Fasnetsbräuche, die schon 1486 erwähnt wurden und ein „Mascerenlaufen“ das „rigoros verboten“ wurde – die Narren in Fischingen blicken auf eine bewegte Zeit zurück. Die Zunft selbst ist deutlich jünger und feiert bald ihr 35. Jubiläum.
35 Jahre Fischinger Narrenzunft hört sich jetzt nicht so arg lange an – und die 35 ist jetzt auch nicht ein wirklich großes Jubiläum. Aber die Fischinger Narren wollen es dennoch gebührend mit einem Nachtumzug und einer Jubiläumsparty mit vielen Gastzünften feiern.
Bereits 1486 heißt es in der Chronik, dass die weiblichen Leibeigenen von Fischingen dem Ortsadel eine Fasnachtshenne abzunehmen hatten. Im Jahr 1784 haben die Besitzer der Herrschaft Wehrstein „das Mascerenlaufen in der Fasnacht „rigoros verboten.
Die „Vereinten Vereine“
In der neueren Zeit ist von Narren die Rede, die ins Haus kamen und sich mit Most und Küchle bewirten ließen. In der Nachkriegszeit fanden Fasnetsbälle in den Gaststätten Burg Wehrstein, Krone und die der Bahnhof-Gaststätte Reich statt.
Ab dem Jahr 1972 widmeten sich die vier Vereine Musikverein, Sportverein, Kleintierzuchtverein und der Gewerbeverein als die „Vereinten Vereine“ der Fischinger Ortsfasnet, welche allerdings nach ein paar Jahren auseinander gingen.
105 Narren fangen an
Einzelne Vereine boten dann noch Fastnachtsveranstaltungen in der Fischinger Festhalle, die allerdings nach dem Sterben von Gaststätten auch ins Leere liefen. Einzig der Musikverein „Gut-Klang“ Fischingen“ erhielt den kleinen Umzug am Faschingsdienstag am Leben.
Am längsten durchgehalten hatte das Gasthaus „Burg-Wehrstein“ mit einer eigenen Veranstaltung. Dort wurde auch am 17. März 1990 die Fischinger Narrenzunft mit sage und schreibe 105 Gründungsmitglieder ins Leben gerufen.
Fast 10 000 Besucher kommen
Gleich im ersten Jahr des Bestehens wurde die Fasnet aufgrund des Golfkriegs im ganzen Land abgesagt. Schnell bürgerten sich die zunfteigenen Veranstaltungen mit dem „Abstauben“, dem „Hexentanz und Narrensprung“ am Schmotzigen auf dem Rathausplatz, einem „Zunftball“ am Fasnetsfreitag, einem „Brauchtumsabend“ und letztendlich der „Fleggadapp“ mit dem Musikverein am Fasnetsdienstag ein. Diese Veranstaltungen, die im Laufe der Zeit modernisiert wurden, haben sich bis zum heutigen Zeitpunkt erhalten.
Schon fünf Jahre nach der Gründung feierte die Fischinger Narrenzunft mit einem großen Zelt, viel Programm und einem ersten großen Narrenumzug durch das Dorf am Neckar das erste Jubiläum.
Im Jahr 2000 wurde das zehnjährige Bestehen mit einem großen Narrentreffen und einem Narrenumzug mit fast 10 000 Besuchern gefeiert – und drohte den Flecken zu sprengen.
Das eigene Zunftheim
Im Jahr 1999 überschritt die Mitgliederzahl die Marke von 300 Mitgliedern und ist damit mit Abstand der größte Verein in Fischingen. Im Jahr 2004 war die Narrenzunft Fischingen Ausrichter des Sulzer Narrentags. Nach einer fünfjährigen Suche erwirbt die Narrenzunft den Farrenstall als zukünftiges Zunftheim.
Mit einem großen Narrentreffen wurde das 20-jährige Bestehen der Zunft im Jahr 2010 gefeiert. Am 6. Januar 2012 fand erstmalig das Häsabstauben“ der Narrenzunft im eigenen schmucken Zunftheim im Farrenstall statt.
2020 feiert die Fischinger Zunft ihr 30-jähriges Bestehen in und um die Fischinger Festhalle mit einem Nachtumzug und einem großen Narrenumzug am Sonntag. Mit dem 35-jährigen Bestehen ist auch die erste Generation, die mit dem „Buzelaus“, dem „Hakenman“ und der „Burg-Hexe“ aufgewachsen sind und die Narrenzunft etabliert haben, durch.
Jubiläumsprogramm
Die Party
An der großen Jubiläumsparty am Freitag, 24. Januar, werden 17 Narrenzünfte und die Guggenmusik der „Shitbulls“ aus Wiesenstetten erwartet.
Der Umzug
Am Samstag, 25. Januar, wird es einen Nachtumzug durch die Fischinger Straßen geben. An den Start gehen werden 17 Narrenzünfte und Hexenzünfte. Mit großer Freude wird die „Lombakapell“ aus Empfingen erwartet. Die Aufstellung der Gruppen ist in der Burg-Wehrsteinstraße, der Umzug bewegt sich durch die Schlossbergstraße, die dann rechtwinklig in den Herrengarten ein und endet schließlich bei der Wehrstein-Halle.