Mit viel Wortwitz, Musik und Seitenhieben auf die Lokalpolitik haben die Narren beim Zunftball in der Halle ein wahres Fasnets-Feuerwerk gezündet.
Dass der Abend künftig nicht mehr „SchmoDo“ heißen darf, tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Halle bebte, als sich Akteure, Rathaus und Vereine gegenseitig auf die Schippe nahmen. Für eine besondere Überraschung sorgte Prinz Kevin aus Weitingen.
Weil er „ein großes Herz für die Eutinger“ habe, startete er spontan eine Spendenaktion für die marode Halle. Über 500 Euro kamen noch am Abend zusammen, ein Talheimer Karnevalsfreund versprach sogar 1000 Euro. Bürgermeister Markus blieb angesichts dieser Summe kurz die Stimme weg – an diesem Abend ohnehin ein gefragtes Ziel närrischer Kritik.
Weitingens erster „Lugenbeutel“
Zuvor war der Schultes im Rathaus symbolisch entmachtet worden, in der Halle jedoch als bekennender Prinzessin-Fan aufgetreten. „Wir sind Prinzessin“, lautete das solidarische Motto einiger Rathausmitarbeiter.
Zunftmeisterin Iris Klinkmüller kündigte an, dass die Vereine spätestens bis Aschermittwoch wieder an Bedeutung gewinnen würden. Schließlich sei Weitingens erster „Lugenbeutel“ niemand Geringerer als der Schultes selbst – vielleicht also ein künftiger Träger des Schelladralle-Baums.
Auch personelle Spitzen fehlten nicht: Eine augenzwinkernde „Stellenanzeige“ brachte Tideman in Bedrängnis, doch nachdem Kollegin Jaqueline nun mit Prinz Kevin regiert, unterschrieb er seinen Urlaubsschein ohne Widerworte. Ansager Michael „Stressi“ Köhn gestand offen „Schiss“, während Raimund „Saimen“ Sattler ihm mit einer Titanic-Pose beistand.
Beim Büttel-Auftritt deckte Eugen die „Schuldentaten“ des Rathauses auf und stellte dem Bürgermeister eine Wiederwahl 2031 in Aussicht – sofern er jedes Jahr einen so gelungenen Fleckafasnet-Auftritt hinlege und einen guten Friseur finde. Auch der SVE musste sich Spott gefallen lassen, nachdem bei der Fleckafasnet der Beamer streikte.
Für Quizstimmung sorgte Uli alias Smillo Lazar in „Wer gwennt n Stall voll Fasnetsgeld?“. Marlen – gespielt von „Stressi“ Köhn – scheiterte knapp an der 50-Euro-Frage.
Stürmischen Applaus erhielten die Prinzengarde für ihren Marsch- und Showtanz sowie die Stolperschwänzle. Satirische „Eutinger News“ nahmen Bauzeiten, Sparmaßnahmen und Rathausarbeit ins Visier.
Selbst ernste Themen mit Humor angegangen
Am Ende blieb vor allem eines: beste Stimmung, viel Gelächter – und das gute Gefühl, dass selbst ernste Themen wie die Hallensanierung mit Humor und Gemeinschaftssinn angegangen werden können. Bürgermeister Markus nahm es sportlich und freute sich, für ein paar Tage die Regentschaft in Narrenhand zu wissen.
Zahlreiche kreative Programmpunkte
Neben politischen Spitzen
und Spendenfreude bot der Zunftball auch zahlreiche kreative Programmpunkte. Als Premiere traten die Mafiosi mit ihrem „Banküberfall“-Lied auf und ernteten kräftigen Applaus. Die Prinzengarde überzeugte mit einem schwungvollen Marsch- und Showtanz, während die als Griechen verkleideten Stolperschwänzle tänzerisch für Begeisterung sorgten.
Mit viel Lokalkolorit
warteten Elle und Benjamin auf, die mit ihrem B-TV-Team satirische „Eutinger News“ präsentierten. Ob Bauzeiten von Bahnbrücken oder Sparmaßnahmen im Rathaus – kein Thema blieb verschont. Selbst der Schultes wurde als Rapper seines „Blocks“ enttarnt und musste sich den Vorwurf gefallen lassen, ein Doppelgänger zu sein.
Humorvoll verabschiedet
wurde Erzieherin Sigrid in den Ruhestand. Zugleich sei damit die Nachwuchs-Vorsitzende der NZE gefunden, hieß es augenzwinkernd – auch wenn nicht jedes Mitglied das Punktesystem für Arbeitsdienste verstehe. Neue Straßennamen wie der „Dr.-Oberle-Weg“ oder die Kappo-Straße fanden ebenso ihren Platz im närrischen Werbeclip der „Jungs vom Seele“.
Für Lacher
sorgte zudem der SVE-Streichelzoo nahe des Sportheims: Ein eingezäunter Weg sollte dort angeblich seltene Tierarten beherbergen.
Am Ende überwog
die Freude über einen rundum gelungenen Abend, der zeigte, wie lebendig und ideenreich die Eutinger Fasnet ist – und wie sehr sie vom Engagement vieler Akteure lebt.