Der närrische Umzug führte von der Hebelschule zum Rathausplatz. Angeführt wurde er von der ältesten Guggemusik Deutschlands, der Lörracher Gugge ’53. Foto: Holger Schlicht

Punkt halb elf wurde am Freitag die Hebelschule in Lörrach von den Fasnächtlern erstürmt und die Schüler und Lehrer – zumindest vorübergehend – vom Unterricht „befreit“.

Nach der großen Pause wurde es erst einmal wieder ruhig in der Schule. Währenddessen bereiteten sich die Guggemusik 53, einige Mitglieder der Eisbären Clique, der Stettemer Frösche, Füürteufel und andere Narren auf die Befreiung der Schüler und Lehrer vor.

 

Die Musiker gingen im Eingang der Schule in Stellung, die Mitglieder der einzelnen Cliquen verteilten sich auf die verschiedenen Stockwerke. Auf Kommando des Gildenmeisters Manuel Sütterlin legte die Guggemusik 53 – im Übrigen die erste in Deutschland gegründete Guggemusik – los und es dröhnte, trompetete und schepperte in der Schule.

Überall öffneten sich die Türen, und die ebenfalls vielfach verkleideten Schüler und Lehrer strömten aus den Klassenzimmern auf die Flure der Schule. Manche Schüler machten erst einmal große Augen, andere hielten sich ob des „Lärms“ die Ohren zu, aber die meisten waren einfach nur begeistert von den fetzigen und lauten Klängen der Guggemusik und den bunten Masken und Kostümen der Cliquen.

Bunter Narrenzug zieht durch die Innenstadt

Bunt und noch vielfältiger war aber auch die Verkleidung der Schüler und Lehrer, so dass sich vor der Schule ein farbenfroher Haufen Narren versammelte, der sich, von vielen Eltern und Zuschauern begleitet und angeführt von der Guggemusik 53, auf den Weg durch die Lörracher Innenstadt machte. Der kleine Umzug marschierte durch die Fußgängerzone in der Turmstraße bis zur Galeria Karstadt und dort nach rechts in die Tumringer Straße, dann wieder rechts in die Grabenstraße und über den Bahnhofsplatz auf den Rathausplatz.

Mit sichtlichem Vergnügen waren die Kinder bei der Sache. Foto: Holger Schlicht

Dort erwarteten die kleinen und großen Narren schon der Obergildenmeister Michael Lindemer und die Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic. Michel Lindemer begrüßte die vielen Narren und Zuschauer auf dem mittlerweile voll gewordenen Rathausplatz und freute sich über die erfolgreiche Befreiung der Schüler.

Schüler spielen den Radetzky-Marsch

Monika Neuhöfer-Avdic erntete wahre Begeisterungsstürme der Schüler, als sie eine Woche ohne Lernen und Hausaufgaben aufgrund der Fasnachtsferien ankündigte. Daraufhin verteilten sich einige Schüler auf und vor der Treppe des Rathauses, die einen mit Triangeln in den Händen und die anderen mit kleinen Trommeln, um den Radetzky-Marsch zu spielen. Nach einigen Anläufen klappte dies wunderbar, die Proben der Hebelschüler hatten sich gelohnt und schließlich spielt man nicht alle Tage vor so vielen Zuhörern.

Auch Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic stand im Konfettiregen. Foto: Holger Schlicht

Dann riefen Neuhöfer-Avdic und Lindemer endlich zur großen Konfetti-Schlacht auf, und unter großem Jubel der Schüler begann ein wildes und lustiges Treiben, bei dem so Mancher in einer bunten Konfetti-Wolke verschwand. Es wurde eingeseift, geworfen und von oben geschüttet, was das Zeug hielt, und als alle Konfetti-Säcke leer waren, waren dafür alle Mitwirkenden und der Boden vorm dem Rathaus schön bunt.

Nach dieser wilden Anstrengung, die allen Beteiligten sichtlich Vergnügen bereitete, gab es zur Stärkung noch Berliner und Brezeln und für den Durst eine „Capri-Sonne“, bevor der ganze Zug samt Cliquen, Lehrern und Schülern wieder zurück zur Hebelschule marschierte.