Christian Olivieri (von links), Martin Reese und René Winzer  setzen sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) auseinander.  Foto: Norbert Sedlak

Ein närrischer Auftakt nach Maß. Die Wiler Zipfel begeisterten ihr Publikum und nahmen dabei ideenreich manche Ungereimtheiten der großen und kleinen Politik aufs Korn.

Eine beachtliche närrische Welle mit viel Lokalkolorit aber auch nationalen und internationalen Themen schwappte beim Familienabend mit der neuen Fasnachtskampagne „Eifach emol d’Schnure halte!“ über die gut gelaunten Gäste. Einfallsreich präsentierten die Wiler Zipfel mit viel Narrenwitz, Sketchen, Blödeleien und sehr gute Gesangseinlagen.

 

Oberzunftmeister Dietmar Fuchs freute sich, die zahlreichen, darunter sehr viele junge Gäste, sowie einige Ehrengäste, mit OB Diana Stöcker und Gemeinde- sowie Ortschaftsräte zum „Ölfte Ölfte“ begrüßen zu dürfen.

Gelungener Einstand für Zunftmeister Anwärterin

Eine besondere Freude war für den Ozume die neue Zunftmeister Anwärterin Sarah Himmelsbach vorzustellen.

Sarah Himmelsbach ist die erste Zunftmeister Anwärterin. Foto: Norbert Sedlak

Mit einem gelungenen Einstand steigerte die junge und ambitionierte Fasnächtlerin das Stimmungsbarometer. Die Wiler Zipfel waren von ihrem Auftritt begeistert und Fuchs bemerkte nachdrücklich: „Super, toll gemacht – wir hoffen, dass wir weiterhin auf Dich zählen dürfen.“ Radiomoderator Matthias Zeller meinte: „Ein neuer Stern ist am Weiler Narrenhimmel aufgegangen“. Auch die drei anderen Zunftstifte Lars Thomann, Kai Blankenstein und Frederik Frey, die ihr Debüt schon in der vergangenen Fastnachtsaison hatten, hinterließen einen guten Eindruck.

Vorstellung der Loosig

Der Ehrenvorsitzende Markus Pittorf stellte für den verhinderten Chef der IG Straßenfasnacht, Andreas Kiesewetter, die Losung „Eifach emol d’Schnure halte!“ vor. (Siehe Bericht in der Mittwoch Ausgabe). Diese kreierte die IG Straßenfasnacht in Gemeinschaftsproduktion, das Sujet dazu gestaltete bereits zum dreizehnten Mal Frank Schmohl.

Neue Besen kehr gut

Fuchs schlüpfte in die Ursprungsrolle als Wiler Zipfel und erläuterte mit närrischem Witz den Sinn der Loosig: Luege, Loose, Schnurre halte! Die Stadt hat einen neues Oberhaupt. Neue Besen würden gut kehren, aber sie hat noch viel zu wischen, bis die Stadt wieder sauber ist. Gekonnt nahm er auch die Hallensituation aufs Korn, aber dazu soll man, auch wenn es wahr ist - genau wie beim Sondervermögen, bei der Bundeswehr oder den Reichsbürgern – einfach D’Schnurre halte.

Schunkelrunden zum Mitsingen

Mit zwei Schunkelrunden sangen nicht nur die Zunftmeister Dietmar Fuchs, Peter Guggenbühler, Martin Reese, Rene Winzer, Markus Schmieder und Christian Olivieri am Keyboard , sondern das ganze Publikum trällerte die bekannten Party Hits.

NZ Tagesschau berichtet über Rückrufaktion

Die Narrenzunft Tagesschau mit Sarah Himmelsbach und Ralf Merk informierten über ungewöhnliche Themen. Norwegische Forschen fanden beispielsweise heraus, warum es mehr Frauen als Männer gebe. Merk interpretierte es auf seine Weise - weil es mehr zum Putzen als zu Denken gebe. Die Debütantin stellte es richtig: „Es gibt mehr zu Arbeiten als zu Schwätzen!“ Die Umfrage, ob es in Friedlingen zu viele Ausländer gebe, brachte ein erstaunliches Ergebnis: vier Prozent – weiß nicht, sechs Prozent – Ja und 90 Prozent verstanden die Frage nicht. Natürlich gab es auch Wissenswertes über die Lörracher. Sie stünden alle vor dem Himmelstor. Es handelt sich um die größte Rückrufaktion, wie der Vatikan berichtete.

Die Guggemusik Zinke-Waggis heizte die Stimmung auf. Foto: Norbert Sedlak

Auch die Liebhaber der fetzigen Töne kamen auf ihre Kosten. Die Guggemusik Zinke-Waggis unter Leitung ihres Musikchefs Hendrik Dufner ließ es richtig krachen und heizte die Stimmung an. Die Besucher ließen sich von den Rhythmen anstecken, klatschen und sangen beim Riesenhit „Auf der Vogelwiese“ kräftig mit.

Sketche

Das Internet vergisst nichts, musste ein Ehepaar feststellen, nachdem sie sich die Künstliche Intelligenz (KI) ins Haus holten.

In einem Werbeblock träumte die Dame des Hauses (Rene Winzer) vom Einkaufsparadies im Nahkauf, während der Herr des Hauses (Christian Olivieri) sich in seinem Traum von einigen Damen verwöhnen ließ. Seine Frau war nicht dabei, da sie aufs Einkaufstour war.

Das „Schwätzbänke“ ist ein Platz, um der Einsamkeit zu entkommen. Unterhaltungen über Krankheit, Wetter und die Jugend werden aufgewärmt. Foto: Norbert Sedlak

Um der Einsamkeit zu entkommen, liegen die „Schwätzbänkle“ voll im Trend. Wichtig Themen wie Krankheiten, Wetter oder die Jugend (füher hat man miteinander geschwätzt – heute glotzt jeder auf sein Handy) stehen dabei ganz weit oben als Gesprächsstoff.

Loosig Singers sind immer aktuell

Eine Klasse für sich sind die „Loosig-Singers“. Aktuelle Themen werden mit bekannten Liedern musikalisch präsentiert. Über den US Präsidenten und seine seltsamen Entscheidungen redet die ganzen Welt – die Fasnächtler bezeichneten ihn auf ihre Weise: „Trump ist Trump“ – zur Melodie „Live ist Life, na na na........

„Skandal in Lörrach“ sangen sie lauthals analog „Skandal im Sperrbezirk“, nach dem Lörrach nun mit mehr als 50000 Einwohner einen Rotlichtbezirk ausweisen muss.

Überall auf der Welt herrschen Krieg, Chaos und Krisen, die Loosig Singers sind dennoch zuversichtlich und interpretierten Udo Jürgens Hit „Immer wieder geht die Sonne auf“.

Sprechender Pfandflaschenautomat

Danny Neumann (gespielt von Martin Reese), Leiter des Lebensmittelmarktes Nahkaufs stellte einen super modernen sprechenden Pfandflaschenautomaten auf, leider mit Pleiten und Pannen. Köstlich was die Kunden alles erleben durften, Der Automat duzte die Kunden und verurteilte deren Trinkverhalten, fremde Flasche spukte er umgehend wieder aus. Kisten nahm er erst gar nicht an.

Der Pfandflaschenautomat hat sein eigenes Leben. Foto: Norbert Sedlak

Zum krönenden Abschluss wehte ein musikalischer fastnächtlicher Wind durch die Jahnhalle: „Die Fastnacht macht uns selig, sie ist wunderbar, drum lass sie uns feiern, solange man noch cha“, sangen abschließend alle Zunftmeister und diejenigen, die es werden wollen.

Nach dem rund dreistündigen Programm war noch reichlich Gelegenheit, den Abend mit Freunden an der Bar zu genießen oder bei flotter Musik von Christian Oliveri das Tanzbein zu schwingen und den Familienabend mit flotten Tänzen ausklingen zu lassen.