Rappelvoll waren sämtliche Locations bei der Teufelsnacht. Die Erzknabberteufel hatten gerufen – und alle waren sie gekommen.
Mehr als 70 Narrenzünfte aus Nah und Fern beteiligten sich am großen Umzug zum Auftakt der mittlerweile 34. Teufelsnacht. Angeführt wurde das Ganze von den gastgebenden Erzknabberteufel.
In deren Schlepptau waren viele Narrenzünfte aus der Umgebung, die ein Spektakel sondergleichen veranstalteten. Die Aichhalder Hexen waren ebenfalls in großer Zahl vertreten. Die Zunft freut sich bereits auf ihr großes 90-Jahr-Jubiläum am Freitag und Samstag, 23. und 24. Januar. Dort gibt es einen Fackelumzug, einen Kindernarrensprung und zum Abschluss den großen Hexenball.
Grausige Gestalten
Bei der Teufelsnacht zeigten auch die Nachbarn der Hexenzunft Rötenberg Flagge. Grausige Gestalten mit Sensen und garstigen Masken zündeten Feuer. Die vielen Zuschauer am Straßenrand hatten einen Heidenspaß an dem Treiben. Auch die Narren kamen mit dem Wetter bestens klar – der Umzug war vom Schneefall geprägt. „Fasnet ist Wintersport. Und alles ist besser als Regen“, hieß es beispielsweise.
Die Burgstallhexen aus dem benachbarten Heiligenbronn war sehr willkommen. Nicht lumpen ließ sich auch Tennenbronn: Nach den Ichbe-Hexen folgten die Pfrieme-Stumpe. Eine Närrin absolvierte den Umzug gar auf Krücken. Wenig später folgten die Alcaputtis, die gewaltig auf die Pauke hauten. Im Schlepptau hatten sie die Erzknappen, die sich nicht nur wegen der Namensähnlichkeit bei den Aichhalder Erzknabberteufel pudelwohl fühlten.
Zerzauste Frisuren
Wenig später folgten die Boschelwaldhexen Sulzbach. Dass hier die Hoorigen Hunde nicht weit weg waren, versteht sich für Fasnetsexperten von selbst. Aus Kaltbrunn kam die Narrenzunft samt musikalischer Begleitung. Die Halden-Hexen aus Schenkenzell mischten sich in der Folge gerne unters Publikum und zerzausten so manche wohlgeformte Frisur – bevorzugt natürlich bei jungen Frauen. Daran hatten auch die Bergtal-Hexen Schenkenzell ihre Freude.
Der Umzug schien kein Ende zu nehmen: Auf die Schiltacher Wächter-Hexen folgten die Bära-Datza aus Sulgen. Auch die erst jüngst gegründeten Brunnä-Hexen aus Sulgen kam bereits mit einer stattlichen Truppe in die Nachbargemeinde. Viele Gruppen nahmen trotz des unwirtlichen Wetters die Anreise nach Aichhalden auf sich – beispielsweise aus Konstanz, Kusterdingen oder Donaueschingen.
Gut besuchte Piratenbar
Schon bei der Umzugsaufstellung kamen viele Besucher und Narren bei den vielen kleinen Ständen auf ihre Kosten. Die Piratenbar der Buraclique war ebenso gut besucht wie die Rattenbar. Auch in der Festplatzanlage und in der Josef-Merz-Halle gab es kein Halten mehr. Viele Guggenmusiken und Tanzgarden erfreuten Auge und Ohr. Allerdings: Einige Gruppen mussten angesichts der Wetterkapriolen kurzfristig absagen.
Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Der Nachtumzug kam hervorragend an und hatte eine ganz eigene Atmosphäre mit dem Schneetreiben. „Alles ist ruhig verlaufen, es gab keinen Stress. Tanzen und feiern war das Motto – so wie es sein sollte“, hieß es von den zufriedenen Veranstaltern der Erzknabberteufel.