Patrick Ferrari und Nadja Kurz aus dem Vorstandsteam der Narrenzunft Schlossbergturm holen OB Roland Tralmer aus dem Rathaus. Foto: Benjamin Roth

Trotz Wind und Regen haben die Narren der Zunft Schlossbergturm am Schmotzigen in der Ebinger Innenstadt gefeiert. Tralmer gab im Trump-Look den Schlüssel für das Rathaus ab.

Die Narren sind auch in Albstadt seit Donnerstag an der Macht. Die Narrenzunft Schlossbergturm veranstaltete am Schmotzigen trotz ungemütlichem Wetter mit Regenschauern und Windböen eine große Party in der Ebinger Innenstadt.​ Ihren ersten Höhepunkt nahm diese mit dem traditionellen Rathaussturm.

 

Patrick Ferrari und Nadja Kurz aus dem Vorstandsteam der Zunft nahmen Oberbürgermeister Roland Tralmer symbolisch den Rathausschlüssel ab.

Tralmer selbst bewies ebenfalls seinen Fasnetshumor: Er verkleidete sich als US-Präsident Donald Trump, trug eine rote Krawatte und eine rote Mütze mit der Aufschrift: „Make Albstadt great again“.

Auftritt als Donald Trump

Und nicht nur mit der Kleidung traf Tralmer den umstrittenen US-Präsidenten perfekt: Auch mit Gestik und Mimik imitierte Albstadts Oberbürgermeister Donald Trump nicht schlecht. Heißt: kein Lächeln im Gesicht, den Zeigefinger stets erhoben.

Auch das weitere Rathausteam zeigte sich durchaus kreativ. Bürgermeister Steve Mall sowie einige seiner Kolleginnen und Kollegen trugen Schutzanzüge mit Schuhüberzieher und der Rücken-Aufschrift „Pest Control“. Andere erinnerten mit ihren Kostümen als „Vileda Wildmops“ an Reinigungsutensilien.

Mit einem kleinen Umzug durch die Ebinger Innenstadt wurde der Rathaussturm eingeläutet. Foto: Benjamin Roth

Die offizielle Schlüsselübergabe ging dann in einem kleinen, abgesperrten Bereich vor dem Tourismusbüro über die Bühne. In gereimten Versen richtete Zunft-Vorsitzender Patrick Ferrari noch den Blick auf ernste Themen. Beispielsweise die Zukunft der Ebinger Festhalle, die in der geplanten Kulturhalle, gebaut durch einen Privatinvestor auf dem Maag-Areal mit der Stadt als Ankermieterin, liegt. Sie möge ein schöner Ort der Begegnung werden – auf die Akustik sei man schon gespannt.

Auch auf die harten Debatten am Albstädter Ratstisch im vergangenen Jahr ging Ferrari ein. Er betonte: „Demokratie lebt nicht von Einigkeit.“ Wichtig sei jedoch, gemeinsam Argumente und Positionen abzuwägen, um den besten Beschluss für die Stadt herbeizuführen.

Dann rückte wieder der Spaß in den Vordergrund: Die Vertreter des Vorstandsteams der Narrenzunft Schlossbergturm übergaben Roland Tralmer einen Aufsteller mit Patrick Ferrari und seinem Vorstandskollegen Ralph Simmack. Darauf steht: „Materielles Kulturerbe der Stadt Albstadt.“ Zum Hintergrund: In diesem Jahr ist die Narrenzunft Schlossbergturm von der Deutschen Unesco als „Immaterielles Kulturerbe“ in ihr Verzeichnis aufgenommen worden. Der Aufsteller – so der Plan der Zunft – soll außerhalb der Fasnetssaison im Kunstmuseum ausgestellt werden.

Bürgermeister Steve Mall und Oberbürgermeister Roland Tralmer bei der Schlüsselübergabe. Foto: Benjamin Roth

Roland Tralmer nahm seine Entmachtung gelassen. Als Trump-Double gebe es für ihn bis Aschermittwoch nur eine Lösung: Golfurlaub. Das Albstädter Rathaus sei bis dahin bei der Narrenzunft Schlossbergturm in guten Händen. Er dankte der Zunft für die Feierlichkeiten am Schmotzigen in der Stadtmitte, die eine willkommene Abwechslung vom Ernst der Welt böten.

Die Party nahm bereits vor dem Rathaussturm ihren Lauf. Die Narrenzunft Schlossbergturm befreite am Morgen bereits einige Kindergärten. Gesammelt hat sich die Zunft mit junger Unterstützung später im Ebinger Hof. Mit einem kleinen Umzug ging es für die Hexen, Schlossbergtürme und Co. in Richtung Rathaus. Dort spielte die zunfteigene Hannäbler Gugga über den Tag hinweg und sorgte für gute Stimmung.