Die Absetzung des Bürgermeisters Peter Schuster im Herrenzimmerner Rathaus gestaltete sich zum großen Spektakel. Nun ist der Schlüssel in Narrenhand.
Die Musikkapelle Lyra Herrenzimmern begleitete musikalisch die Burgnarren samt Narrenat, die Garden sowie eine große Anzahl der Einwohnerschaft von Herrenzimmern, als man zum Rathaus marschierte, um den Ratssaal zu stürmten.
Doch der Schultes Schuster machte es den Rathausstürmern nicht leicht. Aber schließlich gelang es dem hohen Narrenrat doch, ihn in ihr mitgebrachtes Joch zu bringen.
„Joch aus hartem Holz“
Narrenpräsident Marius Bartsch stellte klar: „Vernehmt von mir in froher Stunde, die herrliche und frohe Kunde, dass für Euch kommen schöne Tage, aus ist ,s jetzt die Schustersische Plage, aus ist es jetzt mit Weh und wimmern – ab heut regiere ich in Herrenzimmern.“
Er wolle das Amt übernehmen ohne dabei Zeit zu vergeuden, um die Bürger zu befreien aus ihrem Leiden. „Ich erheb‘ die Hand zum Schwur, Kampf deut die Schusters Diktatur, brecht jetzt dem Schultes seinen Stolz, spannt ihn ins Joch aus hartem Holz.“ Und forderte „an diesem für uns heiligen Orte“ gleich den Schlüssel des Bürgermeisters.
Schuster feiert zweimal
Doch das ließ dieser nicht so ohne weiteres geschehen. „Heut Obend grüaß I dia Hrrenzimmerner Narrenzunft und `dem neuen Präsident den Marius Bartsch den hier z`Herrenzimmern. Unsere musikkapell isch au dabei wia kennts sonscht bei uns au sei. Au alle Bürger und Narre heiß I heut obend hier am Schmotziga vor dem Rathaus willkomma. Bürgermeister von Bösingen und Herrenzimmern zu sei isch für mi als Hochwälder a große Ehr zwei Kirchengemeinda, zwei Fußballverein, zweimal Fasnet, einmal Rotkreuz, einmal Feuerwehr und viele Vereine und Organisationen und mehr. Wenn mr do überall dabei sei will, reicht einem fast die Zeit und der Kalender nit aus. Neben dr Arbeit im Rathaus hot mr ja au no a privates Leaba und a Familie zu haus. A Spass-Brems bin I sogar im Joch als Euer Gefangener mit drum mach au I an der hiesigen Fasnet in beiden Ortsteile mit. An meiner kurzweilga Arbet hab I wirklich a große Freud aber au an dr Geselligkeit und an da Leut. Gezwungerener Maßen geb I a kurze Zeit mein Rathausschlüssel her.“
Wein für die Frauen
Die Musikkapelle vom „Pfudihafa“ unter der Leitung von Alexander Higi wartete mit den Klängen des Zimberschen Burgnarrenmarsch auf, um dann zu weiterer Blasmusik zu wechseln.
Und nach altem Brauch erhielt das das weibliche Geschlecht kostenlosen Wein, den Bürgermeister Schuster mit ein paar Narrenräten ausschenke. Die Gardedamen dagegen schenkten sich den Wein kräftig selbst ein.