Beim Symposium zum närrischen Jubiläum stellten die Weiler Ranzepfiffer ihr neues Keltenkostüm vor. Foto: zVg Ranzepfiffer Weil am Rhein

Seit 44 Jahren gibt es die Guggemusik Ranzepfiffer in Weil am Rhein – Anlass für ein großes Symposium mit Gastguggen und -cliquen im katholischen Gemeindehaus.

Beim Beizenbummel der Guggemusiker am Donnerstagabend waren die Ranzepfiffer in ihrem neuen Kelten-Kostüm nicht zu übersehen.

 

Pünktlich zum 44-jährigen Narrenjubiläum haben sich die derzeit 38 Guggemusiker neue Kostüme anfertigen lassen. Entworfen hat sie die Schwester eines ihrer Mitglieder.

Einen ersten klangvollen Akzent im Jubiläumsjahr hat die Weiler Guggenmusik mit ihrem „Ranzepfiffer-Symposium“ im katholischen Gemeindehaus Sankt Peter und Paul gesetzt.

Das Symposium, das früher jedes Jahr in der um einiges größeren Haltinger Festhalle gefeiert wurde, findet seit vergangenem Jahr wieder regelmäßig statt.

Der Platzmangel mache sich auch daran bemerkbar, dass die Veranstaltung jeweils schon kurz nach Bekanntgabe ausverkauft gewesen sei, berichtet Dominik Tretter.

Beim Jubiläums-Symposium krachte es richtig

Er ist bei den Ranzepfiffern für Kommunikation und die Social-Media-Kanäle zuständig.

Das Jubiläums-Symposium wurde zu einem denkwürdigen Ereignis. Zum „Anpfiff“ am späten Nachmittag heizte die Weiler Nachwuchsgugge Node-Spucker den Guggeball-Besuchern ein.

Node-Sucker in Aktion Foto: zVg/Ranzepfiffer Weil am Rhein

Am Abend ließen es die Räpplischpalter aus Basel krachen, gefolgt von der Basler Schotte Clique.

Die Schotte Clique aus Basel trat auf. Foto: zVg/Ranzepfiffer Weil am Rhein

Stilecht gekleidet in Schottenröcken, brachten die Basler mit ihren Dudelsäcken eine ungewohnte Klangfarbe in den Saal.

Diesen vollends zum Kochen brachten später die Schlösslisymphoniker aus Inzlingen – ein Auftakt nach Maß für die Jubiläumsgugge in ihre besondere Fasnachtssaison.

Sie ließen es krachen: Schlössli-Symphoniker Inzlingen. Foto: zVg/Ranzepfiffer Weil am Rhein

Regelmäßig proben die Ranzepfiffer im Probelokal über der wieder eröffneten „Bammertstube“ im ehemaligen Altweiler Bahnhofsgebäude.

Reine Männer-Gugge pflegt Gemeinschaft

Auch rund ums Jahr kommen die übrigens ausschließlich männlichen Mitglieder der Gugge zu gemeinsamen Veranstaltungen zusammen. Es gibt eine 1.-Mai-Wanderung und Sommerfeste.

Hoch her ging’s beim Ranzepfiffer-Symposium im katholischen Gemeindehaus. Foto: zVg/Ranzepfiffer

Beim Engeli-Märt am Dreispitz in Binzen sind die Ranzepfiffer jeweils mit einem Waffelstand vertreten. Jedes Jahr gibt es nach der Fasnacht eine Schnupperprobe für Neueinsteiger in der Bammertstube.

Frauen sind dort nicht erwünscht. „Was das betrifft, ist unser Verein ziemlich altmodisch“, sagt Tretter dazu.

Von der Bläserklasse zur Guggenmusik

Der Guggen-Sprecher selbst ist über eine Bläserklasse an der früheren Markgrafenschule als Jugendlicher zu den Node-Spuckern gekommen. Dort hatte er das Posaunenspiel erlernt. Als Erwachsener hat er sich den Ranzepfiffer angeschlossen, wo er Horn spielt.

Die Weiler Guggemusik Ranzepfiffer gibt es seit 44 Jahren. Foto: zVg/Ranzepfiffer Weil am Rhein

Hintergrund: Die Weiler Guggemusik Ranzepfiffer wurde 1982 von einer Gruppe Jugendlicher der Stadtmusik Weil am Rhein ins Leben gerufen. Diese hatten Lust, Guggenmusik zu machen. Aus Zeit- und Geldmangel seien sie zuerst in schwarzen Anzügen aufgetreten, berichtet Tretter. Später kamen dann die Kostüme dazu, elf an der Zahl seit der Guggen-Gründung. Man kann sie alle auf den Social-Media-Kanälen der Gugge betrachten.

Auch die Räpplischpalter aus Basel trugen zum Erfolg des Ranzepfiffer-Symposiums bei. Foto: zVg/Ranzepfiffer Weil am Rhein

Günther Müller ist als Mitgründer von der ersten Stunde an dabei. Er zeige den Jüngeren bis heute, wo’s lang geht, erklärt der Guggen-Sprecher anerkennend.

Ricky Elfner leitet den Verein als Vorsitzender, Sven Becker zeichnet für die Auswahl und die gekonnt „schräge“ Ausarbeitung der Musikstücke verantwortlich.

Die Schnupperprobe für interessierte Neueinsteiger ab 18 Jahren findet am Freitag, 6. März, 20 Uhr, über der „Bammertstube“, Eisenbahnstraße 11, statt. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. In der Bammerstube sind die Ranzepfiffer auch am Freitag, ab 20 Uhr, zu hören.