In Ebingen zogen am Sonntag die Narren durch die Straßen. Jäh unterbrochen wurde das Spektakel kurzzeitig von einem Fehlalarm. Doch das tat der Feier keinen Abbruch.
Ganz Ebingen hat am Sonntag einmal mehr bewiesen, dass die Fasnet hier nicht nur gefeiert, sondern gelebt wird. Pünktlich am frühen Nachmittag setzte sich am Sonntag, 8. Februar, der große Fasnetsumzug der Narrenzunft Schlossbergturm Albstadt-Ebingen in Bewegung und machte die Innenstadt für mehrere Stunden zur närrischen Hochburg der Region.
Schon lange vor dem offiziellen Start füllten sich die Straßen. Familien mit Kindern, bestens vorbereitet mit Stoffbeuteln und Eimern, suchten sich die besten Plätze entlang der Umzugsstrecke, während sich an den Absperrungen alte Bekannte begrüßten. Man kennt sich, man freut sich – und man weiß: Jetzt wird es laut, bunt und garantiert nicht langweilig. Angeführt von den Gastgebern schlängelte sich ein eindrucksvoller Lindwurm durch Ebingen.
Zahlreiche Narrenzünfte aus Albstadt, der Zollernalb und darüber hinaus waren angereist und sorgten mit ihren Häsern, Masken und Figuren für eine große Vielfalt. Hexen mit wildem Besen, finstere Teufel, Waldgeister und allerlei schräge Gestalten boten den Zuschauern entlang der Strecke immer neue Eindrücke. Immer wieder brandete Applaus auf, wenn besonders aufwendig gestaltete Masken vorbeizogen oder Gruppen ihre einstudierten Späße präsentierten. Und natürlich fehlte auch das nicht, worauf vor allem die jüngsten Besucher sehnsüchtig warteten: Süßigkeiten. Bonbons, Gummibärchen und Schokolade flogen in hohem Bogen ins Publikum und sorgten für leuchtende Kinderaugen und gut gefüllte Beutel. Für die passende Stimmung sorgten Guggenmusiken und Trommler, die den Umzug lautstark begleiteten. Trommeln, Bläser und schräge Töne vermischten sich zu dem typischen Fasnetssound, der durch Mark und Bein geht und spätestens nach wenigen Takten zum Mitwippen animierte.
Kurzzeitig unterbrochen wurde der Umzug, als mitten im närrischen Treiben die Feuerwehr ausrücken musste. Grund war ein Fehlalarm in der Deutschen Bank in der Marktstraße. Der Umzug kam für wenige Minuten zum Stillstand, konnte jedoch nach dem schnellen Einsatz der Feuerwehr ohne größere Verzögerung fortgesetzt werden. Die Unterbrechung dauerte keine zehn Minuten.
Auch die äußeren Bedingungen spielten mit: Die Temperaturen waren ideal für den Umzug, nicht zu kalt und vor allem nahezu windstill. Entsprechend entspannt hielten es die Besucher über Stunden entlang der Strecke aus, und die Innenstadt war bis in die Seitenstraßen hinein belebt. Für viele Beteiligte war der Umzug auch ein persönlicher Moment. „Für mich ist es jedes Mal etwas Besonderes, hier in meiner Heimatstadt mitzulaufen“, sagte Tanja Öz, Mitglied der Schalksburg Hexen, am Rande des Umzugs. Die gebürtige Albstädterin freute sich sichtlich darüber, wieder Teil des Ebinger Fasnetsgeschehens zu sein.
Aktuell ist sie zudem in der Ausstellung „50 Kinder von Albstadt“ in der Technologiewerkstatt in Tailfingen zu sehen, wo sie ebenfalls in ihrem Hexenhäs präsentiert wird. Die Ausstellung läuft noch bis einschließlich 27. Februar. Nach dem Umzug verlagerte sich das närrische Treiben in die Festbereiche und Gaststätten, wo weitergefeiert, gelacht und über die schönsten Masken diskutiert wurde. Der Umzug verlief im Weiteren reibungslos, die Beteiligung war groß und die Resonanz beim Publikum durchweg positiv.
Am Ende blieb bei vielen nur ein Gedanke: Schee war’s – und viel zu schnell vorbei. Doch eines ist sicher: Wenn es in Ebingen wieder heißt Narri – Narro, sind Narren und Zuschauer garantiert wieder zur Stelle.