten sich viele neugierigen Stettener Bürger eingefunden, um die neuen Figuren zu begutachten. Für die Vorstellung war der zweite Vorsitzende der „Hexa“, Patrick Schneider, zuständig.

 

Bei der ersten neuen Figur handelt es sich um den so genannten „Büttel“ (Gemeindediener oder Dorfpolizist). Ein Fransenhäs statt einer klassischen Militär- oder Polizeiuniform soll laut Schneider dem Büttel etwas mehr Lebendigkeit verleihen.

Der neue Büttel ist eher ein lockerer Typ

Die für einen Büttel typischen roten Maschen, der Kragen und die Schulterklappen dürfen natürlich nicht fehlen, dazu gesellt sich an der Jacke eine Knopfleiste mit goldenen Knöpfen sowie darüber eine weiße Schärpe aus Ziegenleder, an der die goldene Glocke befestigt ist, unentbehrlich bei wichtigen Ankündigungen und um die Narrenbande in Schach zu halten. Stabile schwarze Lederschuhe und ebenfalls schwarze Lederhandschuhe vervollständigen das Häs.

Die Maske zeigt ein lustiges Gesicht und ein schelmisches Grinsen, schließlich sei der Büttel „ein geselliger Kerl“, wie Schneider betonte. Eine auffällige Nase und markante Backen tragen ihr Übriges zur gelungenen Maske bei. Auf den grauen Haaren sitzt eine schlichte Schirmmütze aus Stoff mit einem Stettener Wappen.

Der Narrenruf des Büttels lautet „Auf Büttel – pack mer’s wid“, und er wurde am Samstag gemeinsam mit den anwesenden Hexen und den Stettener Bürgern gleich ausprobiert.

Die zweite neue Figur ist die „Bettlerin“. Das schlichte Häs aus grob miteinander vernähten Bestandteilen besteht aus einer Bluse in der Farbe tannengrün, und der Unter- und Oberrock in braun und beige besticht durch seine Leinenoptik. Der Rock ist zudem rissig. Das Kopftuch darf zugleich als eine Art Umhang betrachtet werden mit der Möglichkeit, es bei Umzügen an der Maske zu fixieren. Wollsocken, ein Lederbeutel zum Betteln und braune Handstulpen vervollständigen die Ausstattung.

Böse und liebe Bettlerin

Von der blassen Maske gibt es zwei verschiedene Typen: Die böse und die liebe Bettlerin, der Unterschied besteht im Gesichtsausdruck.

Auf die Geschichte der Sühnekreuz-Bettlerin als Hintergrund der neuen Figur ging der stellvertretende Vorsitzende entsprechend ein, und der Narrenruf „Bettel – Neid, Bettel – Neid, Bettel – Neid, des geit Streit“ hallte bei der Vorstellung der Figur ebenfalls durch Stetten.

Die Masken der beiden neuen Figuren stammen von einem Schnitzer aus Ravensburg nach Entwürfen von Mitgliedern des Vereins. Der Start am Samstag verlief vielvesprechend: Es gibt bereits sieben Büttel und sechs Bettlerinnen.

Die Fasnet 2025 wird lang und ereignisreich

Auf die Schaiblin-Hexen warten in dieser Fasnet 20 Events, darunter zehn Umzüge. Höhepunkte sind der Hexa-Ball in Stetten am Freitag, 21. Februar, und am Samstag, 22. Februar, der Dämmerungsumzug mit 24 Zünften und 1200 Hästrägern.

Der Vize ehrte zudem Alexander Strobel, Leander Kallas, Markus Pfeffer und Timo Pottrick für 15-jährige Mitgliedschaft.

Nach der Häspräsentation zog man zur alten Grundschule hinterm Rathaus, wo die Vorsitzende Tessa Pfeffer mit der Hexentaufe betraut war. Insgesamt neun neue Mitglieder wurden nach einer entsprechenen Taufzeremonie und dem Ablegen des Narrengelübdes in die Reihe der Schaiblin-Hexen aufgenommen. Somit besteht der Verein nun aus 230 Mitgliedern, darunter 150 Aktive und 58 Kinder.