Gekleidet in Mamas Hochzeitskleid, Bezug nehmend auf die renovierungsbedürftige Festhalle oder die Wasserknappheit aufgrund der vielen Trinkfeste im Blick habend: Drei Schnurrgruppen brachten die Zuhörer in drei Lokalen zum Lachen.
So manch ein Missgeschick wurde beim Schnurrabend am Samstag in Bad Rippoldsau-Schapbach wieder aufgedeckt. Drei Gruppen sowie die „Hamperle-Harmonie“, die sich in Hochform präsentierte, zogen durch Pfarrheim, „Kuhstall Alisehof“ und „Albans Sonne“. Alle Lokale waren voll besetzt, es herrschte eine ausgelassene Stimmung.
Fast vier Stunden lang wurde geschnurrt. Geistreich und spöttisch wurden die Leute ins Visier genommen. Elferrat Edgar Lauble begrüßte das närrische Volk und stellte die Schnurrgruppen vor. Kurzfristig ausgefallen waren die „Glaswaldnixen“.
Pfarrer und zwei Bräute
Die erste Gruppe mit Manuel Jehle, verkleidet als Pfarrer, sowie Simon Hoferer und Marvin Herrmann, die die Hochzeitskleider ihrer Mütter trugen, erzählten lustige Liebesgeschichten aus dem Tal. In ihrem Refrain hieß es: „Weiß der Hauer oder weiß er nicht, ganz egal, ich liebe nicht.“
Die zweite Gruppe „Trocken“ hatte sich wieder der Gemeindepolitik verschrieben. Sie demonstrierte eine Gemeinderatssitzung, zu der Bürgermeister Uwe Weis seine Räte eingeladen hatte. In der Politik gehe es immer einen Schritt vorwärts und wieder zurück, so auch in Schapbach. Es traten auf: Andy Hoferer als Silvia Lehmann, Ralf Schmieder als Ramon Kara, Jasmin Kern und Jens-Mathias Bächle als Kurt Schmieder. Sie streiften in ihrem Vortrag die renovierungsbedürftige Festhalle, die Sprudlerei in Bad Rippoldsau, den geplanten neuen Kaufladen in Rippoldsau und das Kaufhaus Valeri, das die Freien Wähler abreißen wollen. Stattdessen wollen sie entweder ein „Haus der Vereine“ oder einen Dorffestplatz erstellen.
Ständchen zum Geburtstag
Des Weiteren hatten sie den neuen Klima-Manager, den Waldkauf in Wildschapbach, den neuen Kindergarten bei der Schule sowie das Baugebiet Polderberg im Programm. Eine Attraktion für die Schapbacher sei die Beförderung der Flügel des Windrads auf den Kupferberg gewesen. Bei diesem Event habe das ganze Dorf stillgestanden.
Die „Golden Gate“ gehe bald an Krücken und das Amt eines Bürgermeisters war in den „70er-Jahren auch einfacher als heute“, wussten sie zu erzählen. Sie lobten die „Ehrenamtsleute“ in Bad Rippoldsau-Schapbach. Es gab langanhaltenden Beifall für diese Schnurre, die Gruppe konnte auch sängerisch überzeugen.
Als dritte Gruppe trat der „schnurrende Barde“ Georg Lehmann zusammen mit der „Hamperle-Harmonie“ auf. Da gab es gleich ein Geburtstagsständchen, denn just am Schnurrabend feierte Gemeinderat und Musiker Kurt Schmieder seinen 55. Geburtstag. Lehmann begeisterte in seiner unnachahmlichen Art als Sänger und Dichter. Er trat mit gesundem Menschenverstand auf und habe mit der Politik nichts im Sinn, denn er war noch nie im Rathaus drin, versicherte er.
Feuerwehr hilft bei Wasserknappheit aus
In der „Gmoi“ gebe es viele Feste, auch viele Trinkfeste. So hatte er sich den 100. Geburtstag zweier 50-Jährigen auf dem Roßberg notiert, wo Wasserknappheit herrschte und die Feuerwehr aushelfen musste. Im badisch-schwäbischen Grenzgebiet musste man sich somit am Ende mit Wasser von Peterstaler Mineralquellen waschen und zum Trinken gab es nur noch „Black Forest Still“. Danach legte die „Harmonie“ richtig los und das Stimmungsbarometer stieg.
Zum Abschluss wurde der 42. Hamperlebrägel, das Narrenblättle, angeboten.