Wenn die Sonne über der Fasnet lacht, ist das zwar wunderbar, echten Narren machen aber auch Regen nichts aus. Am „Auseliga“ begann in Haigerloch die Hoch-Zeit der Narretei.
Überall in Haigerloch wurden Rathäuser gestürmt und Ortsvorstehern die Rathausschlüssel abgenommen. In erster Linie gehörte der „Auselige“ aber dem Narrensamen. Bei den nachmittäglichen Umzügen mussten Kinder und Zuschauer allerdings wetterfest sein; allerorten regnete es hartnäckig.
„Narri!, Narro!“ oder „Rutsch naa!“ klang es am Donnerstag durch die Kernstadt. Das sind zwei von insgesamt zehn Haigerlocher Narrensprüchen beim traditionellen „Auswerfen“ durch die Dominos. Im langen Zug ging es das Städtle hinab, wo sich die Dominos recht freigiebig zeigten. Von ihren langen Stangen und aus ihren Stoffsäcken holten sie Brezeln, Bonbons oder Orangen und warfen sie unter die Kinder. Der Zug führte ins Zunftheim, wo bis zum Beginn des Umzugs eine Kinderdisco war.
Gruoler Sammler in aller Frühe unterwegs
In Gruol waren die Sammler für den großen Umzug am Fasnetsmontag bereits ab 7 Uhr im Ort unterwegs. Zur Befreiung der Schul- und Kindergartenkinder vereinten sie sich dann mit den Fransenbutzen, Fegern und Walpurga-Hexen. Der närrische Tross wurde von freudestrahlenden Kindern in der Grundschule und im Kindergarten erwartet. Kein Wunder, hatten die Narren doch allerhand Süßes dabei.
In Bittelbronn, Owingen, Stetten, Trillfingen wurden ebenfalls Kindergartenkinder beziehungsweise Grundschüler von den Zwängen des Alltags befreit. „So viele waren wir noch nie“ meinte ein Owinger Narr mit dem Blick auf locker 70 Hästräger, die sich vor der Grundschule versammelt hatten, um das Gebäude gleich darauf zu stürmen. Dort durften der „ Aubenger Narraverei“ den Kindern seine Fasnet vorstellen.
Premiere in Stetten
In Stetten kam es zu einer Premiere: Nach dem Einzug der Hechinger Weiherschule mit rund 40 Kindern und Jugendlichen und rund 26 Lehrkräften in die ehemalige Werkrealschule war dort erstmals seit Jahren wieder eine Schülerbefreiung möglich. Empfangen wurden die Salzschlecker und Schaiblin-Hexen mit all ihren Häsgruppen vom stellvertretenden Schulleiter Alexander Thomas und seinem Kollegium. Es gab Getränke, Butterbrezeln und Berliner für den närrischen Besuch.
Das Fürstenpaar Tim I. und Lina I. grüßt
Nachmittags fanden schließlich die großen Kinderumzüge und Bälle statt. So in Owingen, mit dem Kinderfürstenpaar Tim I. und Lina I. der Eyachtalhalle. In Gruol gab es nach dem Umzug im Löwensaal einen Ball mit buntem Programm für den Narrensamen. In Haigerloch musste man wegen der Sanierung der Witthauhalle improvisieren. Der Kinderball fand nach dem von Narrenzunft und Stadtkapelle begleiteten Umzug zum ersten Mal in der Schulsporthalle statt. Auch in Weildorf zogen die Schwarzen Peter und Störche mit den Kindern in einem kleinen Umzug zum Hagestall, wo fröhlich Fasnet gefeiert wurde.
In Bittelbronn und Stetten wurden dagegen wegen des schlechten Wetters die nachmittäglichen Umzüge abgesagt und man ging gleich zu den Kinderfasneten im Bürgerhaus beziehungsweise in der Glückaufhalle über. Eine nachmittägliche Kinderfasnet fanden in der Harter Eichwaldhalle statt.
Traditionsfasnet in Trillfingen
Allem Regen und Sturm zum Trotz startete in Trillfingen um die Mittagszeit einer der traditionsreichsten Umzüge der Haigerlocher Fasnet. Er einen besonderen Stellenwert dank fester Gruppen wie der Hochzeitsgesellschaft, den Schnupftabakmännle, den Teufeln, Hanswursten und Zigeunerinnen. Zu ihnen gesellten sich Schantle und Narros des Trillfinger Narrenvereins und die als Fasnetsmusik verkleidete Bauernkapelle. Der Tross zog auf den Dorfplatz, wo der stellvertretenden Ortsvorsteherin Alexandra Graf die Rathausschlüssel abgenommen wurden.