Im Narrenblättle der Moofanger wird wieder viel g’schwätzt. Foto: Steinmetz

Was ist eine glückselige Fasnet? Wer es noch nicht gewusst hat, kann es auf der Titelseite des neuesten Bierlinger Narrenblättles nachlesen.

„Der Moofanger“ anno 2026 ist wieder herausgekommen. In aller Frische wird unverblümt g’schwätzt über „dees und sell“, herumgenörgelt, aber auch gründlich Recherchiertes zum Besten gegeben. Ein Novum der neuesten Ausgabe des „Moofangers“: Lyrisches über den Ernst der Fasnet.

 

Der Moofanger-Redakteur hat diesmal im Rathaus Maren Ganion, die Hauptamtsleiterin, aufgesucht und sie befragt. Der Leser erfährt, dass sie leidenschaftlich gern Motorrad fährt und ein Vereinsmensch ist, allerdings nicht in Starzach, sondern in ihrem Wohnort Empfingen. Dort wird sie auch bis Aschermittwoch die närrischen Tage verbringen, um sich von der Starzacher Kommunalpolitik zu erholen. Sie gibt im Interview zu, dass sie mit den Konsolidierungsmaßnahmen und dem Druck aus der Bürgerschaft zur Zeit kein leichtes Spiel habe.

Immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO

Als „Bierlenger Original“ hat es Wolfgang „Django“ Ruggaber ins Narrenblättle geschafft. Ehre, wem Ehre gebührt: „Django“ ist nicht nur passionierter Musiker (sein Instrument ist das Bariton-Tenorhorn), Ex-Fußballer mit der Nummer 10 bei den Sportfreunden Bierlingen, sondern auch Conferencier, Sänger, Stimmungsmacher, Witzeerzähler und E-Tuck-Tuck-Fahrer. Zudem mäht er ehrenamtlich den Kreuzweg und die Fläche ums Ammelesbrünnle herum. Der „Moofanger“ könnte es sich vorstellen, das Bierlinger Original in das immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO aufzunehmen.

Das Fasnetsereignis 2026 in Starzach war natürlich die Riesen-Sause der Felldorfer Klammhoka zu ihrem 50. Geburtstag. Die Bierlinger Moofanger waren dort als gute Nachbarn zahlreich vertreten. Das Narrenblättle beleuchtet im Rückblick die Felldorfer Narrenparty mit Umzug auf einer Doppelseite mit Farbfotos.

Unerwartete Post erreichte im November vergangen Jahres Zunftmeister Michael Baur. Der aus Bierlingen stammende Dichter Walle Sayer meldete sich bei ihm mit einem lyrischen Beitrag für die Narrenzeitung. Seine Prosadichtung „Narri, Narro der Ernsthaftigkeit“ hat Sayer der Bierlinger Mundartdichterin Andrea Noll gewidmet. Baur sagt dem Dichter dafür närrischen Dank und wünscht ihm eine glückselige Fasnet.

G’schwätzt wird derzeit viel in Starzach über die Gemeindefinanzen, so auch im Narrenblättle. Die Gemeinde ist ja auch so klamm, dass sie dem Bierlinger Trachtenverein, der im Bürgerhaus die Trachtengau-Versammlung ausgerichtet hat, neun Kaffeekannen in Rechnung stellte. Dabei habe der Verein seine eigenen Kannen genutzt. Es hätte nicht viel gefehlt, und das Rathaus hätte noch für acht fehlende Untertassen Kostenersatz gefordert, schreibt der „Moofanger“. Er findet aber auch immer irgendwo ein Haar in der Suppe beziehungsweise einen abgebrochenen Fingernagel zwischen Schnitzel und Pommes beim Waldmeisterfest.

Lob für die Verwaltung kommt auf der letzten Seite

Ein Lob gab es für die Gemeindeverwaltung übrigens auf der letzten Seite. Nach mehr als 18 Monaten Bauzeit konnte die Rathaustreppe fertiggestellt werden. Für diese „meisterhafte Leistung“ gibt s ein dreifaches kräftiges Narri, Narro.

Der nächste „Moofanger“ erscheint am 4. Februar 2027.