Rechtzeitig zum Fasnachtsauftakt am 11.11. kamen viele Hästräger der Neuenburger Cliquen in die Zunftstube der Narrenzunft D’Rhii­schnooge. Foto: Volker Münch

Neuenburgs Rhiischnooge und die anderen Narrencliquen feierten das neue Fasnachtsmotto. In Müllheim blickte die Narrenzunft Müllemer Hudeli auf die kommende Kampagne.

In der Zunftstube der Neuenburger Narrenzunft D’Rhiischnooge herrschte schon kurz vor 11.11 Uhr ein buntes Treiben. Unter die Narrenzünftler mischten sich viele Repräsentanten der anderen Narrencliquen und Fasnachtsvereine. Ganz gespannt wartete die närrische Truppe auf das Motto der Kampagne 2026, das übrigens wieder von David Böse stammt und das Weltgeschehen voll aufs Korn nimmt.

 

In einer geschliffenen Rede stellte Oberzunftmeister Tobias Anlicker das Motto vor. Immerhin: Mit 28 Einsendungen waren laut Anlicker so viele Vorschläge wie noch nie eingereicht worden. „D’Zeit sin duschter, sage d’Lit – aber d’Fasnacht isch heiter, drum mache alli mit!“ – besser hätte es David Böse in Zeiten eines schwierigen Weltgeschehens nicht ausdrücken können, betonte Anlicker.

Mit einem Augenzwinkern nahm er Müllheim in einem seiner Verse auf die Schippe: „Mülle will große Kreisstadt werde, doch jetzt liegt der Traum vorerscht in Scherbe. Doppelmittelzentrum mit uns soll es sii, Müllheim im Markgräflerland un Neueburg am Rhii. S’isch wie immer, ohne uns Neuburger geht in Mülle nix, jetzt versueche sie es mit andere Tricks.“

In seiner Rede wies der Rhiischnooge-Chef bereits auf das 100-jährige Bestehen der Rhiischnooge im Jahr 2027 hin und hoffte, dass die Stadt trotz gähnend leerem Haushaltssäckel die Zunft kräftig unterstützen werde. Die Vorbereitungen seien bereits angelaufen. Aber erst steht die Fasnacht im Jahr 2026 an: Es wird gefeiert mit vielen Veranstaltungen, mit Zunftabenden und mit einer Narrenzeitung.

Vielfalt in Zähringerstadt

In seinem Grußwort griff Bürgermeister Jens Fondy-Langela die Haushaltsmisere gerne auf: „Wenn mein Portemonnaie so schwer wäre, wie der übergroße Fuchsschwanz an meinem Zunfthut, dann könnte ich das Haushaltsloch aus der eigenen Tasche stopfen“, stellte er mit einem Augenzwinkern fest. Er freute sich über die närrische Vielfalt in der Zähringerstadt und den Ortsteilen, die die Neuenburger Fasnacht so besonders mache.

Trotz der bevorstehenden Schließung des Gasthauses „Krone“ wird die städtische Narrensuppe im Kronensaal des Gasthauses stattfinden. Und Noch-Kronenwirt Stefan Waidele setzte noch eins drauf: „Sämtliche Fasnachtsveranstaltungen, angefangen von der Beizenfasnacht, Frauenfasnacht und so weiter werden 2026 in der ,Krone’ stattfinden.“

Auch die Narrenzunft Müllemer Hudeli ist in die neue Fasnachtszeit gestartet. „An Fasnacht gemeinsam Traditione lebe – Was kanns als Narr denn schöneres gebe!“ lautet das Motto der Kampagne 2026. Im Hudelihaus trafen sich traditionsgemäß die aktiven Hästräger und Ehrenmitglieder, um nicht nur das Licht der Fasnacht zu entzünden, sondern um auch das neue Motto bekanntzugeben. In diesem Jahr stammt das Motto aus der Feder der ehemaligen Schatzmeisterin Marion Detterbeck.

Besonders das Wort „gemeinsam“ wird wohl in der kommenden Kampagne eine ganz besondere Bedeutung haben, nachdem aus dem Kreis einer anderen Müllheimer Zunft der Wunsch geäußert wurde, mehr Gemeinsamkeit zu wagen.

Gemeinsamer Zunftabend

Im Sommer trafen sich die Vorstände der Dorfzottel, der Klemmbachhexen, der Heidemännle und der Hudelis und planten den ersten gemeinsam Zunftabend. Diese Premiere wird am 7. Februar, am Vorabend des großen Müllheimer Narrenumzugs, im Bürgerhaus stattfinden, wie Oberzunftmeistern Monia Karle in ihrer gereimten Ansprache ankündigte.