Die Plääri der Narrenzunft Frohsinn beweinen das Ende der Fasnet 2025. Links ist die brennende Strohpuppe zu sehen, die symbolisch für das Fasnetende steht. Foto: Roger Müller

Sieben Plääri markieren am Donaueschinger Hanselbrunnen das stille Ende der Fasnet. Aber es gibt einen Ersatzmann. Was es damit auf sich hat.

Es gibt nur sieben Plääri bei der Narrenzunft Frohsinn – und genau das macht sie so besonders. Man sieht sie nämlich nur ganz kurz: am Fasnetzieschtig, wenn die Fasnet endet. Ein eher trauriger Moment wird es also auch wieder am Dienstag, 17. Februar sein, passend zu ihrem Auftritt.

 

Die Plääri wurden 1936 gegründet und feiern dieses Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. Vielen sind sie kaum bekannt, denn sie zeigen sich ausschließlich zum Abschluss der fünften Jahreszeit. Die ersten beiden Masken und das Häs stammen vom Bildhauer Fritz Götz. Er schuf sie 1936, die Larven wirken niedergeschlagen.

Die Lindenholzlarven wirken bewusst traurig, mit erhabenen Tränen – denn im Dialekt ist ein „Plääri“ jemand, der weint oder heult. Bis zum Beginn des Krieges zogen die Plääri am Fastnachtsdienstag durch die Stadt und verkündeten das Ende der Fastnacht. Danach verschwand dieser Brauch lange Zeit.

Erst 1978, anlässlich des 125. Bestehens der Narrenzunft Frohsinn, kam es zur Wende: Bei einer Ausstellung übergab die Witwe von Fritz Götz dem damaligen Altoberhansel die beiden originalen Larven ihres Mannes – mit der Bitte, sie wieder zum Fastnachtsende zu tragen.

Tradition lebt auf

Zwei altgediente Hansel griffen diese Tradition wieder auf. 1982 kamen fünf neue Plääri-Larven hinzu, geschaffen vom Hüfinger Bildhauer Otmar Mayer. Seitdem sind es sieben Plääri. Heute schlüpfen am Fastnachtsdienstag Heiner Murrer, Klaus Sarnes, Ralf Fricker, Helmut und Carsten Hinrichs, Johannes Vosseler, Wolfgang Hansel und Wolfgang Reiter in das besondere Häs.

Der achte Plääri jedoch ist lediglich der „Ersatzmann, denn tatsächlich treten beim Fastnachtsende nur sieben in Erscheinung. Die Rolle der „Acht“ ist eine große Ehre und bleibt nur langjährig engagierten Zunftmitgliedern vorbehalten. Der Plääri ist außerdem streng heimatverbunden, er tritt ausschließlich im Ort auf und nimmt nicht an auswärtigen Narrentreffen oder Umzügen teil.

Sonntagsumzug

Ohne Schellen, mit schwarzen statt bunten Tüchern, schwarzen Handschuhen und einem schwarzen Rand anstelle des Blumenkranzes verwandelt sich der fröhliche Hansel in den trauernden Plääri.

Am Hanselbrunnen beenden sie schließlich im Trauerflor die Fasnet. Der große Umzug der Narrenzunft Frohsinn findet am Sonntag, 15. Februar, ab 14 Uhr statt.

Laut Veranstalter haben sich 64 Narrenvereine und Musikgruppen angesagt. Der Zug wird vom Zugmarschall und der Bürgerkavallerie angeführt. Der Umzug startet im Bereich Käferstraße/Brigach. Nach dem Umzug ist Narrentreiben angesagt.

Kneipen und Besenwirtschaften laden zum Einkehren ein.