Auch Margarete Kurfeß setzt auf eine Fasnacht im Herzen Lörrachs. (Archivbild) Foto: Kristoff Meller

Die Kommunikationsprobleme bei der Planung der Fasnacht 2026 beschäftigen die Lörracher Fraktionen. Diese zeigen sich keineswegs glücklich.

Oberbürgermeister Jörg Lutz ist zwar an einem guten Verhältnis zwischen der Stadtverwaltung und der Narrengilde Lörrach gelegen, doch in den zurückliegenden Tagen wurden vielmehr gegenseitige Vorwürfe ausgetauscht. Dass nicht nur der Rathaus-Spitze, sondern auch den politischen Vertreter unklar war, ob die Innenstadt als Fasnachtsveranstaltungsort noch die erste Priorität bei der Gilde hat, wurde auch durch die entsprechende Frage von Elisabeth Weiß-Sinn (Grüne) im Hauptausschuss deutlich.

 

Auf Empfehlung des Oberbürgermeisters ist hier erst einmal eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen worden, um die Fragestellung „Innenstadt oder Regio-Messe-Areal“ zu beantworten.

Den Wunsch nach einer Lösung artikulierte Ulrike Krämer (CDU), deren Priorität auf der Innenstadt als Veranstaltungsort liegt. Der Weg dahin führe über eine andere Kommunikation: „Wir müssen uns hinsetzen und reden. Ich kann mit einer Mailflut nichts anfangen.“ Gleichzeitig weiß sie um Zwänge, wie Sicherheitsauflagen und die damit verbunden Kosten.

„Die Lörracher Fasnacht gehört in die Innenstadt“, steht für Günter Schlecht (SPD) fest. Schwierig sei die massive Erhöhung der Sicherheitsauflagen, doch diese müssten nun einmal umgesetzt werden. Den Konflikt zwischen Verwaltung und Narrengilde bezeichnete er als völlig unnötig. Vielmehr setzt er wieder auf „verlässliche und vertrauensvolle Gespräche“ zwischen Stadt und Gilde. Ob der Burghof kostenlos der Narrengilde zur Verfügung gestellt werden könne, dahinter setze er noch ein Fragezeichen, da dann auch andere Vereine kommen könnten.

Frage des Geldes

Jörg Müller (Freie Wähler) nahm abermals das Wirken der Stadtverwaltung in die Schusslinie. Für ihn steht fest: „Wir müssen eine Lösung finden, damit die Fasnacht Sicherheit hat.“ Taten und Geld seien hier erforderlich.

Geht es in der Innenstadt oder im Grütt bunt zu? (Archivbild) Foto: Adrian Steineck

Die Fasnacht in der Innenstadt müsse für die Narrengilde auch wirtschaftlich darstellbar sein, erklärte Birger Bär. Dass die Stadt für die Schulstürmung nicht die wenigen hundert Euro zahlen wolle, sei zugleich ein „fatales Zeichen“.

Für Margarete Kurfeß (Grüne) steht fest, dass angesichts der gestiegenen Sicherheitsauflagen die Narrengilde eine größere Unterstützung von städtischer Seite benötige. „Fasnacht ist ein Kulturgut“, die Verantwortung könne nicht nur die Gilde tragen, sondern auch die Stadt müsse dabei sein.

Als sehr wichtig bezeichnete Thomas Böhringer (SPD) ein wieder wachsendes Vertrauensverhältnis zwischen Stadtverwaltung und Narrengilde. Zudem gelte es, die Narrengilde langfristig zu unterstützen. „Die Fasnacht gehört in die Innenstadt, nicht ins Grütt.“

Ortsvorsteherin „traurig“

Silke Herzog (FW) erneuerte die Kritik an der Kommunikation des Obergildenmeisters Michael Lindemer. Als Ortsvorsteherin von Brombach hätte sie eine Info von ihm erwartet, dass Pläne für den Sonntagsfasnachtsumzug durch Brombach bestehen – „ich bin traurig“.

Eigentlich hatte sie nach den Kommunikationsproblemen vor der jüngsten Fasnacht erwartet, dass es die Stadtverwaltung und die Narrengilde „ohne Babysitter“ schaffen, doch nun sei die Politik mit in der Arbeitsgruppe beteiligt. Herzog: „Es braucht offene Gespräche.“