Mit viel Publikum ging am Schmutzige Dunnschdig die Amtsenthebung in Rümmingen über die Rathaustreppen.
„Soviel zum Thema arm“, rief Dorfhäxe-Chef Marco Pollini fröhlich: Erst hatte Bürgermeisterin Joana Carreira lautstark versichert, die Kasse sei leer, dann lud sie die Glunkischar zu Speis und Trank ein.
Vor allen den Jüngsten war die Freude über den Fasnachtstermin anzumerken. Auch die Mitglieder der örtlichen Cliquen und der Feuerwehr waren vertreten. Dann wurde die Bürgermeisterin vorstellig, begleitet vom Ruf „Narri Narro“. Zum Zeichen, dass die Narren es ernst meinen, hatten sie der Amtsinhaberin Fesseln angelegt. „Im Dorfe Rümmingen übernehmen die Narren die Herrschaft“, ließ Pollini wissen.
In Fesseln gelegt
Nicht nur der Schlüssel für die Amtsstube, auch jener, der zum Weinkeller führe, müsse ausgehändigt werden. „Und zwar ohne Murren.“ Ohnehin wurden drakonische Strafen angedroht, vom Gemeindebüttel angefangen bis hoch zur Obrigkeit. Weder dürften „belanglose Gemeinderatssitzungen abgehalten noch unnütze Rechnungen zugestellt werden“. Der Bürgerschaft der ehemaligen freien Gemeinde samt des Narrensamens werde närrische Freiheit zugesichert.
Geschenke für kleine Glunkis
Doch auch die Bürgermeisterin – Fesseln hin oder her – erhob die Stimme. Sämtliche Besitzansprüche der Dorfhäxe schlug sie mit einem unmissverständlichen „Nein“ in den Wind. Denn weder verfüge die Gemeinde über Geld noch über einen Schatz. Dafür schoben sich zwei Häxen ins Blickfeld, um eine Kiste vor den Stufen abzusetzen. Statt goldener Taler kamen zahlreiche Säckchen für die kleinen Glunkis ans Dämmerlicht.
Nachdem der Bürgermeisterin der Orden überreicht und die Narrenkappe aufgesetzt worden waren, lud Pollini zum Umzug mit anschließendem Gelage in der Halle ein – auf Kosten der Gemeinde versteht sich.