Narrenzunft Atzenbach feiert den 66-sten Geburtstag. Höhepunkt ist der Bunte Abend in der Gemeindehalle.
66 Jahre: Ein närrisches Jubiläum, das die Narrenzunft Atzenbach mit ihrem Bunten Abend feiert. Die Gründung der Narrenzunft Atzenbach im Jahr 1960 markiert keinesfalls den Beginn der Fasnachtsaktivitäten in Atzenbach. „Fasnacht machen“ ist in Atzenbach ein schon viel älterer Brauch: In den Sälen der Gaststätten Linde und Schützen, sowie im Adler ging es nachweislich schon lange vor 1960 während der Fasnachtszeit hoch her – wild und unorganisiert. Aber mit der Gründung der Narrenzunft Atzenbach wurde das fasnächtliche Treiben in geordnete Bahnen gelenkt.
Einen ersten Versuch die Fasnacht in Atzenbach zu strukturieren, gab es bereits 1955 mit der Gründung der Narrengesellschaft Atzenbach. Unter ihrer Ägide wurde Atzenbach in ein Unter- und Oberdorf aufgeteilt, denen jeweils ein „Bürgermeister“ und ein „Gemeinderat“ vorstand. Beide Ortsteile nahmen mit einem eigenen Wagen am Zeller Fasnachtsumzug teil. Aber bereits 1960 kam es zu einem großen Knatsch in der Narrengesellschaft, so dass sich diese auflöste. Noch im gleichen Jahr gründeten engagierte Fasnächtler die Narrenzunft Atzenbach. Ihr erster Präsident wurde Herbert Kiefer, genannt „Spani-Hebby“. Eines blieb beim Alten: Zur Umzugsteilnahme ging’s nach Zell.
Bunter Abend
Der Fasnachtshöhepunkt im Dorf war und ist, der Bunte Abend, der früher im Linden-Saal über die Bühne ging und der in diesem Jahr am 17. Januar zum 51-sten Mal in der Gemeindehalle stattfindet.
Dabei laufen die Atzenbacher schon seit je her zur Hochform auf und bringen ein abendfüllendes närrisches Programm auf die Bühne. Über einige, der vor Jahrzehnten gezeigten Programmpunkte, spricht und lacht man noch heute.
Fast legendär sind Auftritte von Klaus von den Eicken und Marieli Lederer oder Lucia Vogelmann mit Waltraud Baumgartner. Zum Jubiläum wird es beim diesjährigen Bunten Abend, so verspricht Präsidentin Nicole Laile, auch eine „historische Nummer“ geben.
Prämierte Umzugswagen
War die Narrenzunft Atzenach immer mit einem oder gar zwei Umzugswagen am Zeller Fasnachtsumzug vertreten, gab es ab 2002 für ein paar Jahre leider keine geeigneten Räumlichkeiten, um überhaupt einen Umzugswagen bauen zu können. Nach zehn Jahren fand sich allerdings eine Lösung: Die Firma Beck Zerspannungstechnik stellt seit 2012 perfekte Örtlichkeiten zum Wagenbau zur Verfügung. Somit sind die Atzenbacher wieder beim Zeller Umzug mit einem eigenen Wagen dabei – und das besser als je zuvor. Dies belegen die guten Platzierungen bei der Wagenprämierung der letzten Jahre. Ein weiterer Grund für den Erfolg ist allerdings auch eine engagierte und vor Ideen strotzende Gruppe von Wagenbauern um Wagenbaumeister Simon Waßmer. Auch in diesem Jahr darf man auf die Atzenbacher am Zeller Umzug gespannt sein, da wird Manuel Zäh als neu gewählter Wagenbaumeister sein Debüt geben.
Maskengruppe Beeriwiiber
Seit 1970 bereichert die Atzenbacher Maskengruppe der „Beeriwiiber“ die Atzenbacher und Zeller Fasnacht. Die Gruppe erinnert mit ihrem Häs an die Zeit, als es in Atzenbach noch einen „Beeriberg“ gab, an dem Heidelbeeren wuchsen. Dort waren die Atzenbacher Frauen mit ihren „Beeristriegel un Beerichratte“ zugange, um die begehrten Heidelbeeren zu pflücken. Eine zweite Maskengruppe entstand zum 25-jährigen Bestehen der Narrenzunft im Jahr 1985: Die „Schönebuechelotzi“. Diese Sagengestalt erinnert an eine düstere Begebenheit in Atzenbachs Geschichte. Im Jahr 1444 zogen nach der Schlacht bei St. Jakob an der Birs Söldner brandschatzend und plündernd durch das Wiesental. Bei Schönenbuchen gerieten sie in einen Hinterhalt. Zerlumpte („verlotzti“), verletzte und hungernde Söldner sollen danach immer wieder in Atzenbach aufgetaucht sein. In Atzenbach nannte man diese Söldner nur „Schönebuechelotzi“. Deren Seelen nächtens wohl auch dem einen oder anderen Atzenbacher als Geister erschienen sind. Heute sind die „Schönebuechelotzi“, anders als im Jahr 1444, in Atzenbach, Zell und darüber hinaus eine aktive und gern gesehene Maskengruppe.
Nicole Laile, seit 2003 amtierende Präsidentin, betont, dass die Narrenzunft innerhalb der Zeller Fasnacht ein eigenständiger und unabhängiger Verein ist. Aber dass die Atzenbacher ein Teil der Zeller Fasnacht sind, steht außer Frage. Sie lobt ausdrücklich auch das gute Verhältnis zur Zeller Fastnachtsgesellschaft und zu ihrem Zeller Amtskollegen Peter Mauthe. Obwohl fasnächtliche Frotzeleien manchmal zwischen beiden nicht ausbleiben, stellt Nicole Laile klar: „Mir schaffe zemme, un wenn öbbis z’mache isch, stöhn mir uf de Matte“.
Der „Jubiläums Bunte Obe“ findet am Samstag, 17. Januar, ab 19.11 Uhr statt. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Karten sind im Autohaus Schubnell erhältlich, können dort hinterlegt und dann an der Abendkasse abgeholt werden.