Zahlreiche Hexen nahmen an dem großen Umzug durch die Innenstadt teil. Foto: Schwark

56 Zünfte mit 2500 Hästrägern sind am Samstag durch Freudenstadt gezogen. Der Umzug ist mittlerweile so beliebt, dass wegen Platzmangels einzelnen Narrenzünften abgesagt werden musste.

Nachdem die Freudenstädter Fasnet mit der Narrenmesse und dem Brauchtumsabend ihren ersten Höhepunkt verzeichnet hatte, stand Tags darauf der große Umzug mit 56 Zünften und rund 2500 Hästräger an. Das Wetter meinte es mit dem Narrenvolk gut. Pünktlich zum Umzug strahlte die Sonne mit den Teilnehmern und Besuchern um die Wette.

 

Die Verantwortlichen der Narrenzunft Freudenstadt gehen von rund 4000 bis 5000 Zuschauern aus, die die Straßen gesäumt haben. Zu erleben waren farbenreiche Häs und ein Umzug, der rund zwei Stunden dauerte.

Beim großen Zunftmeisterempfang im Sitzungssaal des Rathauses wurden die Zünfte von Oberbürgermeister Adrian Sonder sowie dem Zunftmeister der Narrenzunft Freudenstadt Derk Wittnebel begrüßt. Wittnebel berichtete, dass man von den Anmeldungen nahezu überwältigt worden sei. So musste man leider einigen Gruppen aus Platzgründen absagen. Das solle sich 2027 ändern, wenn man auf das 44-jährige Bestehen zurückblickt.

HexaHeuler schreiten voraus

Oberbürgermeister Sonder hob die „Wertschätzung des Brauchtums“ hervor. Er wünschte allen viel Spaß auf der Gasse. Wenn er dann am Schmotzigen Donnerstag den Rathausschlüssel abgeben müsse, bat er die Narren, die Ratshauskasse zu schonen, den die sie leider leer.

Zwischenzeitlich füllte sich die Stadt nach und nach. An mehreren Verpflegungsständen konnten die Besucher sich stärken, bevor sich der Umzug um 13.30 Uhr in Bewegung setzte. Wie üblich schritten die die HexaHeuler voraus.

Es folgte die Narrenzunft Freudenstadt mit ihren Symbolfiguren. Mit dabei war auch der Narrensamen. Mütter weiterer Zünfte waren mit ihren jüngsten unterwegs, die den ganzen Trubel teilweise schlafend im Kinderwagen ohne Probleme überstanden.

Gruppen und Zünfte wurden an der Venus von Karl-Heinz Schau und Erhard John kommentiert. Beim Amtsgericht konnten Katharina Kübler und Marius Braun ebenfalls spannendes über die Fasnet berichten. Dabei lernten die Besucher viel über die Alemannische Fasnet und deren Mythen.

Echter Schnee vom Kniebis

Ansonsten waren aus der näheren Umgebung die Narrenzünfte aus Freudenstadt, Baiersbronn, Alpirsbach, Dornstetten, Dietersweiler, Loßburg, Wittlensweiler und Glatten dabei.

Viele überregionalen Gruppen kommen seit Jahren gerne nach Freudenstadt. International wurde es mit der Schweizer Guggamusik Gruppe „Wybärgschrecke Hitzkirchental“, die an beiden Tagen in Freudenstadt mitfeierte. Auch die Grenzweg Sinfoniker und weitere teilnehmenden Musikgruppen zeigten, was sie drauf hatten. Besonders originell: Die Schneeberghexen vom Kniebis hatten in einer großen Wanne echten Schnee dabei.