Zwei neue Narrenfiguren präsentiert der Stettener Narrenverein mit dem „Berggeist“ als Einzelfigur und den „Bergwerkkobolden“. Darüber freuen sich Robert Lang (links) und Jacqueline Fechter (rechts) vom Narrenrat. Foto: Wilfried Selinka

Zwei völlig neue Masken feierten beim Häsauslufta der Salzschlecker Stetten Premiere. Sie schreiben die Geschichten und Sagen fort, die sich um den Bergbau ranken.

Bisher haben die Narrenfigur des Salzschleckers und die Essensträgerinnen die Fasnet in Stetten verkörpert. Sie sind eng an den seit über 150 Jahren im Ort betriebenen Salzbergbau angelehnt.

 

Was hinter dem Salzschlecker steckt, erklärt sich von selbst und die Essensträgerinnen, verkörpern die Ehefrauen der Bergmänner, die früher in Weidekörben ihren Männern das Essen unter Tage brachten. Dazu gesellen sich seit fast 40 Jahren der vereinseigene Fanfarenzug und meist bis zu drei Tanzgarden.

Nun haben diese Maskentypen Zuwachs bekommen. Da ist zunächst die Einzelfigur des „Berggeistes“, der in alten Sagen über den Abbau von Steinsalz in den Tiefen des Salzbergwerkes mit seinen verwinkelten Stollen seinen Ursprung hat.

Der Berggeist ist der gute Begleiter der Bergleute

Wer dabei nun an einen unheimlichen, bösen Geist denkt, liegt völlig falsch, den der Berggeist gilt als wohlwollender Beschützer der Bergleute. Seine Aufgabe ist es nämlich, den im Bergbau Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit zur Seite zu stehen. Dabei hat er ein besonders Auge auf die Älteren und diejenigen, die sich in den verzweigten Stollen verirren. Dann führt der Berggeist sie wieder auf sicherem Weg zu den Arbeitskameraden zurück. Deshalb führt der gute Geist auch stets eine ölgefüllte Lampe mit, mit der er die Lampen der Bergleute wieder entzünden kann, falls diese ausgehen.

Die Maske des Berggeistes stammt vom bekannten Maskenschnitzer Jogi Weiß aus Ravensburg und hat die Züge eines älteren, weisen Mannes mit Vollbart. Er trägt ein weißes Leinenhemd, eine schwarze Hose und einen wärmenden schwarzen Mantel mit Kapuze. Neben der bereits beschriebenen Öllampe hat er als weiteres Requisit eine Buch in einer am Gürtel befestigten Ledertasche, in der er die guten Taten der Bergleute festhält.

„Der Berggeist steht für Sicherheit, Schutz, Fürsorge und Zusammenhalt der Bergleute in einer Welt voller Gefahren und harter Arbeit“, so Narrenrätin Vivienne Wörbel bei der Vorstellung der neuen Fasnetsfigur vor dem Rathaus vor der gesamten Stettener Narrenschar.

Fröhliche kleine Gesellen: Die Bergwerkkobolde

Weiteren Narrenfiguren sind die „Bergwerkkobolde“. Diese kleinen, zwergartigen Wesen gehören ebenfalls zu den Bergmannssagen und -geschichten. Sie sind fröhlich und schelmisch, ahmen die Menschen im Bergwerk nach. Sie kichern viel und tun so, als würden sie fleißig arbeiten, obwohl sie eigentlich nichts erledigen.

Mit ihrem Schalk im Nacken bringen sie dafür Leben, Humor und eine Art Leichtigkeit in die sonst so dunkle Welt des Salzabbaus unter Tage.

Bei ihrer Maske hat es Maskenschnitzer Jogi Weiß bestens verstanden, den schelmischen Zügen des Gesichts trotzdem eine geheimnisvolle und zeitlose Natur zu verleihen. Ihre spitzen, großen Ohren sind zum neugierigen Lauschen geschaffen.

Ihre blaue Tracht über einem weißen Leinenhemd einschließlich der blauen Cordhose steht für den begehrten Rohstoff Kobalt. Berggeist wie Kobolde, bisher sind es fünf dieses Narrentyps, sind zudem mit schwarzen Schaftstiefeln ausgestattet.

Figuren, die eine jüngere Generation für die Fasnet begeistern sollen

Mit diesen beiden neuen Narrenfiguren will der Narrenverein Salzschlecker nicht nur die Geschichte des Salzbergbaus im Ort weiter aufgreifen, sondern mit den Kobolden ganz bewusst eine Figur anbieten, die jüngere Menschen anspricht und für die Stettener Fasnet begeistert.

In die Vorstellung der zwei neuen Narrenfiguren war natürlich auch das traditionelle Häsabstauben durch die drei Vorstände Jacqueline Fechter, Benny Preis und Robert Lang wie auch die Einstimmung auf die begonnene Fasnet durch den vereinseigenen Fanfarenzug unter Andy Strauch.