Das kann heiß werden: Eine Bräunlinger Urhexe springt über das lodernde Feuer – wie das seit Jahrhunderten Brauch ist. Foto: Dagobert Maier

Eine alte Tradition wird mit dem Sprung der Bräunlinger Urhexen über das lodernde Feuer lebendig. Es ist der Startschuss für die närrischen Tage in der Zähringerstadt.

Wenn die Trommler zum Kelnhofplatz ziehen und die Stadtwehr mit lauten Böllerschüssen die nebelumwaberte, schaurige Hexenszene vor vielen Zuschauern umrahmt, ist klar: In der Narrenhochburg Bräunlingen haben die närrischen Tage begonnen. Zuvor hatte unter lautem Fauchen die gelbe Urhexe den Druidenstein gesprengt und ihre Urgewalt, die dem Winter trotzt, eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

 

Dies war der Startschuss für das Hexenlaufen und für die Urhexen, den Kelnhofplatz in Beschlag zu nehmen. Das dünne, trockene Rieswelleholz wurde angezündet, und die Urhexen sprangen mit teils waghalsigen Sprüngen über das Feuer, das seine Funken in den dunklen Abendhimmel sprühte.

Zuvor hatten die furchterregenden Gestalten ihre Hexenpolka um das immer höher lodernde Feuer getanzt. Über Lautsprecher wurde über den Beginn des Hexenlaufens und Hintergründe der Fasneteröffnung informiert.

Immer wieder ertönte auf dem Kelnhofplatz der Spruch „Oni Oni Hex hät siebä Plätz, siebä Plätz hät oni oni Hex“. Der Feuersprung der Hexen soll den Übergang vom Winter in den Frühling darstellen. Es ist ein Feuerspektakel, auf das die Urhexen immer lange hinfiebern – und das Ende der 1950er Jahre erstmals zu sehen war.

Anfänge vor 200 Jahren

Das Hexenlaufen hatte vor rund 200 Jahren seine Anfänge. Es ist ein Spiel der närrisch gekleideten Kinder mit den Hexen. Die Kinder rufen unter anderem „Hex mitem Bese, fährt mit de Schese, de Schese keit um und Hex isch krumm“ und suchen ein Versteck. Die Hexen jagen den rufenden Kindern hinterher und versuchen, eines der Kinder zu erwischen. Das Spiel wiederholt sich bis zum Fasnetmontag.