Ob Wurzel-, Falken- oder Berghexen: Auch Hexenzünfte prägen die Fasnet in Schramberg. Unsere Redaktion gibt einen Überblick über die Hexenzünfte der Schramberger Fasnet.
Jede Menge Hexenzünfte begleiten die Schramberger Fasnet und treiben seit Jahren auf den Straßen ihr Unwesen. Die 13 Hexenzünfte der Talstadt und ihrer Stadtteile sind tief in regionalen Sagen, historischen Überlieferungen und örtlichen Besonderheiten verwurzelt. Sie prägen seit Jahrzehnten das närrische Bild und sorgen mit ihren individuellen Häsern, Masken und Narrenrufen für Vielfalt und Wiedererkennungswert. Unsere Redaktion gibt einen Überblick über die Vielfalt der Hexenzünfte.
Wurzelhexen Tennenbronn
Die Wurzelhexen Tennenbronn wurden 1989 gegründet, ihre Figur geht jedoch auf eine Sage zurück, deren Ursprung um das Jahr 1810 verortet wird. Schauplatz ist das hintere Bernecktal zwischen Tennenbronn und Schramberg. In der sogenannten „Teufelsküche“, einer Engstelle des damaligen Handelswegs, soll es bis ins 19. Jahrhundert zu Überfällen und rätselhaften Todesfällen gekommen sein. Laut Sage ein verhexter Ort.
Mit dem Narrenruf „Wurzel – Hexen“ und „Teufels – Küche“ zählt der Verein heute rund 122 aktive Mitglieder. Die aus Lindenholz geschnitzte Maske mit markanten Wurzeln auf der Stirn, Rehfell, Fuchsschwanz und das Wurzelgeflecht auf der Schürze symbolisieren die enge Verbindung zum Schwarzwald.
Ichbe-Hexen Tennenbronn
Gegründet wurden die Ichbe-Hexen 1985 von zehn närrischen Eichbachern am Stammtisch des Gasthauses Löwen. Mitglied kann nur werden, wer im Eichbachtal verwurzelt ist oder dort lebt. Heute gehören rund 100 Aktive dem Verein an.
Das Häs besteht aus einer Holzmaske mit Gestell und kleinem Strohhut. Dazu tragen die Hexen eine rote Bluse, einen schwarzen Rock mit grüner Schürze sowie rot-schwarz gestreifte Socken. Hexenhose und Strohsandalen runden das Erscheinungsbild ab. Der Narrenruf lautet „Ichbe – Hexen“.
Falkenhexen Schramberg
Die Falkenhexen sind der älteste Hexenverein der Talstadt und wurden 1978 gegründet. Der Verein zählt heute etwa 130 aktive Mitglieder. Ein besonderes Merkmal sind die außergewöhnlichen, handgefertigten Schuhe, die den Hexen ein unverwechselbares Auftreten verleihen.
Mit ihrem Narrenruf „Falken – Hexen“ gehören sie seit Jahrzehnten fest zur Schramberger Straßenfasnet.
Finsterbachhexen Schramberg
Die Finsterbachhexen entstanden in den 1970er-Jahren und traten 1980 erstmals als noch unorganisierte Gruppe bei der Schramberger Straßenfasnet auf. Heute sind sie ein fester Bestandteil des närrischen Treibens.
Auffällig ist die blaue Schürze mit dezentem Blümchenmuster. Die Ringelsocken – ein rot-weißer und ein blau-weißer – stehen symbolisch für die an das Finsterbachtal angrenzenden Gemeinden Schiltach und Lauterbach. Der Narrenruf lautet „Finsterbach – Hexen“.
Kräuter-Hutzeln Schramberg
Die Kräuter-Hutzeln wurden 1987 von 16 jungen Leuten gegründet. Der Verein zählt derzeit 89 aktive und 64 passive Mitglieder. Die Holzlarve erinnert an die „alten Weiblein“, die früher mit ihrem Wissen über Heil- und Wildkräuter den Menschen halfen.
Typisch sind die kleinen Körbchen mit getrockneten Birnen – den sogenannten Hutzeln. Ihr Narrenruf lautet „Kräuter – Hutzla“.
Schinderhexen Schramberg
Die Schinderhexen entstanden Anfang der 1980er-Jahre aus einer spontanen Idee zweier Schramberger. Ihre Figur geht auf den historischen Räuber Johannes Bückler, besser bekannt als Schinderhannes, zurück. Er lebte im 18. Jahrhundert und wurde 1803 hingerichtet.
Der Hexentanz stellt Festnahme, Hinrichtung und die symbolische Auferstehung als Hexenführer dar. Die Narrenrufe lauten „Schinder – Hexen“ und „Schinder – Hannes“. Rund 75 aktive Mitglieder gehören dem Verein an.
Sulgener Berghexen
Die Berghexen Sulgen wurden 1986 gegründet und zählen heute rund 160 aktive Mitglieder. Markenzeichen ist die auffällige Vollholzlarve mit langer Nase, Hauzähnen, Warzen und vorstehendem Kinn.
Zum Häs gehören Geißenfell, Fuchsschwanz, ein schwarz-rotes Kleid sowie Strohsandalen. Der Narrenruf lautet „Berg – Hexen“.
Eckenmoorhexen Sulgen
Die Eckenmoorhexen wurden 2011 gegründet und zählen inzwischen rund 80 aktive Mitglieder. Inspiration ist das Moor im Eckenwald auf Sulgener Gemarkung. Die Vereinsfarben Waldgrün, Braun und Schwarz spiegeln diese mystische Landschaft wider.
Ihr Narrenruf lautet „Eckenmoor – Hexen“.
Schorenhexen Sulgen
Die Schorenhexen Sulgen bestehen seit 1989 und haben heute etwa 80 aktive Mitglieder. Das Häs ist stark naturverbunden gestaltet: Der Rock ist mit Blumen verziert, die schwarze Borte symbolisiert die Erde, aus der die Kräuter für Zaubertränke wachsen.
Der Narrenruf lautet „Schoren – Hexen“.
Burgstall-Hexen Heiligenbronn
Die Burgstall-Hexen wurden 1983 gegründet und zählen heute rund 120 Mitglieder. Seit 1989 organisieren sie jährlich am Fasnetsdienstag ihren eigenen Umzug durch Heiligenbronn.
Als Kontrastfigur zur Hexe ergänzt seit 1996 das Bürstenmaale das närrische Bild. Der Narrenruf lautet „Burgstall – Hexen“.
Brunnä-Hexen Sulgen
Die Brunnä-Hexen sind der jüngste Hexenverein und seit 2024 aktiv. Rund 60 Mitglieder bringen frischen Wind in die Sulgener Fasnet. Der Name geht auf die Brunnenstraße zurück, in der die Gründungsmitglieder wohnen.
Das Häs ist in Schwarz und Beige gehalten, ergänzt durch eine Kette um die Hüfte. Der Narrenruf lautet „Brunnä – Hexen“.
Rosswald-Hexen Schramberg
Die Rosswald-Hexen der Bürgervereinigung Rosswald wurden 1970 gegründet. Sie geben dem närrischen Treiben einen geheimnisvollen, aber zugleich liebenswerten Charakter.
Das rote Kopftuch mit schwarzen und weißen Punkten, ein gehäkeltes Dreieckstuch und der Rock mit bunten Flicken sorgen für hohen Wiedererkennungswert. Der Narrenruf lautet „Rosswald – Hexen“.
Schlierbach-Hexen Waldmössingen
Die Schlierbach-Hexen wurden 2014 ins Leben gerufen und zählen heute knapp 30 aktive Mitglieder. Benannt sind sie nach dem Schlierbach, der in Waldmössingen entspringt.
Mit ihrem Narrenruf „Schlierbach – Hexen“ haben sie sich schnell einen festen Platz in der örtlichen Fasnet erobert.