In der Bräunlinger Kernstadt wird Schauspielfasnet gefeiert. Dabei geht es einmal quer durch die Fernseh-Landschaft.
Mit dem Umzug durch die Kernstadt und der närrischen Schauspielfasnet „TV Brillingä“ hatte die Bräunlinger Fasnet zu einem letzten närrischen Höhepunkt in die Narrenhochburg eingeladen. Anders als im vergangenen Jahr mit „Die Bauernkriege“, stand in diesem Jahr ein alltägliches Geschehen auf dem Programm, nämlich ein Blick auf die Fernsehprogramme. Innerhalb der fünf Teilstücke bekamen die zahlreichen Besucher bekannte Sendungen mit vielen närrischen Akzenten und Lokalkolorit zu sehen.
Diese verdeutlichten auf närrische Art, wie das Fernsehen mit seinen vielen unterschiedlichen Programmen das Alltagsleben mitbestimmt. Vor dem Beginn des beliebten Fasnetnachmittags mit Hobbyschauspielern in der Stadthalle, zogen die närrischen Schauspielgruppen nach dem Biwakieren durch die von vielen Zuschauern umsäumten Straßen der Bräunlinger Innenstadt.
Das Wetter war gut, und der Kanonenstartschuss der Stadtwehr war mehrfach zu hören. Angeführt von den historischen Fasnetgruppen der Narrenzunft und den Darstellern der Schauspielfasnet sowie einigen Gastgruppen, trieb der Umzug die närrische Stimmung immer weiter in die Höhe und nahm sie mit in die Stadthalle. Bei einer Bauernhochzeit gab es beim Tanz einen komplizierten Unfall, zu dem Professor Brinkmann von der Schwarzwaldklinik gerufen wurde. Er gab dem Verletzten mit einer Riesenspitze eine Schmerzstillung und ließ den Mann in die Schwarzwaldklinik abtransportieren.
Bräunlinger Nächte sind lang
Thomas Gottschalk kam auf die Bühne und lud im Rahmen von „Wetten dass...“ zur Saalwette, einer Riesenpolonaise, ein. Einige Lieder der Sänger, darunter „Bräunlinger Nächte sind lang“ und „Adios Mexiko“ gab es zu hören. Beim aktuellen Sportstudio wurde die Torwand aufgebaut, und Bürgermeister Micha Bächle, der früher Landtagsabgeordnete Franz Schumacher und „der wichtigste Bräunlinger“, die gelbe Urhexe, versuchten den Ball ins Loch zu schießen.
Kein Treffer
Keinem gelang ein Treffer, und so wurde der Trostpreis an Micha Bächle, der zweite Preis an Franz Schumacher und an „Wickli“ Matthias Schmid der Siegerpreis übergeben. Unter der Moderation von Ilja Richter kamen die Les Humphreys Singers auf die Bühne und sangen Medleys. In den Pausen gab es diverse Tanzaufführungen bei mitreißender Musik und farbenfrohem Outfit auf der Stadthallenbühne. Auch einige Runden mit der Musik der Stadtkapelle brachten Stimmung beim Publikum im Saal. Wie immer nach der Schauspielfasnet, kam der Einmarsch der historischen Gruppen in die Stadthalle. Die Urhexen stiegen mit lautem Fauchen über die Tische, die Stadtbockpeitschen knallten, und die Hansel beeindruckten mit ihrem Gschell.
Lange Tradition
Schauspielfasnet
Jährlich wird bei der Bräunlinger Schauspielfasnet ein neues Thema von der Narrenzunft ausgesucht. Die Aussagekraft des Montags in der Kernstadt liegt darin, dass sich in der närrischen Zeit Gemeinschaften, Riegen, Gruppen und auch die Narrenzunft Eintracht selbst schauspielerisch betätigen. Etliche historische Themen, darunter Napoleon, Marco Polo, Tanz auf dem Mond, Weltausstellung, Kolumbus und Wilhelm Tell fanden in den zurückliegenden Jahren viel Zuspruch bei den närrischen Besuchern. Sogar Wagenrennen mit Pferden fanden in der Innenstadt schon statt. Mitwirkende Gruppen 2026: Landjugend, Männergesangverein, Alte Herren Fußball, Heimat- und Trachtenbund, Fußballclub, TuS U 30, TuS Traumtänzerinnen und Narrenzunft Eintracht.