Der bunte Fackelumzug in Aichhalden. Foto: Herzog

Mit einem Waldgau-Fackelumzug und -Brauchtumsabend feierte die Narrenzunft Aichhalden einen gelungenen Auftakt zum 90-jährigen Bestehen.

Wie schon vor zwei Wochen bei der 34. Teufelsnacht war der Ort erneut fest in Narrenhand. Bei trockenem Wetter und leichten Plusgraden säumten unzählige Besucher am Freitagabend die Umzugsstrecke von der Kreuzung Sulgener Straße/Waldmössinger Straße durch die Ortsmitte bis zur Josef-Merz-Halle.

 

Umzugssprecher Michael Nübel musste auf seiner Wagenbühne am Engelsplatz einige Minuten ausharren, ehe er mit dem Geburtstagskind die ersten Hästräger im Fackelmeer mit dem dreifachen „Saublitz-Hall“ begrüßen konnte. Die Gastgeber waren groß vertreten. Während die Mädels der Zunftgarde freundlich ins Publikum winkten, verteilten die Hansel Brezeln und die Sauhirten schlugen ihre Saubloder manchem um die Ohren.

Sälle 15 spielen

Die große Hexenschar bemalte Gesichter der Umzugsgäste oder trieb sonstigen Schabernack mit ihnen. Für närrische Stimmung sorgte die Hardter Guggenmusik „Sälle 15“, die den Takt der ihr folgenden weißen Katzen und schwarzen Katzenrolle vorgab. Kaum zu bändigen trotz Peitsche waren die Hage aus Beffendorf, die mit ihren Hörnern den Zweikampf suchten.

Überaus freundlich blickten die Spaltbergmännle der Dornhaner Lauser drein. Vom Fanfarenzug Alpirsbach musikalisch angeführt, stibitzten die Mühlenhansel aus Alpirsbach mit ihrer Streckschere fast unbemerkt manche Kopfbedeckung. Obwohl als Schneckenzunft bekannt, hielten die Bettenhausener Narren das Umzugstempo locker mit. Von den Winzelner Schantle gab es für Erwachsene die Möglichkeit, sich eine Wurst zu angeln, Kinder einen Schokoriegel.

Guter Besuch

Kunterbunt trieben es die gleichnamigen Hästräger aus „Klein-Bayern“ Fluorn. Sprichwörtlich los waren die Bären aus Leinstetten, mit denen die Bärentreiber ihre liebe Müh und Not hatten.

Nachdem der Fanfarenzug Alpirsbach und die Party-Band „Ciro-Five“ in der Josef-Merz-Halle die Stimmung angekurbelt hatten, freute sich Aichhaldens Narrenchef Micheal Kruck über den guten Besuch. Nach einem kurzen Rückblick, wie es zur Gründung der Narrenzunft im Jahre 1936 kam, forderte Kruck auf: „Feiert alle schön bei uns und habt Spaß. Wir haben auch kaltes Bier vom Fass“.

Bürgermeister Michael Lehrer verwies auf viel Ehrenamt und Herzblut, die in 90 Jahre Narrenzunft Aichhalden stecken. Gerade in jetziger Zeit bräuchten die Menschen Gelegenheit zum Lachen, die die Fasnet biete. Die Geburtstagsglückwünsche der freien Narrenvereinigung Waldgau überbrachte Oberzunftmeister Franz Kern. Er danke vor allem den Personen, die bereit seien, einen Verein zu führen.

Franz Kern haut einen raus

„Meine Rede ist nicht mit KI gemacht, sondern mit KF (Kerner Franz)“, schmunzelte das Beffendorfer Original. Wohl geübt von den Dorffesten brauchte der Bürgermeister beim Fassanstich nur drei Schläge, bis der Gerstensaft in die Krüge floss. Ein vierter Schlag war dann einer zu viel, denn das Prozedere artete zu einer nassen Angelegenheit aus. Kern und Kruck moderierten anschließend durch den Brauchtumsabend, der hielt was er versprach. Bis allerdings die letzten Narrenfiguren der Mitgliedszünfte vorgestellt waren, scharten die Garden bereits mit den Hufen und fieberten ihren Auftritten entgegen.

Für Choreographie, Ausstrahlung und Beweglichkeit erhielten sie viel Applaus und teilweise gab es noch eine Zugabe. Als Special-Guest führte die Katzenzunft Hardt ihren Katzentanz auf, wozu die „Sälle 15“ aufspielten. Der Garde der Geburtstagszunft war es vorbehalten, als letzte Tanzgruppe ihr Bestes zu geben.

Und nach dem Motto „das beste zum Schluss“ sorgte die Hexensportgruppe der Narrenzunft Aichhalden mit sportlichen Kabinettstücken und waghalsigen Pyramiden für den krönenden Programmhöhepunkt.