Bunt und fröhlich: Nach einem Jahr Pause zieht der Weigheimer Fasnetumzug Tausende an. 2000 Narren, Topwetter und Superstimmung machen ihn zum Hit.
Bunt, schrill, mystisch-schaurig und einfach schön anzusehen. Das war der Weigheimer Fasnetumzug, der nach einem Jahr Zwangspause wieder aus dem Vollen schöpfen konnte.
Niemand konnte sich in Sicherheit wähnen nicht Opfer einer Gesichtsbemalung zu sein, mit Konfetti oder Stroh „eingeseift“ zu werden oder in einem der Hexengefährte zu landen. Dennoch überragte eine Superstimmung das Geschehen.
Narren sind in Bestform
Lachende und gut gestimmte Umzugsgäste soweit das Auge reichte und Narren in Bestform dominierten das Geschehen. Missmut und schlechte Laune hatten keine Chance. Hinzu kam vorfrühlingshaftes Bilderbuchwetter, welches die Menschen wie ein Magnet zur Weigheimer Fasnet zog.
Nach einem Jahr Zwangspause ging sie wieder mit ihrem überregional bekannten und beliebten Umzug an den Start. Dabei hatte bereits am Vorabend Zunftmeister Lorenz Weißhaar das Gefühl beschlichen, dass sich diese Fasnet zu einem Hit entwickeln könnte. Er sollte recht behalten. Die tolle Besucherresonanz und super Stimmung die sich am Vorabend m Partyzelt in unmittelbarer Verlängerung zum Jugendheim ausbreitete, toppte der Umzugssamstag um ein Vielfaches.
Echte Parkmanöver
Aus allen Himmelsrichtungen strömten tausende Besucher in Richtung Umzugsstrecke. Sei erlebten rund 2000 Narren aus 49 Zünften live. Letztere waren bereits seit ein paar Stunden zum Zunftmeisterempfang und zur Aufstellung am Umzugsstart vor Ort und hatten weniger das Problem der Parkplatzsuche.
Diese erwies sich für das närrische Publikum, das mit dem Auto angekommen war, als erste Herausforderung. Die Suche nach Parkplätzen, von denen es rasch keine mehr gab, führte teilweise zu abenteuerlichen Parkmanövern rings um den Ort. Doch letztendlich erreichten alle Gäste ihr Ziel entlang der Umzugsstrecke und in den zehn Besenbeizen.
Andere Umzugsstrecke
Der Umzug selbst führte über eine leicht modifizierte Umzugsstrecke, die in diesem Jahr aufgrund der Dauerbaustelle Festhalle am Jugendheim endete. Im Rückblick stellte sich diese Streckenführung als ein Glücksgriff heraus, da von Anfang bis zum Umzugsende die Straßen beidseitig in mehreren Reihen mit närrischen Gästen gesäumt waren. Die durchgängige Nähe zwischen Publikum und Hästräger war gegeben. Die Narren hatten es dadurch einfacher ihren Schabernack mit den Gästen zu treiben.
Es war Punkt 14.14 Uhr als die Gastgeber in Begleitung des örtlichen Musikvereins die Veranstaltung eröffneten und mit ihren Wölfen und Hansel den Umzug anführten. Rasch war die Stimmung im Publikum auf Hochtouren.
Das passt
Es folgte die benachbarte Haldenzunft aus Mühlhausen und weitere Umzugsgruppen aus Schwenningen, Villingen, den angrenzenden Nachbargemeinden, zwischen Bad Rotenfels und dem bayrischen Weilheim. Wer davon ausgegangen war, dass die Fasnet nur aus Hexen, Zunfträten, Hansel, Wolf und Teufeln besteht, war schnell eines Besseren belehrt. In den buntesten Farben wechselten sich Kröten, Wölfe, Glasbläser, Elche und viele weitere Figuren ab.
Narren mit Masken, die Angst und Schrecken verbreiteten, waren ebenso zu Gast wie andere, deren Gesichtern eine schelmische Fröhlichkeit entsprang.
Die zahlreichen Guggenmusiken und Musikvereine, die sich während des Umzugs als Stimmungsgaranten entpuppten, setzten ihre Auftritte in den Besenbeizen fort. Dort gab es ebenfalls kaum mehr ein Durchkommen.
„Falls die Abschlussbilanz passt, gibt es keinen Grund die Veranstaltung in dieser Form nicht zu wiederholen“, lachte Zunftmeister Weißhaar.