Volle Halle, beste Laune: Der Epfendorfer Weiberball wird seinem Ruf wieder gerecht. Foto: Botzenhart

Im Neckartal wissen die Frauen Fastnacht zu feiern. Und nachdem in Epfendorf Prinz und Narren ihren Auftritt hatten, können die Damen das besonders gut ohne Mann.

Zumindest am Epfendorfer Weiberball steht das Kürzel „m/w/d“ schlicht für „Mädchen, Weiber, Damen“. Und es versteht sich von selbst, dass von jeder dieser Spezies eine Menge anwesend waren, schließlich war die Epfendorfer Halle restlos ausverkauft.

 

Schon lange bevor das Programm startete, war die Stimmung auf dem Siedepunkt und das Starzach Duo trug über den ganzen Abend dazu bei, dass dies auch so blieb. Mit Party- und Tanzmusik, aber auch mit eigenen Einlagen, die die Damen schlicht von den Bänken rissen, unterhielten die Musiker auf das Beste.

Die Tanzgruppe hat sich bestens auf den großen Auftritt vorbereitet. Foto: Botzenhart

Nach der Begrüßung durch die erste Vorsitzende, Barbara Neuwirth, und Ansagerin Judith Roth startete die Ballnacht ganz traditionell mit dem Einzug der Narren, Hexen und Schantle, die mit dem Brezelsegen die Weiber willkommen hießen.

Dann folgte auch schon ein erster Höhepunkt, denn ihro Lieblichkeit Annegretchen von Schneiders mit ihrem Gemahl, dem hochwohlgeborenen Claudius dem Ersten, hielten als Prinzenpaar Einzug, natürlich mit ihrer Garde im Gefolge. Diese hatte speziell für den Weiberball einen neuen Marsch samt Hebefigur einstudiert, und keiner hielt es für möglich, dass das älteste Tanzmariechen bereits 77 Jahre alt ist. Überhaupt macht in dieser Truppe das recht hohe Durchschnittsalter von über 60 Jahren den besonderen Charme aus, bewahrte sie aber nicht von einer lautstark geforderten Zugabe.

Comedy mit TV-Qualitäten

In ihrer unnachahmlichen Art stand Alexa in der Bütt und unterhielt zum Thema „Die perfekte Frau“ – die Lacher und der zwischendurch immer wieder aufbrandende Beifall zeigten, dass sie den Nerv der Damen getroffen hatte. Dies gelang auch den „Schwarzwaldfeen“ aus dem Zauberwald, die sowohl durch Homehorsing als auch mit einer tollen Choreographie die Besucherinnen hervorragend unterhielten.

Was die „Käther vom Necker“ mit ihrem Mann so alles erlebte, verriet sie auf unglaublich humoristische Art. Elke B. könnte mit ihrem freien Vortrag ohne Zweifel in jeder TV-Show auftreten und würde locker so manch prominentem Comedian die Show stehlen. Der Applaus wollte nicht mehr enden, gerne hätten die Frauen noch mehr gehört von der „Käther vom Necker“. Doch im Programm ging es schon weiter: Die drei FDH-Girls plauderten als Klo-Frauen aus dem Nähkästchen. Gekonnt erzählten Simi, Andy und Sabine ihre Geschichten, und mit ihrer Yogavorführung die im „erbrechenden Hund“ endete, hatten sie es auch in diesem Jahr wieder einmal geschafft, Fasnet in ihrer Urform zu präsentieren und aufs Beste zu unterhalten.

Zeitreise

Die große Tanzgruppe des TVE führte mit ihrem Auftritt durch die Disco der Jahrzehnte und traf mit Musik und Choreo genau den Geschmack der Zuschauerinnen. Tosender Applaus war der Lohn für eine super Aufführung.

Ein Höhepunkt jagte den anderen, und als die ollen alten Weiber vom Kindergarten mitten durch den Saal Einzug hielten, war sofort allen klar: Das gibt wieder einen mega Auftritt.

Auch die Kindergartengruppe entert die Bühne. Foto: Botzenhart

Definitiv kann man sagen, dass in dieser Gruppe ungeahnte Talente stecken, die an der Fasnet nur darauf warten, ans Tageslicht zu kommen. Witzig und in Mimik, Gestik, Gesang und Sprache höchst unterhaltsam, gab es fast kein Halten. Zum

Abschluss des Programms kamen dann die Frauen das Vorstands auf die Bühne. Sie verstanden es, trotz der vielen Arbeit, die Organisation und Durchführung des Weiberballs erfordern, mit ihrem Tanz als Tanzzwerge den Weiberball 2026 zu einem würdigen Finale zu führen und ernteten für ihren Einsatz und die Darbietung frenetischen Beifall.

Nicht ohne sich bei allen Unterstützern zu bedanken und das obligatorische „Weiberball-Lied“ anzustimmen, beendete Barbara Neuwirth das Programm und gab die Bühne frei. Dass diese in Null Komma nix von den tanzfreudigen Damen eingenommen wurde, versteht sich von selbst, und eine rauschende Ballnacht fand erst Stunden später ihr Ende.