Zwei besondere Anlässe zum Feiern hatte die Narrenzunft Schlossbergturm bereits in dieser Fasnetssaison.
Die Ebinger Narrenzunft Schlossbergturm besteht seit dem Jahr 1985. Nach der großen Jubiläumsfeier im vergangenen Jahr hat der Verein zum Auftakt der diesjährigen Fasnetssaison erneut Grund zum Feiern. Denn: Die über 300 Mitglieder starke Zunft wurde kürzlich offiziell in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen Unesco aufgenommen. Jüngst wurde die Urkunde offiziell von Klaus Gluitz, Ringpräsident des Alb-Lauchert-Rings, und seiner Stellvertreterin Anita Gauggel übergeben.
„Dass wir nun immaterielles Kulturerbe sind, ist für unsere Zunft natürlich eine große Ehre“, betont Patrick Ferrari, 1. Vorstand der Narrenzunft Schlossbergturm, im Gespräch mit unserer Redaktion. Beantragt hat der Ebinger Narrenverein die Auszeichnung über den Alb-Lauchert-Ring, in welchem die Zunft Mitglied ist, im Juli des vergangenen Jahres. Genehmigt wurde der Antrag Anfang November; an Dreikönig erfolgte die offizielle Übergabe.
Tradition weitergeben
Die Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“ habe insbesondere eine repräsentative Funktion, erläutert Ferrari weiter. Die Auszeichnung der Deutschen Unesco zeige aber auch, dass die Narrenzunft Schlossbergturm ihre Tradition als Teil der schwäbisch-alemannischen Fasnet pflege und bemüht sei, diese an die kommenden Generationen weiterzuvermitteln.
Dies waren unter anderem auch Voraussetzungen, um die Auszeichnung zu erhalten. In ihrem Antrag an die Deutsche Unesco musste die Zunft Fragen zur örtlichen Fasnet beantworten. Welche Veranstaltungen organisiert die Zunft? Wer stellt die Masken und das Häs her? Welche Figuren gehören zum Verein? „Insgesamt vier Seiten hat der Antrag umfasst“, berichtet Ferrari weiter. Nach dessen Einreichung hatte die Deutsche Unesco den Antrag geprüft.
Umso glücklicher ist die Zunft, dass die Unesco grünes Licht gegeben hat. Zur Auszeichnung verholfen hat auch die intensive Jugendarbeit der Zunft. „Uns ist es ein Anliegen, die Jugend stark einzubeziehen“, betont Jugendleiter Marco Straub. Über 100 Kinder und Jugendliche gehören der Narrenzunft Schlossbergturm an.
Diesen Worten Ausdruck verleiht auch die jüngste Überarbeitung des traditionellen Narrenspiels, das am vergangenen Samstagnachmittag wieder vor dem Rathaus aufgeführt wurde. Das Narrenspiel hat einen bestimmten Ablauf, die verschiedenen Figuren und Gruppen werden vorgestellt, die Geschichte der Zunft wird gewürdigt und die Musik spielt. Neu ist nun, dass der Jugend eine eigene Rolle während des Narrenspiels zukommt, erklärt Giulio Starace-Reccia, stellvertretender Hexentanzleiter des Ebinger Narrenvereins.
„Wir wollen den Nachwuchs für unseren Verein begeistern“
Bisher seien die Kinder und Jugendlichen lediglich mit den Erwachsenen mitgelaufen, nun bekommt der Nachwuchs seine eigene Bühne. Präsentiert wurde das Narrenspiel am vergangenen Samstag auch mit einer neuen Kulisse – ebenfalls Teil der Neuerung.
„Der Spaß der Kinder steht für uns an oberster Stelle. Wir wollen den Nachwuchs für unseren Verein begeistern“, verdeutlicht der 1. Vorsitzende Patrick Ferrari. Gerade in der heutigen Zeit hätten Kinder eine große Auswahl an Vereinen. „Mit dem neuen Narrenspiel stärken wir nochmals die Rolle der Kinder in unserem Verein.“ Und Marco Straub fügt hinzu: „Uns ist es wichtig, dass sich die Kinder gegenseitig unterstützen, die Jugendlichen helfen den Kindern. Wir legen viel Wert auf eine gute Gemeinschaft.“ Weitere Jugendliche seien im Verein stets willkommen.