Die Narrenzunft Freudenstadt begrüßte neue Mitglieder in ihren Reihen und eröffnete die Fasnet.
„Die Maske lacht, die Schelle klingt, weil jetzt die närrische Zeit beginnt“: Mit diesem Leitspruch empfing der Zunftmeister der Narrenzunft Freudenstadt, Derk Wittnebel, seine Narrenschar, die nach langer Enthaltsamkeit endlich wieder Masken und Häs anlegen konnte.
Da waren auch minus sechs Grad Celsius und leichter Schneefall keine Hinderungsgründe: Die Narren schritten, angeführt von der Guggamusik Hexaheuler und noch ohne Maske, auf den tief verschneiten oberen Marktplatz. Zahlreiche Besucher ließen sich das Spektakel trotz schneidender Kälte nicht entgehen.
Die Hexe erhebt sich aus dem Sarg
Nicht zu übersehen war der schwarze Sarg, der mittig vor der Musikmuschel abgestellt wurde. Nach mehreren flotten Sounds der Hexaheuler machte sich Hexenmutter Kathrin Joos-Mockler ans Werk, nachdem Wittnebel die Zuschauer auf die nun beginnende alemannische Fasnet eingestimmt hatte.
Langsam erhob sich derweil im Sarg die Hexe, um danach mit der Hexenmutter Keaberghexen, Bergmännle, Belzebua, Bär und Bärenfänger mit einem großen Staubwedel abzustauben. Mit dem Leitspruch „So, nun isch abgestaubt, und alle senn froh, mir kennad nun uff d’Fasnet. Narri, Narro“ wurde die Narrenschar auf die närrische Zeit vorbereitet.
Freudenstädter Hexentrunk ist im Vergleich noch human
Unter starkem Beifall präsentierte der Narrensamen einen Kindertanz. Sichtbar war, dass der Nachwuchs reichlich Spaß dabei hatte. Es wurde auch mit der Gitarre gerockt.
Beim Brauchtumstanz wurde das Gemisch des Hexentrunks symbolisch mit allerlei Zutaten vorbereitet. Dabei sind die Freudenstädter mit ihrer schrecklich schmeckenden Brühe im Vergleich zu anderen Zünften noch durchaus human.
Im Namen der Narrenzunft, des Brauchtums und der Tradition wurden die Täuflinge in Begleitung ihrer Taufpaten nach einem Schluck aus der großen Kelle auf Frohsinn, Gemeinschaft und Narretei vorbereitet.
Als neue Bergmännle sind nun Daniela und Lukas dabei. Als Keaberghexa wurden Nick und Nicklas getauft, als neue Belzebua wurden Marco, Leonie, Svenja, Paul und Carlo aufgenommen. Wie in guten alten Zeiten wurde von allen das Freudenstädter Narrenlied geschmettert. Erhard „Johnny“ John begeisterte als überzeugender Vorsänger. Die Hexaheuler ließen sich nicht lumpen und spielten mit mehreren Guggahits auf.
Die Termine der diesjährigen Fasnet
Zunftmeister Wittnebel hatte noch die Fasnetstermine der Freudenstädter Narrenzunft parat. So findet am Samstag, 31. Januar, in der Turn- und Festhalle die Kinderfasnet statt. Ein bunter Kinderumzug führt vom Marktplatz zur Halle.
Die Narrenmesse findet am Freitag, 6. Februar, um 19 Uhr in der Taborkirche statt. Danach laden die Narren zur Freudenstädter Narrennacht in der Turn- und Festhalle ein. Am Samstag, 7. Februar, steht dann ab 13.30 Uhr der große Umzug an, zu dem zahlreiche Zünfte und Tausende von Zuschauern erwartet werden.
Am Schmotzigen Donnerstag, 12. Februar, muss Oberbürgermeister Adrian Sonder tapfer sein. Da stürmen die Narren das Rathaus, um den Schultes vom Schreibtisch wegzuholen. Folgend wird im kleinen Narrendorf mit Zelt eine fetzige Party gefeiert.