Fest in der Hand der Narren ist seit Montagabend Rottenburgs größter Stadtteil und dieser heißt traditionsgemäß nun bis zum Ende der Fasnet „Kleinparis“.
Pünktlich um 18 Uhr setzte sich der närrische Tross, angeführt von den „Fleckahupern“, in Richtung Marktplatz in Bewegung, wo er – trotz strömendem Regen – von zahlreichen Zuschauern und der Zunftobrigkeit erwartet wurde. Das „närrische Dreigestirn“, bestehend aus den beiden Zunftmeistern Phillipp Baur, Achim Kittel und Brauchtumsmeister Tobias Schäfer, sorgte dann für einen reibungslosen Ablauf des Abstaubezeremoniels und der Jubel war groß, als die Larven und Utensilien der Narren aus der Klamottenkiste geholt und gründlich entstaubt wurden.
Ein hochprozentiges „Wässerle“ sorgte dann bei den „Abstaubern“ dafür, dass den Masken feuchtfröhlicher Odem eingehaucht werden konnte. In wohlgereimten Versen stellte Brauchtumsmeister Tobias Schäfer fest, dass die Menschen allesamt Narren seien, die bei dem Bestreben nach Gut und Geld viel zu spät auf die Lebensuhr schauten. Diese ticke aber unbarmherzig weiter. „Ond isch der Zeiger einmol rom, no stoht mer do ond gucket domm“, so sein Fazit, und weiter: „Mir send Narra ohne Reu, am Aschermittwoch isch’s vorbei“.
Ernennung zum Ehrenmitglied
Stellvertretend für alle kam an diesem Abend auch Altnarr Klaus Ranft unter den Federwisch und nachdem ihm etliche Missetaten und Jugendsünden vorgehalten wurden, gaben sich die Narren wieder versöhnlich und ernannten ihn aufgrund seiner Verdienste um die Fasnet im Ort und die Narrenzunft zum Ehrenmitglied.
Dann zog die Bunte Narrenschar in die örtlichen Lokale, in denen manch staubiger Bruder und muffige Schwester mit dem Federwisch Bekanntschaft machte.